Die Burke-Brüder ballern für Borussia

17.06.2026

Spielender Co-Trainer / Familienfrieden in Gefahr?

Spannende Personalie bei Landesligist Borussia Emsdetten. Jonas Burke stößt als spielender Co-Trainer hinzu. Er ist Stürmer, sein Bruder Silas ebenfalls. Droht etwa ein erbitterter Bruder-Kampf um die Stammplätze bei Borussia? Für solche Gedankenspiele hat Jonas Burke nur ein Lachen übrig.

Dienstag, 16.06.2026 - 17:09 Uhr 

Borussias Sportlicher Leiter Julius Hölscher (l.) und Chefcoach Marius Kattenbeck (r.) präsentieren Jonas Burke, der den Landesligisten als (spielender) Co-Trainer verstärkt. Etwas Erfahrung hat der 27-Jährige in diesem Bereich schon gesammelt, unter anderem half er früher als Jugendspieler beim VfL Osnabrück bei der Leitung von Fußballcamps mit. | Foto: Borussia

Bei Borussia Emsdetten droht ein Bruder-Duell! Jonas Burke (27) wird den Landesligisten ab der neuen Saison als spielender Co-Trainer verstärken. Er ist Stürmer. Ebenso sein jüngerer Bruder Silas (24), der nach einem Jahr beim TuS Bersenbrück bekanntlich zum Teekotten zurückkehrt. Wenn der Kampf um die Stammplätze mal nicht den Burkschen Familienfrieden stört...

„Das wird auf gar keinen Fall passieren“, sagt Jonas Burke lachend dazu. „Ich gehe eher von einem harmonischen Miteinander als von einem Duell aus. Ich gönne meinem kleinen Bruder alles. Wenn er für Borussia viele Tore schießt, lasse ich ihm gerne den Vortritt.“

Die Jonas-Burke-Personalie gab Marius Kattenbeck am Dienstag bekannt. Borussias neuer Chefcoach stellt aktuell seinen Trainer-Stab zusammen, ist nun einen großen Schritt weiter. Und hat mit Jonas Burke ganz nebenbei jemanden gefunden, der auch als Angreifer einschlagen könnte. Der 27-Jährige genoss eine erstklassige Ausbildung, spielte beim VfL Osnabrück in der U17- und U19-Bundesliga. Bei den Männern bestritt er für den SV Rödinghausen und für BW Lohne insgesamt 29 Regionalliga-Spiele. Auch für Oberligist FC Eintracht Rheine war er am Ball – und erlebte dort 2020 einen dunklen Moment. Im Spiel gegen Preußen Espelkamp traf ihn ein Ellenbogen im Bauch. Abends ging es Jonas Burke immer schlechter. Ab ins Krankenhaus. Dort wurde gerade noch rechtzeitig ein Anriss der Bauchspeicheldrüse samt inneren Blutungen festgestellt. Not-OP! „Das war kurz vor knapp“, erinnert er sich, „es ist zum Glück gut ausgegangen.“

Seit September 2024 legte Jonas Burke eine Fußball-Pause ein, konzentrierte sich auf sein Lehramtsreferendariat. Fit hielt er sich mit Padel-Tennis und Radfahren. „Ich bin auch viel laufen gegangen und war kurz davor, mich für einen Marathon anzumelden.“ Doch irgendetwas fehlte ihm: Fußball.


Kattenbeck: „Als Typ ist er überragend“


Da kam Kattenbecks Anfrage gerade recht. Der sagt über das erste Telefonat: „Wir waren direkt auf einer Wellenlänge.“ Zig Telefonate später folgte das erste Treffen. Kattenbeck: „Wir saßen zwei Stunden in einer Eisdiele in Lotte. Als Typ ist er überragend. Super Charakter.“ In den Gesprächen kristallisierte sich heraus, dass Jonas Burke nicht – wie von Kattenbeck angedacht – nur als Co-Trainer eine Verstärkung sein kann, sondern auch auf dem Feld noch mal angreifen möchte. Auch seine Erfahrung tut der Truppe gut. Kattenbeck: „Wir haben eine brutal junge Mannschaft, das Durchschnittsalter beträgt 21,8 Jahre.“ Dabei hat er schon zwei Neuzugänge, die in dieser Woche noch präsentiert werden sollen, mit eingerechnet. „Unsere Kader-Struktur“, so Kattenbeck, „ist extrem interessant.“ Hier ein Grundgerüst mit erfahrenen Spielern wie Ohde, Deradjat und Schulte, dort viele junge Wilde. „Es kann in alle Richtungen gehen“, sagt der Coach mit Blick auf die kommende Landesliga-Saison.


Ebenfalls in dieser Woche will Kattenbeck noch einen weiteren, jungen Assistenten vorstellen. „Wir sind in sehr aussichtsreichen Gesprächen.“ Damit wäre dann seine „Wunschlösung mit zwei Co-Trainern“ perfekt.


Zurück zum Burkschen Familienfrieden. „Wir hatten früher vor der Haustür einen Bolzplatz. Da gab es öfter mal Streit“, erzählt Jonas Burke lachend, „so ist das, wenn der Kleine schießt und der dreieinhalb Jahre Ältere steht im Tor. Oder umgekehrt.“ Doch je älter die beiden wurden, desto mehr wuchs die Lust, mal Seite an Seite im Verein zu spielen. Bei Borussia wird es nun erstmals soweit sein. Jonas Burke: „Als unsere Eltern das gehört haben, meinten sie nur: Hauptsache, es klappt besser als früher.“ Da machen sich die beiden Burke-Brüder aber keine Sorgen.

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