„Es haben fast alle geweint“

16.06.2026

Fußball: Trainer-Trio und viele Spielerinnen verlassen Borussias B-Mädels / Emotionaler Abschied

-mho-EMSDETTEN. Eine Ära endet. Bei Borussia Emsdetten stand am Sonntag letztmals Anja Wolters bei einem Spiel der B-Juniorinnen an der Seitenlinie. „Es fällt mir unglaublich schwer, die Mädchen gehen zu lassen“, sagte die scheidende Trainerin. Ihr gebe es aber ein gutes Gefühl, dass die Spielerinnen, die jetzt hoch in den Frauenbereich wechseln, dem Verein größtenteils treu bleiben.

Denn: „Fußball ist so viel mehr als nur kicken“, betonte Wolters. Das zeigte sich auch jetzt zum Abschied wieder. Nach dem finalen Freundschaftsspiel am heimischen Teekotten gegen Westfalia Kinderhaus II (0:0) saß die gesamte Truppe am Sonntagnachmittag noch bei Pizza zusammen. „Es haben fast alle geweint“, schildert Wolters, „ich finde so etwas aber immer schön, es zeigt, dass alle daran hängen und dass es ihnen wichtig ist.“

Nun endet die gemeinsame Zeit. Im Kader wird sich viel verändern, ebenso auf der Trainerposition. Neben Wolters hören auch ihre beiden Kompagnons Uwe Feye (54) und Alexander Banasiewicz (41) auf.

„Ich brauche eine Pause“, nennt Wolters ihre Gründe. Vor Jahren hatte sie Borussias Minis, bei denen auch Tochter Anni spielte, übernommen, hatte dieses Team gemeinsam mit Mathias Benker bis hoch zu den B-Juniorinnen begleitet. In all der Zeit feierten sie etliche Kreispokal-Titel drinnen und draußen. Zum Ende der Reise hin gelang 2025 der große Coup: Aufstieg in die B-Juniorinnen-Bezirksliga. Direkt danach hörte Benker auf, und auch Wolters liebäugelte damals mit ihrem Abschied, zumal Tochter Anni das Team Richtung Seniorinnen verließ. Doch sie hing noch ein Jahr dran. Das lag nicht zuletzt an ihren neuen Mitstreitern. Uwe Feye gehörte bereits seit 2024 zum Trainerteam, 2025 stieß auch Alexander Banasiewicz hinzu. „Ich liebe die beiden“, bringt die 53-Jährige die harmonische Zusammenarbeit auf den Punkt. Als Trio konnte man sich gegenseitig entlasten und ergänzen. „Das lief super“, sagt auch Banasiewicz, „die Chemie passt einfach.“ Da die Töchter Bente Feye und Emily Banasiewicz nun den B-Juniorinnen entwachsen, machen auch die Väter als Trainer Schluss. Nadine Kloppenborg aus Borussias „Sportlicher Leitung Mädchenteams“ hofft, zeitnah die Nachfolgeregelung bekannt geben zu können, wie sie auf Nachfrage sagt.

Uwe Feye fehlte beim letzten Spiel am Sonntag berufsbedingt. Alexander Banasiewicz aber war dabei. Auch er verspürte Wehmut. „Ja, das fing schon gestern an.“ Er will künftig aber regelmäßig bei Spielen der B-Juniorinnen vorbeischauen.

Anja Wolters’ Fußballterminkalender war in der abgelaufenen Saison rappelvoll. Bis zu vier Mal pro Woche war sie für Borussias B-Mädels im Einsatz (dreimal Training plus Spiel am Wochenende). Obendrein trainierte sie montags die Kreisauswahl. Das wird sie auch weiterhin tun. Und sollte es in der neuen Saison wieder eine Freundschaftsspiel-Runde der U19 geben, will sie Borussias Team hier coachen, so wie sie es bereits in der abgelaufenen Spielzeit regelmäßig mittwochs tat.

Ein wenig wird Wolters auch die Geschicke ihrer bisherigen B-Mädels-Mannschaft weiter beeinflussen. Zum Abschied übergab sie den Spielerinnen am Sonntag „Entwicklungsbriefe“. Inhalt: Was sie gut beherrschen. Und in welchen Bereichen sie sich noch verbessern können.

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