-mho-EMSDETTEN. Marc Wiethölter hat die Einladung angenommen. Borussia Emsdettens Ex-Trainer schaute sich am Sonntag die Partie des Westfalenliga-Absteigers gegen SF Ostinghausen an, hielt nach der 1:4-Heimniederlage Pläuschchen mit den Spielern, die er bis Mitte April trainiert hatte und die ihn nun gerne beim Saisonabschluss dabeihaben wollten.
Wiethölter kam entgegen, dass die Partie von 15 auf 13 Uhr vorgezogen worden war. Denn er musste um 17 Uhr seine Handball spielende Tochter aus Osnabrück abholen. „Der Plan war, anschließend hierher zu kommen.“ Stattdessen schaute er nun schon gegen Mittag vorbei, was ihm gut in den Kram passte. „Ich wollte gerne bei den Verabschiedungen dabei sein.“ Vor dem Anpfiff der Partie gegen Ostinghausen erhielten die scheidenden Spieler als Andenken ihr eingerahmtes Trikot und einen Borussia-Schal, die Interimstrainer Roland Westers und Justus Schmitz sowie Athletikcoach Sascha Guetat bekamen Blumensträuße. Nicht verabschiedet wurden Wiethölter und der am Sonntag ebenfalls anwesende frühere Co-Trainer Tim Plottek. „Nee, wir sind ja zurückgetreten, da ist das nicht üblich“, stellte Wiethölter klar.
Kürsat Özmen, mit elf Saisontoren Borussias erfolgreichster Knipser, zieht es zu Oberliga-Aufsteiger Westfalia Kinderhaus. „Menschlich gesehen gut, sportlich nicht“, fasste er sein Borussia-Jahr zusammen. „Schön, dass ich im letzten Heimspiel noch mal getroffen habe“, sagt Özmen über seine Bude gegen Ostinghausen, „ich hätte aber gerne noch zwei Tore mehr gemacht, die Halbchancen dafür hatte ich.“
Auch für Luca Dömer, der zu Oberligist FCE Rheine wechselt, verlief sein letzter Borussia-Einsatz nicht optimal. Dreimal musste der langjährige Stammtorwart hinter sich greifen, ehe er in der 78. Minute unter großem Beifall der Zuschauer ausgewechselt wurde. Er gehe „mit gemischten Gefühlen“, sagte Dömer. Dass es mit dem Abstieg endet, liegt ihm schwer im Magen. „Den Abschied stellt man sich anders vor. Der Großteil meiner Zeit bei Borussia war aber echt schön.“
Durch die 1:4-Niederlage büßte Borussia noch einen Rang ein, beendet die Saison hinter Mitabsteiger Soest (3:1-Sieg gegen Mesum) als Tabellenvorletzter. Der scheidende Interimstrainer Roland Westers sah gegen Ostinghausen aber auch Lichtblicke. Linksverteidiger Arne Moselage etwa zeigte eine gute Leistung. „Freut mich für den Jungen, dass er sich gefangen hat.“ Westers ist überzeugt: „Wir haben für die nächste Saison einen guten Kader zusammen. Da muss uns nicht angst und bange werden.“ Auch in Borussias Nachwuchs-Abteilung tummeln sich vielversprechende Talente. Juri Felchner etwa. Der A-Jugendliche wurde in der 46. Minute für den angeschlagenen Mittelfeld-Regisseur Kai Deradjat eingewechselt, legte im Zentrum einen beherzten Auftritt hin. Westers: „Hut ab vor seiner Leistung.“

