-mho- EMSDETTEN. Bedrückende Stille an der Trainer-Bank von Borussia Emsdetten II. Einige Spieler starrten ins Leere, andere aufs Handy. Sie wollten sehen, wie die Konkurrenz im A-Liga-Keller gespielt hatte. Nach und nach zeichnete sich ab: Das eigene 3:3 (2:1) am Sonntag zu Hause gegen Vorwärts Wettringen II reichte nicht für den Klassenerhalt. Denn alle Verfolger hatten gesiegt. St. Arnold mit 3:0 gegen Ochtrup. Mesum II mit 5:4 bei Langenhorst-Welbergen. Gellendorf mit 1:0 gegen Metelen. Damit kommt es im Endklassement zu folgender irrer Situation: Vier (!) Mannschaften, darunter die Borussia-Reserve, belegen mit jeweils 36 Punkten den Relegationsrang 14. Da das Torverhältnis keine Rolle spielt, kommt es zu einer XXL-Saisonverlängerung.
„Wahnsinn“, sagte Borussias Trainer Tom Schölling in einer ersten Stellungnahme. Das Torverhältnis kommt nur so weit zum Tragen, als dass die Paarungen für die nun anstehenden Entscheidungsspiele ermittelt werden müssen. Der Tabellen-Elfte St. Arnold trifft auf Mesum II (14.), Borussia II (12.) auf Langenhorst-Welbergen (13.). Gespielt wird auf neutralen Plätzen. Danach spielen die beiden Verlierer aus, wer in die Abstiegsrelegation gegen den B-Liga-Dritten (SuS Neuenkirchen III oder Bilk) muss.
„Ich fühle mich bestätigt“, so Schölling. Seit Wochen warnte er, dass es für Borussia II eng werden würden, „wenn wir unsere Spiele nicht gewinnen. Ist natürlich bitter, dass du hier drei Gegentore kriegst. Wir sind klar die bessere Mannschaft gewesen“.
Die Hausherren legten wild entschlossen los, mit einem Heimsieg gegen den Tabellen-Fünften Wettringen II den Klassenerhalt aus eigener Kraft klarzumachen. Die Innenverteidigung bildeten der einmal mehr reaktivierte Mo Uphoff und Max Siepmann aus der Ersten, vorne wirbelte mit Markus Weidel eine weitere Leihgabe von oben. Nach Ecke von Paul Quibeldey köpfte Jannic Grotke in der 31. Minute zum längst verdienten 1:0 ein. Nur fünf Minuten später schlenzte Grotke den Ball aus 19 Metern in den langen Knick, Traumtor zum 2:0! Doch mit dem Pausenpfiff jagte Wettringens Lukas Brebaum einen 18-Meter-Freistoß aus zentraler Position zum 2:1-Anschluss flach ins Netz. Hart geschossen, aber mittig, da sah Keeper Julian Moczygemba nicht gut aus.
Nach dem Seitenwechsel wollten die Borussen gleich wieder ihre Zwei-Tore-Führung herstellen, das gelang dem Mann des Spiels, Dreierpacker Jannic Grotke, mit einem satten Flachschuss (49.). Schölling: „Wenn du 3:1 führst, musst du das Ding runterspielen.“ Doch direkt im Gegenzug ließ die zaghafte Hintermannschaft das 3:2 durch Joost Roling (51.) zu.
Borussia II schwamm jetzt einige Minuten lang, die Konsequenz war das 3:3 durch Wettringens Noah Kiewe (62.). Danach fing sich der Gastgeber wieder, ackerte, hatte mehrere Chancen zum erlösenden Siegtreffer. Und einmal dickes Glück, als Wettringens vermeintliches 3:4 in der Nachspielzeit wegen Abseits aberkannt wurde. Knappe Entscheidung! Hätte dieses Tor gezählt, wäre Borussia II jetzt alleiniger Tabellen-14. und damit direkt in der Abstiegsrelegation. So aber hat man wenigstens noch die Chance, ein Endspiel um den Klassenerhalt zu verhindern.

