Westers: „Den Hauptschuh will ich mir nicht anziehen“

28.05.2026

Fußball: Nach Borussias Abstieg

-mho-EMSDETTEN. Zum zweiten Mal steigt Roland Westers als Borussia Emsdettens Trainer aus der Westfalenliga ab. „Den Hauptschuh will ich mir diesmal aber nicht anziehen“, sagt er. 2010 war das anders, damals war Westers eine Saison lang hauptverantwortlicher Coach. Jetzt, 16 Jahre später, sprang er erst nach dem 24. Spieltag als Feuerwehrmann ein. Angesichts von sieben Punkten Rückstand aufs rettende Ufer eine schier unlösbare Rettungsaktion. Nach der 1:3 (0:1)-Niederlage an Pfingstmontag in Nordkirchen musste sie für gescheitert erklärt werden, der Gang in die Landesliga ist perfekt.

Westers hatte noch mal Hoffnung auf das Wunder geschürt. In seinen bislang fünf Spielen holte er sieben Zähler, ergibt einen Punkteschnitt von 1,4. Hochgerechnet auf die bisher 29 Spieltage käme Borussia damit auf 40,6 Punkte, wäre Tabellen-Achter, weit weg von allen Abstiegssorgen. Vorgänger Marc Wiethölter holte in seinen 24 Partien nur 21 Zähler (im Schnitt 0,88).

Als der Abstieg am Montag feststand, waren viele Borussen am Boden zerstört. „Dass die Jungs bis zuletzt an die rechnerische Chance geglaubt haben, muss ja auch so sein“, sagt Westers dazu. „Dieses Wunder haben wir uns am Montag aber auch nicht verdient.“ Speziell in der 2. Halbzeit vermisste er die Gegenwehr. Als eine Ausnahme nennt Westers dabei Kai Deradjat. Sein Mittelfeld-Regisseur habe zwar keinen guten Tag erwischt, die Passquote war für ihn ungewöhnlich schlecht, „er hat es aber immer weiter probiert, hat Bälle gefordert, während andere sich versteckt haben“.

Auch der Kräfteverschleiß habe sich in der Hitze von Nordkirchen bemerkbar gemacht. Die Borussen hatten in den Wochen davor alles rausgehauen, wobei aufgrund des dünnen Kaders fast immer dasselbe Personal ran musste. Da war der 0:1-Rückstand am Montag aus stark abseitsverdächtiger Position ein umso schmerzhafterer Nackenschlag, von dem sich die Gäste nicht mehr erholten.

Borussias künftiger Trainer Marius Kattenbeck: „Der Abstieg ist bitter und traurig, Borussia ist nun mal ein großer Verein. Wir müssen die Gründe aufarbeiten, wieder Ruhe reinbekommen und den Blick Schritt für Schritt nach vorne richten, damit wieder erfolgreichere Zeiten einkehren.“ Kattenbeck führt viele Gespräche. Zunächst mit dem aktuellen Kader und den Neuzugängen, zudem baut er aktuell sein Trainerteam auf. Auch mit möglichen weiteren Verstärkungen beschäftige er sich.

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