Christoph Niemeyer
EMSDETTEN. Zwei Spiele noch – am Montag beim Tabellenfünften FC Nordkirchen und am Sonntag, 31. Mai, zuhause gegen den Liga-Vierten SF Ostinghausen – dann könnte Borussias Geschichte in der Westfalenliga enden. Könnte!
Noch gibt es bei fünf Punkten Rückstand auf den rettenden Rang 13, den aktuell der SV Rödinghausen II einnimmt, ein Fünkchen Hoffnung. Oder? „Wir kennen die Tabelle. Der Zug ist abgefahren“, hat sich Borussias Interimstrainer Roland Westers mit dem scheinbar Unvermeidlichen arrangiert. Aber: „Wir wollen auch am Pfingstmontag das Spiel beim FC Nordkirchen gewinnen. Wie in den vergangenen Wochen auch. Und da haben es die Jungs ja sehr, sehr gut gemacht.“
Stimmt. Westers‘ Bilanz ist ordentlich. Nach der 0:5-Auftaktschlappe in Mesum gab es mit dem 2:1-Erfolg über Rheda den ersten Sieg nach zuvor neun Pleiten, von denen Vorgänger Marc Wiethölter freilich acht zu verantworten hat. Es folgte der 4:2-Sieg im Keller-Knüller in Espelkamp und zuletzt die Nullnummer daheim gegen GW Nottuln.
7 von 12 möglichen Zählern holte Borussia unter Trainer Westers – mit so einem Punkteschnitt wäre die Truppe nie in Bedrängnis geraten.
Die Gründe, warum es zur Misere kommen konnte, gilt es zu analysieren. Für Coach Westers ist es „auch Kopfsache. Diese Phase mit neun Niederlagen in Folge. Da haben es die Jungs nicht geschafft, den Kopf frei zu bekommen“, erklärt er. Ein weiterer Grund: die vielen Verletzungen. Westers: „Seit ich bei Borussia wieder eingestiegen bin, habe ich immer nur acht bis maximal 13 Feldspieler aus dem Kader der 1. Mannschaft im Training. Das hat mit Westfalenliga wenig zu tun.“
Auch am Sonntag in Nordkirchen wird der Borussen-Kader dünn bestückt sein. „12, 13 Spieler aus unserem Kader werden dabei sein“, mutmaßt Westers. Laurentiu Tuca, Mattes Langelage und Florian Altemöller, der sich das Knie verdreht hat, fehlen. Wahrscheinlich auch Arne Moselage, der in dieser Woche über muskuläre Probleme klagte. Besser schaut es bei Kürsat Özmen aus, der zwar im Donnerstag-Training noch nicht wieder voll belastbar war, den Westers aber für Montag auf dem Zettel hat, denn: „Kurt hat zurzeit einen guten Lauf, was Leistung und Tore betrifft.“
Und gerade die braucht‘s am Montag für einen Borussia-Sieg in Nordkirchen. Das Westers-Team muss an die gute Leistung des Nottuln-Spiels anknüpfen. „Da haben wir viel Zuspruch bekommen, obwohl es nur ein 0:0 war“, betont der Trainer. „Alle werden am Montag Gas geben. Wir wollen ja mit einem halbwegs guten Gefühl aus dieser Katastrophen-Saison rauskommen.“

