EMSDETTEN. Borussia Emsdetten wehrte sich, drängte, wollte unbedingt den Siegtreffer. Doch er fiel nicht, das Heimspiel am Sonntag gegen GW Nottuln endete 0:0. Damit ist das letzte Fünkchen Hoffnung auf den Klassenerhalt in der Westfalenliga erloschen. Borussia müsste die letzten beiden Saisonspiele gewinnen, Rödinghausen II müsste jeweils verlieren. Daran glauben selbst kühnste Optimisten wohl kaum.
Interimstrainer Roland Westers tut es jedenfalls nicht. Sein Blick geht schon in die Landesliga-Zukunft: „Wenn die Mannschaft dann ansatzweise so auftritt, wie sie es in den letzten Wochen getan hat, dann glaube ich schon, dass wir nächstes Jahr eine sehr gute Rolle spielen können.“ Von sofortigem Wiederaufstieg zu sprechen sei bei all den Unwägbarkeiten aber „völliger Quatsch“.
Borussias neuer Trainer wird dann Marius Kattenbeck (32) heißen, wie die Mannschaft am Freitag erfuhr (die EV berichtete aktuell). Westers war an der Verpflichtung seines früheren Spielers beteiligt, sagt: „Ich freue mich extremst darüber, dass er mich beerben wird, weil ich ihn menschlich und fußballerisch sehr gut kenne. Da haben wir eine super Lösung gefunden.“ (ausführlicher Bericht folgt) Aktuell ist Kattenbeck beim SC Spelle-Venhaus Co-Trainer der Oberliga-Truppe sowie Interimscoach der U23.
Mit dem ersten Durchgang der Partie gegen Nottuln hatte Westers seine Probleme: „Ich kann es nicht gut akzeptieren, dass man nicht erkennen kann, für welche Mannschaft es um alles geht. Das hat man ehrlicherweise in der 1. Halbzeit nicht gesehen.“ Seine Jungs seien zwar engagiert gewesen, „sie haben aber nicht die Schmerzgrenze überschritten. Das war dann in der 2. Halbzeit aber zu 100 Prozent der Fall.“
Vor der Pause wurde es vor beiden Buden insgesamt nur einmal richtig brenzlig. Borusse Samir Haxha setzte sich gut über rechts durch, seine Hereingabe lenkte ein Nottulner an den eigenen Pfosten (12.).
Nach dem Seitenwechsel war der Gastgeber dann klar bestimmend. „Ich bin wahnsinnig stolz auf die Truppe, wie sie in der 2. Halbzeit mit aller Macht versucht hat, das Ding irgendwie über die Linie zu bringen“, lobte Westers. Angetrieben vom offensiv wie defensiv starken Mittelfeldmotor Kai Deradjat kam Emsdetten zunehmend zu Chancen. Haxha scheiterte aus kurzer Distanz am sich breit machenden Nottulner Torwart Julian Jaworek (57.), nach punktgenauer Flanke von Markus Weidel brachte Mats Hagel freistehend nur ein Kopfbällchen zustande (68.), Weidel verzog aus guter Position (70.), Kürsat Özmen probierte es aus der Drehung (88.) und per Kopf (90.+1), beide Abschlüsse gerieten zu zentral, kein Problem für Jaworek.
Bei allem Offensivgeist vergaß Borussia auch die Absicherung nicht. So wurde der enttäuschende Tabellen-Fünfte aus Nottuln kaum mal gefährlich. Die große Ausnahme gab’s weit in der Nachspielzeit: Als müde Emsdettener längst alles nach vorne warfen, tauchte bei einem Gäste-Konter Luca Averesch frei vor Luca Dömer auf, der Keeper rettete. Sofort fuhr Borussia den Gegenangriff, an dessen Ende Weidel aus 15 Metern aufs lange Eck schlenzte, der Ball strich hauchdünn am Pfosten vorbei! Es wäre der ersehnte Treffer der Hoffnung gewesen. Stattdessen pfiff der Schiri direkt danach die torlose Partie ab.
Gute Wünsche und ein Pommes-Spruch
Die Trainerstimmen
-mho-EMSDETTEN. GW Nottulns Trainer Darius Schwering ließ auf der Pressekonferenz durchblicken, dass er mit der Leistung seiner Mannschaft nicht sonderlich zufrieden war. Lange wollte er aber nicht übers Spiel sprechen, sondern lieber Borussia einen schnellen Wiederaufstieg wünschen: „Ich hoffe, wir sehen uns zügig wieder. Es ist immer sehr angenehm bei euch. Ein ganz, ganz toller Verein. Ich wünsche Borussia Emsdetten nur das Allerbeste.“
Borussen-Trainer Roland Westers: „Ich hoffe, dass die Jungs in den letzten beiden Spielen noch mal alles reinschmeißen und versuchen, den einen oder anderen Punkt zu holen, um zumindest den drittletzten Platz zu halten. Das ist eine Mannschaft, die auf Dauer sehr erfolgreich arbeiten kann.“
Nach der Saison gibt Westers das Traineramt an Marius Kattenbeck ab. Auf die Frage von Pressekonferenz-Leiter Friedhelm Wenning, ob er sich dann wieder im Imbisswagen im Stadion darauf konzentriere, Würstchen umzudrehen, entgegnete Westers, mit Würstchen habe er nichts zu tun: „Pommes sind mein Metier.“

