-mho-EMSDETTEN. „Es fühlt sich am Tag danach etwas schlecht an“, sagt Birger Röber am Freitagmorgen. Borussia Emsdettens Trainer hatte am Vortag das Kreispokalfinale der Frauen mit seinem Team gegen Germania Hauenhorst spät mit 1:2 verloren (die EV berichtete). Will man als Landesligist einen Favoriten aus der Westfalenliga in die Knie zwingen, so Röber, „dann braucht man auch Spielglück“. Doch das ließ die Borussia am Donnerstag auf neutralem Platz in Borghorst im Stich.
Der Außenseiter machte Vieles richtig. „Es ist genau so gekommen, wie wir es uns vorgestellt haben“, beschreibt Röber die Partie. Titelverteidiger Borussia überließ Hauenhorst den Ball, schaltete aus einer kompakten Deckung schnell um, kombinierte sich mit wenigen Kontakten flott nach vorne. Einen solchen perfekten Konter schloss Jule Uhlenbrock zur 1:0-Führung ab (13.). Doch keine Viertelstunde später der Ausgleich durch Filipa Barbosa Sampaio (27.), wobei Röber die Flankengeberin Nicole Schampera „drei Meter im Abseits“ sah. Eine von mehreren Schiri-Entscheidungen, mit denen Borussia unzufrieden war.
Der Underdog blieb in der Spur. „Wir sind auf dem Weg, wir sind im Plan! Bleibt dabei!“, rief der Coach seiner Mannschaft zu. Bei Borussia standen unter anderem U 17-Spielerin Celine Robbe und die gerade erst zu den Frauen hochgekommene Anni Wolters in der Startelf, während Hauenhorst extra für dieses Finale die Haudegen Schampera und Liana Borges reaktiviert habe. „Das zeigt, welchen Respekt der Gegner vor uns hatte. Und da muss man unsere Leistung umso höher bewerten. Wir hatten diese Hauenhorster Qualität komplett im Griff.“
Durch ein „Stocher-Tor“ (Röber) fing sich sein Team in der 83. Minute das 1:2, raffte sich danach aber noch mal auf, hatte dicke Ausgleichs-Chancen. Unter anderem durch einen direkten Freistoß von Ina Teltenkötter. Der wäre zum 2:2 eingeschlagen, doch die auf der Torlinie postierte Feldspielerin Pauline Watta, die eben erst Germanias 2:1 erzielt hatte, wehrte den Ball mit dem Kopf ab. Röber anerkennend: „An so ein Geschoss geht keine Spielerin mit dem Kopf ran. Nur Pauline, die ich früher in der U 17 trainiert habe, ist so verrückt.“
Borussias Trainer enttäuscht: „Fantastisches Spiel meiner Mannschaft. Ein Elfmeterschießen hätten wir echt verdient gehabt.“ Ähnlich habe sich sein Hauenhorster Kollege Igor Speter nach dem Abpfiff geäußert.
Röber, der seine Karriere nach der Saison beendet, bilanziert: „Tolle Mannschaft, toller Verein, tolles Umfeld. Ich bin froh, dass ich vier Jahre Teil dieser Familie sein durfte.“ Bevor seine Borussia-Zeit endet, stehen noch vier Punktspiele in der Landesliga an. Das erste davon am Sonntag ab 13.15 Uhr beim Tabellenvorletzten Schöppingen. Röber ahnt, dass es nach dem Pokal-Leckerbissen schwer wird, in den Liga-Alltag zurückzukehren. „Wir versuchen, jedes Spiel mit der nötigen Ernsthaftigkeit zu bestreiten. Ich verübele den Mädels aber gar nichts.“
Sonntag, 17.05.26 - 13.15 Uhr, Vechte-Stadion: ASC Schöppingen - Borussia-Frauen
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