Christoph Niemeyer
ESPELKAMP. Westfalenligist Borussia darf zumindest weiter hoffen. Im dritten Spiel unter der Leitung von Interimstrainer Roland Westers gelang dem Schlusslicht am Sonntag im Kellerduell beim punktgleichen Vorletzten Preußen Espelkamp der zweite Sieg in Folge – und das mit 4:2 (1:1)!
Vier Tore in einem Spiel! Das hatten die Borussen in dieser Saison noch nie zustandegebracht. „Normalerweise brauchen wir vier, fünf Partien für vier Tore“, nahm es Coach Westers nach dem Abpfiff locker-flockig-fröhlich.
Dumm nur, dass die Konkurrenz-Klubs auf den Plätzen über dem Strich auch punkteten: Rödinghausen II gewann 3:2 in Soest, Theesen mit 3:0 in Ahaus. So haben die Borussen weiterhin fünf Zähler Rückstand auf das rettende Ufer bei noch drei ausstehenden Partien.
Die Gäste legten auf dem Kunstrasenplatz in Espelkamp einen Blitzstart hin: Freistoßflanke Vincent Schulte, Kopfball Mats Hagel – 0:1 (3. Minute). Borussias Jubel war groß, zumal Schulte in der starken Anfangsphase der Dettener fast noch per Volley (7.) bzw. Kopfball (10.) erhöht hätte.
Doch auch für Espelkamp ging es um alles. Die Hausherren waren nicht geschockt, sondern drehten auf. Pass in die Tiefe, das neue Dettener Innenverteidiger-Duo Tom Bovenschulte und Max Siepmann – sie spielten für Ohde (5. Gelbe) und Langelage (verletzt) – war nicht eng genug an Baytar dran, der umkurvte noch Keeper Luca Dömer und schob aus spitzem Winkel zum 1:1 ein (12.).
Borussia steckte das weg, suchte weiter den Weg nach vorn. Markus Weidel schlenzte den Ball knapp am Kasten vorbei (16.). Dann gab es beinahe eine Dublette des 0:1, doch diesmal nickte Hagel den Schulte-Freistoß knapp am Tor vorbei (26.). Nur eine Minute später traf Schulte, der freie Schussbahn hatte, die falsche Entscheidung, hätte auf einen Haken verzichten sollen.
Und so brauchte Borussia Dusel, um das Remis mit in die Kabine zu nehmen. Erst rettete Dömer mit einer Glanzparade gegen Baytar, den Abpraller jagte Ristau an den linken Pfosten. Puuuh – 1:1 zur Pause.
Auch in der 2. Hälfte ein Dettener Blitzstart: Schulte flankte, Weidel legte das Leder zurück, Kürsat Özmen bugsierte es aus wenigen Metern ins kurze Eck – 1:2 (50.). Wieder währte die Freude nur kurz: Beyse war nach einer Flanke völlig frei, traf aus fünf Metern mit der Hacke zum 2:2 (55.). Espelkamp drückte, wollte den Führungstreffer. Und der schien in der 73. Minute fällig, als Baytar frei vor Dömer auftauchte, doch erneut rettete der linke Pfosten, Köses Nachschuss kratzte Bovenschulte von der Linie. Dann ließ Baytar (78.) eine mega Konterchance liegen.
Borussia setzte auf lange Bälle und Konter. So in der 80. Minute, als Espelkamps Stoll über den Ball trat, danach Özmen foulte – Schiri Krämer ließ erst Vorteil laufen – Samir Haxha schoss den Ball ins Netz – entschied dann aber doch auf Elfmeter. Oje, vom Punkt hatten die Borussen zuletzt zig Fahrkarten fabriziert. Tom Bovenschulte traute sich, zog ab – rechts oben schlug der Ball zum 2:3 ein (80.).
Espelkamp schmiss jetzt alles nach vorn, Borussia hatte Platz zum Kontern. Nach einer Freistoßflanke brachte Jonas Hans den Ball wieder vors Tor. Arne Moselage bedrängte Espelkamps Bollwicht, der das Leder zum 2:4 ins eigene Netz wuchtete (89.). Fast hätte Hans (90.+1) in der Nachspielzeit noch auf 2:5 gestellt, doch auch so bejubelte Borussia den Auswärtssieg – mit vier Toren!
Für gute Stimmung im Borussia-Bus gesorgt
Trainer Roland Westers freute sich nach dem Sieg auf die Rückfahrt
-cni- ESPELKAMP. Borussias Interimstrainer Roland Westers rief seine Spieler kurz nach dem Abpfiff in Espelkamp zum „Kreis“ zusammen, stimmte sie mit motivierenden Worten auf die restlichen drei Partien ein. Zur EV sagte er danach: „Alle anderen Konkurrenten haben auch gewonnen. Schade. Aber das können wir nicht beeinflussen. Wir können nur versuchen, das Maximum an Punkten aus den restlichen drei Partien zu holen – und müssen dann schauen, was rauskommt.
Wir hatten heute sicherlich auch Glück bei den beiden Aluminiumtreffern des Gegners. Wir hatten aber auch unsere Chancen, daher bin ich mit unserem Sieg zufrieden. Wir haben vier Tore geschossen – das hat Spaß gemacht.
Und wenn man am Ende hier in Espelkamp mit 4:2 gewinnt, dann kann man nicht viel falsch gemacht haben. Ich denke, die Stimmung bei unserer Rückfahrt im Bus wird besser sein, als sie es nach vielen anderen Auswärtsspielen zuvor war.“

