EMSDETTEN. Neun Pleiten in Folge – dann kam am Sonntag der ersehnte Befreiungsschlag. „Es ist einfach schön, mal wieder eine Trainingswoche zu haben, in der man die Jungs bei der Dienstageinheit nicht erst aufbauen muss, sondern bei der sofort gute Laune herrscht“, sagt Borussia Emsdettens Coach Roland Westers. Vor knapp zwei Wochen hatte er den zurückgetretenen Marc Wiethölter abgelöst, war mit einer 0:5-Schlappe in Mesum gestartet, feierte nun in seinem zweiten Spiel einen 2:1-Erfolg gegen den FSC Rheda.
„Wichtig, aber teuer erkauft“, sagt Westers über den Sieg. Denn am kommenden Sonntag muss das Westfalenliga-Schlusslicht auf drei absolute Stützen verzichten: Mittelfeld-Stratege Kai Deradjat und Abwehr-Chef Hendrik Ohde sahen die fünfte Gelbe, Innenverteidiger Mattes Langelage musste mit einer Oberschenkel-Verletzung runter. „Ein Faserriss oder eine Zerrung. Im Optimalfall ist Mattes in eineinhalb Wochen zurück, vielleicht ist die Saison für ihn aber auch rum“, sagt Westers, der gerne die Rote Laterne noch loswerden würde. Doch ausgerechnet nächsten Sonntag beim punktgleichen Tabellen-Vorletzten Espelkamp brechen ihm die Leistungsträger reihenweise weg. Jammern will er nicht: „Wir werden eine Mannschaft auf dem Platz haben, die sich zerreißt und die nicht komplett ohne Chance sein wird.“
Geht es nach Rhedas Trainer Christopher Hankemeier, kann sich Borussia noch Hoffnungen auf den Klassenerhalt machen, wie er auf der Pressekonferenz am Sonntag sagte. Westers dazu: „Wenn wir übers Rechnen reden, hat er recht.“ Rein rechnerisch nämlich könnte Borussia an den letzten vier Spieltagen den Fünf-Punkte-Rückstand noch aufholen. Doch erstens wäre man dabei auf Schützenhilfe angewiesen. Und zweitens: „Wir haben neun Mal in Folge verloren. Da kann man jetzt nicht davon ausgehen, dass wir nach Sonntag auch die nächsten vier Spiele alle gewinnen. Und das müssten wir wohl“, so Westers. Seine Herangehensweise: „Wir wollen das nächste Spiel gewinnen.“
Gegen Rheda schlug Borussias Torwart Luca Dömer die Kugel oft weit nach vorne. „Dass lange Bälle so verpönt sind, verstehe ich nicht. Die können auch gefährlich sein“, erklärt Westers. „Im Fußball sagen viele: ,Wir müssen Tiki-Taka spielen.‘ Ich sage: ,Wir müssen gewinnen.‘ Als Tabellenletzter musst du die Gegner nicht zwingend spielerisch auseinandernehmen. Es gibt ja Gründe, warum du da unten stehst. Das Schwere können wir machen, wenn das Einfache wieder funktioniert.“
Der Plan gegen Rheda seien aber keineswegs nur lange Bälle gewesen. Auch spielerisch wollte Borussia Akzente setzen. Das gelang unter anderem bei Kürsat Özmens erlösendem Siegtreffer (81.). Westers: „Das 2:1 war wirklich gut rausgespielt.“

