-mho-EMSDETTEN. Wie war die erste Woche für den alten und neuen Borussia-Trainer? „Turbulent halt mit alldem, was passiert ist“, antwortet Roland Westers. Nach dem 0:1 am vergangenen Sonntag gegen Ahaus, der achten Pleite in Folge, hatte Marc Wiethölter beim Westfalenliga-Schlusslicht hingeworfen. Westers, der Mitte 2025 den Job freiwillig abgegeben hatte, sprang als Feuerwehrmann für die restliche Saison ein. „Wenn man erst mal wieder auf dem Platz steht, ist es so wie früher: Es macht Spaß wie blöd. Die Jungs haben super mitgezogen. Ich denke, wir sind gut vorbereitet.“
Und zwar auf den SV Mesum, wo die Borussia am Sonntag um 15 Uhr zum Krisen-Derby antritt. Auch die Hausherren sammeln seit Wochen eine Pleite nach der anderen, ihr Vorsprung auf die Rotlichtzone ist auf sechs Punkte zusammengeschmolzen.
Weitaus dramatischer ist die Lage in Emsdetten: sieben Zähler Rückstand aufs rettende Ufer. Dass die Lage fast aussichtslos ist, damit will sich Westers nicht beschäftigen. „Wir wollen einfach dieses Spiel am Sonntag gewinnen. Alles andere ist gerade noch weit weg.“
Wiethölter hatte als einen Grund für seinen Abschied „infrastrukturelle“ Probleme genannt. „Ich hatte nicht die Bedingungen, die ich für meine Arbeit benötige.“ Westers irritiert das, infrastrukturelle Probleme „gibt es in der Form nicht. Das einzige ist: Wir haben keinen Kunstrasen. Da kann man drüber jammern oder es so akzeptieren. Wir müssen es akzeptieren.“ Am Donnerstag erst ploppte die Nachricht auf, dass es mit den erhofften Fördergeldern vom Bund nicht klappt. Zumindest in der ersten Runde des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“ wurde Borussia nicht berücksichtigt, „wir hoffen auf die zweite oder dritte Tranche“, so Westers.
Was könnte Wiethölter, der keine Details nennen wollte, sonst noch gestört haben? Westers sagt, in jedem Verein gebe es Dinge, die nicht perfekt laufen. „Das ist völlig normal. Ich weiß aber, wie sehr das Team drumherum sich um die Mannschaft kümmert.“ Womöglich sei Wiethölter von seinen Vorgänger-Vereinen so manches anders gewohnt gewesen. Westers vermutet aber eher, dass es die Niederlagen-Serie war, die seinen Vorgänger zermürbt habe.
Welche Änderungen plant der neue Coach sportlich gesehen? „Wir können gerne mehr Tore schießen, ist ja klar“, meint er schmunzelnd. Taktisch und personell? „Ich weiß es wirklich noch nicht. Theoretisch kann es sein, dass dieselbe Elf anfängt wie zuletzt. Im Training haben sich alle empfohlen.“
Das gilt nicht für Laurentiu Tuca (Bild), seine Saison dürfte wegen eines Muskelfaserrisses im Oberschenkel gelaufen sein.
Einen Nachfolger für den ebenfalls zurückgetretenen Co-Trainer Tim Plottek hat Borussia Emsdetten mittlerweile auch gefunden: Justus Schmitz übernimmt den Job parallel zu seiner Aufgabe als Coach der D-Jungs. Dort kickt Westers‘ Sohn Mats. „Nächste Saison“, so Roland Westers, „werde ich bei der Mannschaft dann Justus‘ Co-Trainer.“

