Update: Trainer Wiethölter wirft hin

21.04.2026

Marc Wiethölter ist nicht mehr Trainer des Fußball-Westfalenligisten. Die Gründe.

Marc Wiethölter tritt als Trainer von Borussia Emsdetten zurück. | Foto: Thomas Strack

„Ich bin nach dem Spiel am Sonntag zurückgetreten“, bestätigt er am Montagmittag die EV-Informationen. Schon auf der Fahrt zum Stadion habe er mit dem Gedanken gespielt. Nach der 0:1-Heimniederlage gegen Eintracht Ahaus – es war die achte in Folge – stand seine Entscheidung dann fest. Wiethölter hielt noch die Pressekonferenz ab, teilte es dann den Verantwortlichen mit. Die wollten ihn umstimmen. „Wir haben ihn gebeten, eine Nacht drüber zu schlafen“, schildert der Sportliche Leiter Hans-Dieter Jürgens. Mehrfach betont er: „Bei uns gab es in keiner Phase Überlegungen, ihn von seiner Aufgabe zu entbinden. Wir führen die Misserfolg-Serie in keiner Weise auf Marc zurück.“

 

„Es geht um rein infrastrukturelle Dinge“


Wiethölter wollte aber nicht mehr drüber schlafen, sein Entschluss stand fest. Er betont, mit niemandem bei Borussia ein persönliches Problem zu haben, schon mal gar nicht mit der Mannschaft. „Es gibt keine schmutzige Wäsche zu waschen. Bei Borussia sind viele tolle Menschen am Werk.“ Stattdessen: „Es geht um rein infrastrukturelle Dinge. Ich habe mir vieles bei Borussia anders vorgestellt.“ Wiethölter möchte nicht ins Detail gehen, erklärt aber: „Ich hatte nicht die Bedingungen, die ich für meine Arbeit benötige.“ Und: „Ich musste zu viele Kompromisse eingehen.“ Er habe seine Änderungsvorstellungen beim Verein platziert, es tat sich in seinen Augen jedoch zu wenig. Sportleiter Jürgens zu den von Wiethölter geforderten Verbesserungen: „Wir sind da dran gewesen. Das geht aber nicht von einem auf den anderen Tag.“ Wiethölter: „Vielleicht bin ich zu ungeduldig. Ich kann verstehen, wenn der eine oder andere jetzt sauer auf mich sein sollte.“


Der 48-Jährige betont darüber hinaus: „Gesundheitliche Aspekte spielen auch eine Rolle.“ Die Pleiten-Serie, der Sturz auf den letzten Tabellenplatz – all das setzte ihm zu, führte wochenlang zu schlaflosen Nächten. „Ich muss jetzt erst mal zur Ruhe kommen.“ Wie lange seine fußballfreie Zeit andauern wird, könne er nicht abschätzen.


Wiethölter will sich am Dienstag persönlich verabschieden


Nach dem Abpfiff am Sonntag hatte Wiethölter keine Gelegenheit, der Mannschaft seinen Rücktritt und die Gründe mitzuteilen. Die Spieler waren nach der 0:1-Schlappe am Boden, einige machten schnell den Abflug. „Ich wollte in der Kabine keine Rede schwingen, während einige Jungs schon weg sind und andere unter der Dusche stehen.“ Am Montagmorgen informierte er die Truppe in der gemeinsamen Whatsapp-Gruppe. Vor dem Dienstag-Training will er sich persönlich verabschieden. „Das wird sicherlich emotional.“ Von seinem Rücktritt erhoffe er sich nicht zuletzt, „dass es die letzte Patrone sein könnte“. Ein Trainerwechsel bringe vielleicht frischen Wind, um die sieben Punkte Rückstand aufs rettende Ufer noch aufzuholen.


Wer künftig an der Linie das Sagen haben wird, ist noch offen. Laut Jürgens wollen der bisherige Co-Trainer Tim Plottek, Torwarttrainer Holger Minnebusch und Athletikcoach Sascha Guetat weitermachen. Am Montagabend will sich die Sportliche Leitung um Jürgens und Marcel Langenstroer mit ihnen beraten.


In Jürgens‘ Augen ist die sportliche Misere unter anderem auf großes Ausfall-Pech und unglückliche Schiri-Entscheidungen zurückzuführen. „Marc und das gesamte Trainerteam haben sehr gute Arbeit geleistet.“ War Jürgens überrascht von Wiethölters Rücktritt? „In der Situation habe ich nicht damit gerechnet“, antwortet er. „Ich habe aber gemerkt, dass diese Niederlagen-Serie sehr an ihm gezerrt hat. Wie er es darstellt, war er mit seinen Kräften am Ende.“

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