Borussias allerletzte Chance

18.04.2026

Fußball: Westfalenliga-Schlusslicht braucht gegen Ahaus dringend ein Erfolgserlebnis

-mho-EMSDETTEN. Der Strohhalm, an den sich Borussia Emsdetten klammern muss, wird immer dünner. Wenn der Westfalenliga-Letzte am Sonntag zu Hause gegen Ahaus gewinnt, könnte er bis auf drei Punkte an die Nichtabstiegsplätze ranrücken. Aber nur, wenn zeitgleich Neuenkirchen gegen Soest verliert. Die Wenns, sie nehmen zu...

Das 1:3 am vergangenen Sonntag in Soest war die siebte Niederlage in Folge. Auf die übliche Nachbesprechung am Dienstag in der Kabine verzichtete Coach Marc Wiethölter, sondern hielt sie kurz und knapp vorm Training auf dem Platz ab. „Was soll ich groß auf Dinge hinweisen, die offensichtlich sind“, erklärt er. Unübersehbar hatte in Soest bei Borussia in der ersten Halbzeit das Feuer gefehlt. Nach dem schnellen Rückstand (2.) lag die Elf am Boden und machte bis zum Pausenpfiff wenig Anstalten, sich aufzuraffen. „Das hat viel mit dem Kopf zu tun“, sagt Wiethölter. „Es wäre egal gewesen, ob nach dem frühen 0:1 am Rand Jürgen Klopp, Julian Nagelsmann oder José Mourinho steht. Da hättest du einen Psychiater gebraucht.“

Abgesehen von dieser ersten Halbzeit könne er seinem Team in den vergangenen Wochen keinen Vorwurf machen, auch die Trainingsintensität stimme stets, ebenso die Stimmung im Team. „Die Jungs glauben weiter an sich.“ Nach abgesessener Vier-Spiele-Sperre ist ab sofort auch Innenverteidiger Hendrik Ohde(Bild) wieder dabei. Allein schon als Lautsprecher sei sein Kapitän auf dem Platz wertvoll, betont Wiethölter. Vincent Schulte muss nach seinem Platzverweis noch ein Spiel zuschauen. Ob es bei Mats Hagel (krank) und Tom Bovenschulte (Zeh) reicht, ist fraglich.

In schweren Zeiten rückt die Borussia eng zusammen. Das Westfalenliga-Team will sich Sonntag schon im Laufe des Vormittags treffen, eine Kleinigkeit zusammen essen, die Reserve bei deren A-Liga-Abstiegskampf gegen Emsdetten 05 II anfeuern und sich noch mal auf Ahaus einstimmen. Der Aufsteiger steht als Tabellen-Neunter ordentlich da, braucht aber nach zuletzt sechs sieglosen Spielen (drei Remis) auch noch Punkte. Dass es bei der Eintracht derzeit weniger rund läuft, dürfte mit dem Ausfall von Lennart Varwick zusammenhängen. „Ihr Bester“, sagt Wiethölter über den Allrounder, der aufgrund seiner Knieverletzung auch in Emsdetten noch fehlen wird. Doch auch ohne ihn sei Ahaus „eine sehr reife, erwachsene Mannschaft“, so Wiethölter. Unter anderem warnt er vor Christopher Behrendt, mit 18 Toren zweitbester Schütze der Liga hinter Mesums Julin Muthulingam (19). Er hatte auch beim 1:0-Hinspielsieg gegen Borussia getroffen.

Henrik Ohde