Seit Sonntag ist Borussia Liga-Schlusslicht, sechs Punkte entfernt vom rettenden Ufer. Dort, auf Rang 13, liegt ein anderes Krisen-Team: Der SuS Neuenkirchen hat acht seiner letzten neun Spiele verloren. Einzige Ausnahme war der 3:1-Heimsieg am 8. März gegen die Borussia, die in all ihren Partien nach der Winterpause als Verlierer vom Platz ging. Insgesamt sieben Mal in Folge.
„Ich hatte eine scheiß Nacht“, sagte Wiethölter am Montag. „Dem einen oder anderen Spieler ging es auch so.“ Von einigen der Jungs erhielt der Coach private Nachrichten, manche entschuldigten sich für ihre individuellen Patzer in Soest. „Das müssen sie gar nicht tun, das macht ja keiner mit Absicht. Ich stelle mich weiter vor die Jungs. Gestern haben mir dafür aber die Argumente gefehlt.“
„Allmählich ist meine Trickkiste leer“
Wiethölter verlangt auf dem Platz als Grundelement Leidenschaft, die er in Soest aber oft vermisste. Nach dem frühen 0:1 (2.) trommelte er umgehend seine Elf an der Trainerbank zusammen. „Ich wollte ihr Mut zusprechen, damit wir uns nicht – so wie gegen Kaunitz – direkt das 0:2 fangen. Hat nicht geklappt.“ Bereits in der 13. Minute klingelte es erneut im eigenen Kasten. „Allmählich ist meine Trickkiste leer“, sagt der Coach dazu.
Was ihm ein gutes Gefühl gibt: Von allen Seiten erhält Borussias Trainerteam Zuspruch. Am Mittwoch vor dem Soest-Spiel erst betonte Vorsitzender Henrik Helmer: „Wir stehen bedingungslos hinter euch.“ Wiethölter denkt auch keineswegs daran, in den Sack zu hauen. Er stellt aber klar: „Einen Auftritt wie in der 1. Halbzeit in Soest gucke ich mir nicht noch sechs Wochen lang an.“ Der Gegner sei fußballerisch nicht besser gewesen, sondern habe einfach mehr gebrannt. Und das dürfe Borussia keinesfalls passieren.