Marius Holthaus
EMSDETTEN. Alle vier bisherigen Punktspiele nach der Winterpause hat Westfalenligist Borussia Emsdetten verloren, rutschte vorigen Sonntag mit dem 0:2 in Theesen auf den drittletzten Rang ab. Wie lebt es sich auf einem Abstiegsplatz? „Das ist bei uns nur beiläufig ein Thema“, antwortet Trainer Marc Wiethölter. „Natürlich macht sich jeder seine Gedanken. Aber es herrscht keine Beerdigungs-Stimmung.“ Für ihn selbst sei es in der gegenwärtigen engen Konstellation im Tabellenkeller auch kein großer Unterschied, ob Borussia unterm oder knapp überm Strich steht. Das ändere nichts an der Herangehensweise, die da laute: weiter schuften, Punkte holen. Dass es damit bei noch zehn verbleibenden Partien dringend Zeit wird, unterstreicht Wiethölter mit diesem Satz: „Wir müssen jedes Spiel wie ein Endspiel nutzen.“
Borussia (21 Punkte) bestreitet in diesen Wochen reihenweise Duelle gegen direkte Keller-Konkurrenz. Sonntag kommt der SV Rödinghausen II (23 Zähler). „Mit einem Sieg“, so Wiethölter, „wären wir schon wieder runter von den Abstiegsplätzen. Das ist das Ziel, könnte aber eine Herkulesaufgabe werden.“ Die Gäste sind derzeit schwer in Fahrt, haben aus ihren jüngsten drei Spielen sieben Punkte geholt und dabei sogar 3:2 beim damaligen Tabellenführer Kinderhaus gewonnen. Die gesamte Saison über schon erhält das Team personelle Untersützung von der ersten Mannschaft. Die steckt in der Regionalliga ebenfalls im Abstiegskampf, musste aber schon am Freitagabend in Lotte ran, was es einfacher machen dürfte, am Sonntag der Reserve zu helfen. Wiethölter: „Ich rechne damit, dass drei bis vier von oben dabei sein werden. Das macht mich aber nicht schlaflos.“ Ähnlich war es schon im Hinspiel, damals kassierte Borussia spät das entscheidende 0:1 (79.).
Wiethölter warnt vor der Standard-Stärke der Gäste. Und: „Das sind alles gut ausgebildete Zocker. Wir müssen ekelig sein, denen ein bisschen die Lust am Zocken nehmen.“ Ebenso wichtig: Borussia braucht vorne einen Brustlöser. Ihr letztes Punktspiel, in dem sie in Führung gingen, war der 3:1-Sieg am 16. November in Ostinghausen. Es folgten fünf Westfalenliga-Partien mit insgesamt nur einem eigenen Treffer. Die guten Ansätze nahmen zuletzt zu, Torchancen waren da. „Deswegen bin ich auch weit davon entfernt, maßlos enttäuscht zu sein“, meint Wiethölter. Nur belohnen müssten sich seine Jungs endlich mal.
Im Verein seien alle enger zusammengerückt. Zudem hofft der Coach am Sonntag auf viele Fans: „Das kann auch was ausmachen.“ Zumal es personell laut Wiethölter weiter „Spitz auf Knopf“ steht. Jule Hölscher erlitt in Theesen eine Gehirnerschütterung, ist ebenso fraglich wie Vincent Schulte (Bild - Fuß) und Mats Hagel (Knie). Kapitän Hendrik Ohde ist noch drei Spiele gesperrt. Eine gute Nachricht aus dem prall gefüllten Lazarett: Samir Haxha dürfte in den Kader zurückkehren.

