Hagels Traumtor reicht Borussen nicht

19.03.2026

Kreispokal-Viertelfinale: FCE setzt sich mit 2:1 gegen Borussia Emsdetten durch / Zwei Standards führen zu Gegentoren

Von , Kai Lübbers,Marius Holthaus

GREVEN-RECKENFELD. 116 Tage lang musste der Borghorster FC (3:1-Sieg gegen den SV Burgsteinfurt am 22. November, d. Red. ) auf seinen Halbfinalgegner im Fußball-Kreispokal warten.

Seit Mittwochabend, kurz vor 21.30 Uhr, steht fest: Es ist der FC Eintracht Rheine. Mit 2:1 setzte sich der Oberligist gegen den Westfalenligisten Borussia Emsdetten durch.

Dabei sah es vor 180 Zuschauern auf dem Kunstrasenplatz in Reckenfeld zuerst danach aus, als würde die eine Klasse tiefer angesiedelte Mannschaft von Trainer Marc Wiethölter das Rennen machen: Schon in der 3. Minute gingen die Borussen in Führung, als sie einen hohen Ballgewinn verzeichneten, Mats Hagel vom linken Sechzehner-Eck abzog und der Ball oben im linken Torwinkel einschlug – ein Traumtor als furioser Start.

Danach berappelte sich der Favorit aus Rheine ohne allerdings die zündende Idee zu haben, wie man die clever verschiebenden Borussen den wohl bespielen könnte. Nach 28 Minuten wurde der FCE zum ersten Mal gefährlich: Luca Meyer luchste Torschütze Hagel die Murmel ab, spielte auf den Flügel zu Josha Häusler, dessen Schuss von rechts aber über den Kasten von Luca Dömer ging. Die Borussen lauerten auf Umschaltmomente. Kai Deradjat probierte es mit einem frechen Heber aus der eigenen Hälfte, kein Problem für FCE-Torhüter Matthias Bräuer. Bei einer scharfen Hereingabe brachte Tugay Gündogan am zweiten Pfosten lauernd nicht mehr genug Saft hinter den Schuss, wieder Dömer ohne Mühe. So ging es mit dem 1:0 für die Mannschaft von Trainer Marc Wiethölter in den neuen Kabinentrakt der Sportanlage am Wittlerdamm. Aus dem der Fünftligist mit neuem Elan kam: Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld von Fabian Kerellaj stieg Bennet van den Berg am höchsten und köpfte den Ball ins lange Ecke zum Ausgleich (55.). Gut zehn Minuten später rettete Borussias Arne Moselage bei einem Kopfball von Häusler für den schon geschlagenen Keeper Dömer. Julius Hölscher hätte seine Borussia gegen seinen alten Verein fast in Führung gebracht, seinen Flachschuss nach Zuspiel von Moselage entschärfte Bräuer mit einer Glanztat.

Es klingelte aber nach 72. Minuten auf der anderen Feldseite, wieder war der Ausgangspunkt ein Freistoß aus dem Halbfeld von Kerellaj. Moselage unterlief den Ball, dahinter lauerte der mit aufgerückte Adrian Wanner und traf aus zehn Metern volley ins Tor. In der Nachspielzeit zog der eingewechselte Markus Weidel noch mal aus 18 Metern volley ab – drüber, der FCE stand im Halbfinale! „Wir hätten mehr verdient als eine Niederlage. Ich bin absolut zufrieden mit der Art und Weise, wie wir aufgetreten sind. Das muss die Basis für die nächsten Wochen sein“, analysierte Borussias Trainer Wiethölter. Sein Trainerkollege Christian Bienemann war nicht ganz so angetan: „Das war sicher die schlechteste Leistung, seitdem ich FCE-Trainer bin. Zweikampfverhalten, Intensität, Körperspannung, das war mir von allem zu wenig, vor allem in Halbzeit eins. In der zweiten Halbzeit haben wir eine Reaktion gezeigt, da haben wir sauberer Fußball gespielt.“

Im Semifinale wartet der Borghorster FC in der heimischen Schöken´s Arena auf den FCE. Gespielt wird an Gründonnerstag, 2 April, um 19 Uhr.

Startaufstellung Borussia Emsdetten: Dömer – Dirks, Bovenschulte, Ohde, Moselage – Hagel, Deradjat – Hölscher, Schulte, Tuca – Özmen

FC Eintracht Rheine: Bräuer – Petruschka, Niehues, Wanner, Pinto – Meyer, Wald – Häusler, Kerellaj, Gündogan – van den Berg

mats-hagel