Borussia hofft auf kurze Ohde-Sperre
Nach seinem Platzverweis am Sonntag gegen Maaslingen muss Kapitän Hendrik Ohde bei Westfalenligist Borussia Emsdetten nun erst mal zuschauen. | Foto: THOMAS STRACK
Wie lange fehlt Kapitän Hendrik „Henni“ Ohde? Das ist die brennende Frage beim abstiegsbedrohten Westfalenligisten Borussia Emsdetten. Bei der 0:3-Heimpleite am Sonntag hatte der Innenverteidiger in der 35. Minute glatt Rot gesehen. „Saudumm von Henni“, meint Trainer Marc Wiethölter zu der Szene. Ohde selbst habe eingeräumt: „Darf ich so nicht machen.“ Gleichzeitig stellt Wiethölter klar: „Eine sehr, sehr harte Rote Karte. Vier Wochen Sperre wären für mich eine Farce.“
Laut Referee David Hartenstein (Wiethölter: „Insgesamt fand ich das Schiri-Gespann gut“) traf Ohde im Laufduell Maaslingens Bastian Rode „mit einer bewussten Schlagbewegung mit dem Arm Höhe Hals/Schlüsselbein“. Die Trainer beider Teams haben mittlerweile die Videobilder gesichtet. Laut Wiethölter sind sie sich einig: „Gelb hätte gereicht.“
Wiethölter: „Das ist niemals eine Tätlichkeit“
Die Szene, so Wiethölter, „hat auch eine Vorgeschichte. Henni ist 30 Sekunden vorher von dem Maaslinger gefoult worden, das wurde nicht gepfiffen.“ Während die Gäste einen Angriff über ihre rechte Seite Richtung Emsdettener Tor fuhren, kam es in der Mitte zum Laufduell zwischen Ohde und Rode. Wiethölter: „Henni geht aktiv in ihn rein, checkt ihn weg. Das ist niemals eine Tätlichkeit.“ Daher hofft er, dass es statt der üblichen vier Wochen bei einer oder zwei Wochen Sperre bleibt. Das Video liege dem Staffelleiter vor.
Mittwoch im Pokal-Viertelfinale gegen Oberligist FCE Rheine (Anstoß auf dem Kunstrasen in Reckenfeld ist um 19.30 Uhr) kann Ohde aber keinen Teil der Sperre absitzen, sondern wäre hier spielberechtigt. Wiethölter will die Partie zwar nicht abschenken, hofft, sein Team tanke gegen den Favoriten Selbstvertrauen. Klar ist aber auch: „Das Pokalspiel können wir zum jetzigen Zeitpunkt gar nicht gebrauchen.“ Alle Konzentration gilt dem Kerngeschäft, also dem Kampf um die Klasse in der Westfalenliga. An diesem 20. Spieltag haben alle Mannschaften von Platz 10 abwärts gepunktet. Einzige Ausnahme: Emsdetten. Als Viertletzter steht die Borussia noch einen Rang überm Strich, die drei Teams darunter haben allesamt nur einen Zähler weniger.
Wiethölter will neun Punkte aus den nächsten vier Spielen
„Die nächsten vier Spiele sind brutal wichtig“, sagt Wiethölter mit Blick auf die Duelle beim VfL Theesen (22. März), gegen Rödinghausen II (29. März), Kaunitz (Nachholspiel an Ostermontag, 6. April) und in Soest (12. April). Alles direkte Abstiegskonkurrenten. Wiethölters Zielsetzung dabei: „Neun Punkte“. Immerhin: Auf die aktuellen Top 3 der Liga (Maaslingen, Kinderhaus, Peckeloh) trifft Borussia in dieser Saison nicht mehr, hat sie alle zu Beginn der Rückrunde abgearbeitet.
Ansonsten reißen die Hiobsbotschaften nicht ab. Beim Aufwärmen vor dem Spiel am Sonntag gegen Maaslingen musste Samir Haxha mit einer muskulären Verletzung abwinken. Dann knallte Innenverteidiger Mattes Langelage Ende der ersten Halbzeit auf den Rücken, wurde mit Atemproblemen kurz nach der Pause ausgewechselt. „Mattes hat es im Krankenhaus checken lassen. Es ist nix kaputt, aber eine schwere Prellung“, so Wiethölter. Für Sonntag in Theesen könnte es eng werden. Sicher nicht zur Verfügung steht dann Tom Holöchter. Der kürzlich reaktivierte Borusse überzeugte sowohl gegen Peckeloh als auch jetzt gegen Maaslingen, ist nun aber erst mal im Urlaub und kann aufgrund seiner Knie-Beschwerden ohnehin nur einmal die Woche trainieren.
Ein anderer Lichtblick gegen Maaslingen war Vincent Schulte, der anstelle von Kürsat Özmen (saß zunächst auf der Bank) vorne drin auflief, sich mit großem Einsatz aufrieb. Wiethölter: „Vincent ist vorangegangen. Das kann er öfter machen. Ich sehe so viel Potenzial in dem Jungen.“
Schulte bereitete auch per Freistoß Langelages Kopfballchance (25.) und per Dribbling die dicke Gelegenheit von Kai Deradjat (66.) vor. Doch wie so oft bekam Borussia die Pille nicht ins Netz. „Davon muss man mal einen wegmachen“, fordert Wiethölter. Denn sonst wird‘s auch schwierig mit seiner anderen Ansage: „Wir müssen jetzt anfangen zu punkten.“

