EMSDETTEN. Katastrophen-Spieltag für Westfalenligist Borussia Emsdetten. 0:3 (0:1)-Heimniederlage am Sonntag gegen RW Maaslingen. Sämtliche Abstiegskonkurrenten punkteten. Obendrein Kapitän Hendrik Ohde mit einer glatt Roten Karte verloren. Ihm droht eine vierwöchige Sperre. Trainer Marc Wiethölter hofft noch, dass die Videobilder entlastende Argumente pro Ohde liefern. Die Wahrnehmung des Schiri-Gespanns klingt jedoch nicht gut.
Im Bericht heißt es: „Abseits des Spielgeschehens, während des Laufduells, kommt es zu einer Tätlichkeit durch die Nummer 5.“ Die gehört Ohde, er habe Maaslingens Bastian Rode in der 35. Minute „mit einer bewussten Schlagbewegung mit dem Arm Höhe Hals/Schlüsselbein“ getroffen.
Zu dem Zeitpunkt lag Borussia nach einem verkorksten Start bereits 0:1 zurück. In der Anfangsphase schnürte Titelkandidat Maaslingen die verunsicherten Hausherren hinten ein, sammelte mehrere Ecken. Einmal rettete Laurentiu Tuca für Keeper Luca Dömer, dann schaute Dömer bei einer Bogenlampe nur zu, wie der Ball von der Latte zurück ins Feld sprang. In der 9. Minute war das Glück schließlich schon aufgebraucht: Einen unplatzierten 19-Meter-Flachschuss von Kadir Yildirim ließ Dömer nach vorne abprallen, Rode staubte zum 0:1 ab. Wiethölter: „Luca sieht den Ball zu spät. Man muss ihm auch mal zugestehen, dass er ihn nicht festhält, er hat uns schon oft genug den Arsch gerettet.“ Nur eine Minute später fast das 0:2, nach einem Ohde-Stockfehler war Yildirim frei durch, lupfte den Ball auf die Latte.
Jetzt endlich stabilisierte sich die Borussia. Mattes Langelage per Kopf und nach der anschließenden Ecke Kai Deradjat mit einem satten Schuss scheiterten an Maaslingens stark reagierendem Schlussmann Marcel Redeker (25.).
Zehn Minuten später dann besagter Platzverweis: Bei einem Maaslinger Angriff ging Gäste-Akteur Rode weit weg vom Ball plötzlich zu Boden, musste lange behandelt werden. Den fälligen Elfer drosch Magnus Giersdorff rechts neben das Gehäuse. Borussia blieb also in der Verlosung, überstand in Unterzahl die Zeit bis zur Pause gut – verpennte aber den Start in die zweite Halbzeit. Die war erst wenige Sekunden alt, als Maaslingen auf der rechten Seite viel zu viel Platz hatte und Atakan Kurnaz den Ball überlegt flach ins lange Ecke zum 0:2 schoss (46.).
Es kam noch dicker für Emsdetten, nach Ohde musste mit Langelage auch der zweite Innenverteidiger runter (57.), ihn plagen laut Wiethölter „akute Rückenprobleme“. Trotz allem mühte sich Borussia weiter, kam zu Möglichkeiten. Die beste in der 66. Minute: Starke Vorarbeit von Vincent Schulte, sein Flachpass in die Mitte ging etwas in den Rücken von Deradjat, der zwei Meter vorm Kasten den Ball nicht über die Torlinie gedrückt bekam. Die Borussen und ihre Abschlussschwäche – ein Drama. Auf der anderen Seite machte Yildirim gegen eine luftiger werdende Emsdettener Hintermannschaft mit dem 0:3 alles klar (77.).
Immerhin: Borussia steht als Viertletzter weiter überm Strich. Doch die drei Teams darunter haben alle nur noch einen Punkt weniger. Die Luft wird dünn und dünner.
„Die Rote Karte hat das Spiel gekillt“ Die Trainerstimmen -mho-EMSDETTEN. „Bis zum 0:1 in der 9. Minute waren wir gar nicht drin im Spiel“, sagte Borussia-Trainer Marc Wiethölter . Danach habe sich seine Mannschaft aufgebäumt, ehe die Rote Karte gegen Ohde „das Spiel gekillt“ habe. Über das 0:2 kurz nach dem Seitenwechsel: „Wenn man so aus der Halbzeit kommt und wieder eine Minute braucht, bis man da ist, muss man sich nicht wundern. Die Jungs hinterfragen sich gerade selbst am meisten. Wir müssen das Glück erzwingen, das klappt aber gerade nicht.“ Seine Auswechslungen dienten vor allem dem Zweck, von Gelb-Sperren bedrohte Spieler zu schützen, da nun wichtige Punktspiele anstehen. Wiethölter: „Was gerade stört, ist das – Tschuldigung – scheiß Pokalspiel am Mittwoch.“ Er plane, Jungs aus der Zweiten dazuzuholen. Maaslingen-Coach Sergej Bartel : „In den ersten 20 Minuten haben wir zwei, drei Situationen, in denen wir auch ein Tor mehr machen können. Es ging heute um keinen Schönheitspreis. Sieg ist Sieg. Ich drücke euch die Daumen, dass ihr jetzt jedes Spiel gewinnt. Ich will wirklich, dass dieser sympathische Verein in der Liga bleibt, da gehört er hin.“

