-mho-EMSDETTEN. Ist jedem bei Borussia Emsdetten die heikle Lage bewusst? „Natürlich, wir können ja alle lesen“, antwortet Trainer Marc Wiethölter. Nur einen Rang und zwei Punkte liegt der Westfalenligist über der Abstiegszone. 16 Tore in 18 Saisonspielen sind der mit Abstand grottigste Wert aller Teams. Die jüngste 1:3-Derby-Pleite in Neuenkirchen lieferte eine Blaupause dafür, warum Borussia da unten drin steckt. Die eigenen Torchancen versemmelt, umgekehrt den Gegner zu Treffern eingeladen. „Ja, da kann man ein Ausrufezeichen hinter setzen“, meint Wiethölter dazu. Markus Weidel etwa leitete mit einem Fehlpass das 0:1 ein. „Der Junge hat danach die ganze Nacht nicht geschlafen“, weiß Wiethölter. Der aber weit davon entfernt sei, „jetzt in Aktionismus zu verfallen. Ich bin überzeugt davon, dass wir schnell in die Erfolgsspur zurückkehren.“
Vielleicht schon an diesem Sonntag. Die Heim-Aufgabe ab 15 Uhr gegen RW Maaslingen hat es jedoch in sich. Die Gäste haben ihre bislang einzigen beiden Schlappen gegen Ostinghausen und Kinderhaus gleich zu Beginn der Saison kassiert, sind seit dem 24. August 2025 ungeschlagen! „Eine sehr reife Mannschaft. Sie spielen es nüchtern, sachlich, seriös runter“, sagt Wiethölter über den Tabellen-Zweiten. Maaslingens Innenverteidiger verfügen über Gardemaß und fußballerische Klasse, der Rest der Truppe ist eher klein gewachsen. „Sie können ein Spiel auch mit Einzelaktionen killen“, warnt Wiethölter, dessen Team in der Hinserie in Ostwestfalen erst in der 83. Minute das Tor zur 1:2-Niederlage kassierte. Und damit kommen wir zu Emsdettens Mutmacher-Themen. „Abgesehen vom 0:3 im Hinspiel gegen Neuenkirchen waren wir nie chancenlos“, merkt der Coach an. Die Borussia habe immer ihre auf mehrere Schultern verteilten Torchancen gehabt, müsse die Dinger nur endlich wegmachen. Wiethölter denkt hierfür über personelle Änderungen in der Offensive nach.
Der Trainer sagt deutlich: Die Zeit für irgendwelche Ausreden sei vorbei, „egal, ob wir auf Kunstrasen, auf einer Wiese oder auf dem Parkplatz spielen“. Jeder solle sich auf seinen Job fokussieren.
Fehlen wird Jule Hölscher (5. Gelbe). Daneben gebe es im Kader „viele Halbfitte“ wie Dirks, Fislage, Altemöller und Haxha, „die aber alle beißen. Das zeigt, dass alle den Ernst der Lage erkennen“. Beim intensiven Donnerstag-Training zogen 19 Mann mit, zeigten Gier, die Probleme zu beheben und gegen Maaslingen zu überraschen. Wiethölter: „Wir haben richtig Bock auf Sonntag.“

