Kai Lübbers
NEUENKIRCHEN. „Wenn man solche Fehler macht, dann reicht es halt nicht. Bitter!“, zog Borussia Emsdettens Trainer Marc Wiethölter ernüchtert sein Fazit. Mit einer 1:3 (0:0)-Niederlage am Sonntag beim SuS Neuenkirchen schlittert der Westfalenligist noch weiter runter Richtung Abstiegssumpf.
Bei Borussias Patzern hieß der Nutznießer auf SuS-Seite Fin Menzel, der die Fehler von Markus Weidel vor dem 1:0 und Julius Hölscher vor dem 2:1 eiskalt bestrafte und mit dem 3:1 in der Nachspielzeit den Deckel draufmachte.
Dabei fanden die Borussen gut in die Partie: Stürmer Kürsat Özmen hatte per Drehschuss aus 18 Metern die erste Gelegenheit vor 270 Zuschauern – knapp drüber.
Auf dem holprigen Rasenplatz waren beide Teams zunächst auf Fehlerminimierung aus, viele lange Bälle prägten die Szenerie im Waldstadion. Nach einer Viertelstunde landete ein langer Schlag von SuS-Verteidiger Mehmet Kaya bei Joshua Roß, der Flügelstürmer schoss aber am langen Eck vorbei.
Gefährlicher wurde es da auf der anderen Seite, als Borussen-Zehner Kai Deradjat von Özmen bedient wurde, den Ball aber aus vier Metern links neben die von Lukas Greiwe gehütete SuS-Kiste setzte.
Ab und zu blitzte dann doch Kombinationsspiel auf, so nach einer halben Stunde, als der Ball über die SuS-Stationen Felix Wiggers und Marvin Egbers bei Lennart Theismann landete, dessen Schuss ins kurze Eck Borussen-Keeper Luca Dömer vor keine große Herausforderung stellte. 0:0 zur Pause.
Sieben Minuten lief die Partie wieder im zweiten Durchgang, da hoffte die SuS-Dreierkette um Kaya, Fynn Onken und Paul Winnemöller auf ein Eingreifen von Keeper Greiwe, der kam aber nicht aus dem Kasten, Julius Hölscher eroberte den Ball, scheiterte aber aus kurzer Distanz an Greiwe.
Quasi im Gegenzug der SuS-Treffer: Markus Weidel wollte den Ball an der rechten Außenlinie zurückspielen, Menzel roch den Braten, gewann in der Mitte den Zweikampf gegen Mattes Langelage und schob zum 1:0 für die Hausherren ein (56.).
Aber auch auf der anderen Seite stellten sich Patzer ein: Vincent Schulte war nach einer Bogenlampe eher am Ball als SuS-Keeper Greiwe, erlief den Ball links im Strafraum, zog ab, Kaya warf sich in den Schuss und fälschte ihn noch entscheidend in die eigenen Maschen ab – der Ausgleich (72.).
Wieder nur fünf Minuten später der nächste Lapsus: Hölscher, rechter Verteidiger in der Borussen-Dreierkette, ließ sich an der Außenlinie den Ball von Joshua Roß abjagen, der bediente Menzel, der elf Meter vor Dömer keine Mühe hatte, den Ball zum 2:1 zu versenken (77.).
In der achtminütigen Nachspielzeit warfen die Borussen alles nach vorne und wurden noch mal eiskalt erwischt: Luca Bültel steckte durch auf Menzel, der den Ball an Dömer zum 3:1 vorbeispitzelte.
SuS-Trainer Alexander Zerche nach zuvor vier Pleiten am Stück: „Bei uns ist nach dem Sieg extrem viel abgefallen. Ich bin froh, dass die Jungs das umgesetzt haben, was wir uns in der zweiten Hälfte vorgenommen haben: die Intensität hochhalten und weiter Nadelstiche setzen.“

