Christoph Niemeyer
EMSDETTEN. Der Treffer zum 0:2-Endstand für den SC Peckeloh in der 85. Minute erregte am Sonntagnachmittag die Gemüter der enttäuschten Borussen-Fans im Walter-Steinkühler-Stadion. Klar, beim Stand von 0:1 lebt die Hoffnung, dass vielleicht noch ein Ding durchrutscht, oder „Henni“ Ohde bei einem Standard den Kopf an den Ball bekommt und so noch der glückliche, wenn auch nicht verdiente Ausgleich fallen könnte.
Das war passiert: Borussia-Freistoß am eigenen Sechzehner. Langelage führte diesen schnell aus, schoss Peckelohs Mehmeti an, von diesem prallte der Ball vor die Füße seines Klub-Kollegen Nemtsis, der zum 0:2 einschob. Und die rot-weißen Fans auf die Palme brachte. „Abseits!“ „Abstand nicht eingehalten!“ „Das musst du doch sehen!“ Der Schiri-Assistent an der Tribünen-Seite musste sich einiges anhören. Referee Prinssen hatte sich nach dem Freistoß-Pfiff für Borussia abgewandt, hatte die Szene nicht im Blick. Sein Assistent schon. Den VAR gibt es in der Westfalenliga nicht. Der Treffer zählte. Bitter für Borussia. Denn selbst Gäste-Coach Lombardi gab zu: „Mehmeti macht eine aktive Bewegung, um die Ausführung des Freistoßes zu verhindern, das Tor hätte nicht zählen dürfen.“ Applaus gab es dafür von den Borussen bei der Pressekonferenz nach der Partie.
Fakt ist aber auch: Der Peckeloh-Sieg ist klar verdient. Der Gast war fußballerisch eine Klasse besser als Borussia, zeigte vor allem in der 1. Hälfte einen guten Spielaufbau, während auf der Gegenseite fast nur der Zufall und „lang Holz“ regierten.
Doch: Borussia hatte auch Chancen. Die zweitbeste schon in der 1. Minute, als Özmen nach der Flanke von Schulte, der auf der rechten Seite agierte, die Zehenspitze an den Ball brachte, der aber links am Kasten vorbeiflog.
Die beste Möglichkeit hatte erneut Özmen, und zwar direkt nach dem 0:1. SCP-Torwart Rodehutskors misslang ein Abschlag, der Ball fiel dem Borussen-Stürmer acht Meter vor dem Tor in zentraler Position vor die Füße. Den muss er doch machen! Macht er aber nicht. Özmen legt quer, der Assistent hebt die Fahne – Abseits! Da schwand manchem Borussen-Anhänger der Fußball-Verstand.
Nur eine Minute zuvor hatte Langelage sich verschätzt, dadurch bekam Dautovic Platz, zog aus 20 Metern ab, traf wunderschön rechts oben ins Eck – das 0:1 (32.).
Die Borussen, die durch Ohde noch eine Kopfballchance gehabt hatten (6.), standen tief, verteidigten engagiert, doch ein Offensiv-Plan war nicht zu erkennen.
Peckeloh kontrollierte die Partie, versuchte zu kombinieren, hatte gute Chancen durch Korniyenko (16., 27. u. 41.). Das 0:1 zur Pause war verdient. Auch wenn Hagel (43.), der es wie Bayerns Kimmich beim 3:2-Siegtreffer in Dortmund versuchte, Pech hatte, dass er den Ball zu zentral aufs SCP-Tor brachte.
Nach der Pause wurde Borussia etwas mutiger, wechselte mehrmals offensiv, hatte aber keine Torchance. Auf der Gegenseite hätte allein der eingewechselte Nemtsis (82., 83. und 90.) für ein noch deutlicheres Resultat sorgen können.

