-mho-EMSDETTEN. Herkulesaufgabe für Westfalenligist Borussia Emsdetten. „Großartig rechnet wohl keiner mit uns“, sagt Trainer Marc Wiethölter. Zu Gast beim ersten Punktspiel im neuen Jahr ist am Sonntag um 15 Uhr der SC Peckeloh. Der hat nur vier Punkte mehr auf dem Konto als der Tabellen-Elfte Borussia. Doch die Favoritenrolle ist extrem eindeutig verteilt.
Das liegt zum einen an der Personallage bei den Hausherren. Neben den Langzeitverletzten Max Siepmann, Linus Schnieders, Elias Ernst und Henrik Laumann brechen ganz frisch noch zwei absolute Stützpfeiler weg. Mittelfeldregisseur Kai Deradjat wurden die Weisheitszähne gezogen, und Antreiber Jule Hölscher hat Theater mit seiner im Testspiel vor einer Woche in Schüttorf erlittenen Verletzung. „Die Kopfwunde hat sich entzündet und musste im Krankenhaus unter Narkose gespült werden“, erklärt Wiethölter. Auch Winter-Neuzugang Jan Fislage fehlt. Aufgrund von Knie-Problemen konnte er erst am vergangenen Freitag erstmals dosiert mittrainieren, nun kam in dieser Woche aber eine Grippe hinzu.
Stellt sich die Frage: Wie will Borussia gegen Peckeloh bestehen? „Wir müssen brutal eng und kompakt verteidigen und nach Ballgewinn sofort versuchen, in die Tiefe zu kommen“, erklärt Wiethölter. Mit dieser Marschroute hatte sein Team bereits beim Hinrundenduell einen Coup gelandet. Peckeloh hatte im Sommer extrem aufgerüstet, galt als Titelkandidat Nummer eins, doch zu Saisonbeginn lief bei ihnen wenig zusammen. Am 3. Spieltag bissen sie sich auch an Emsdettens starker Defensive samt Keeper Luca Dömer die Zähne aus, verloren 0:1 (Tor: Kürsat Özmen).
Wiethölter: „Zum Ende der Hinrunde hin hat sich Peckeloh eingegroovt. Die Winterpause kam für sie zum falschen Zeitpunkt.“ Er rechnet mit voll auf Sieg getrimmten Gästen. „Das Spiel ist ihre letzte Chance.“ Denn während Borussias Rückrundenstart am vergangenen Sonntag gegen Kaunitz den Platzverhältnissen zum Opfer fiel, konnte Peckeloh zu Hause antreten, erlebte aber gegen leidenschaftlich verteidigende Mesumer eine Enttäuschung (0:1). Statt des erhofften Großangriffs auf Rang eins, den Peckeloh mit einigen Verstärkungen im Winter noch mal befeuert hat, beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Kinderhaus nun bereits acht Punkte. Mehr dürfen es aus ihrer Sicht keinesfalls werden.
Wiethölter warnt: „Lässt man Peckeloh ins Rollen kommen, kann man schnell fünf, sechs Stück kriegen.“ Trotz allem zeigt er sich optimistisch, erneut zu überraschen. Die Trainingsintensität in den vergangenen zwei Wochen sei ungewöhnlich hoch gewesen. „Da war richtig Schärfe drin. Wir brennen auf das Spiel.“
Aus der Zweiten wird Spielmacher Jordi Albers, der regelmäßig bei der Ersten mittrainiert, dabei sein. Generell lobt Wiethölter die komplikationsfreie Hilfsbereitschaft der Reserve. Auch Jan-Martin Schmitz (Zentrum/rechte Bahn), der zwischen Erster und Zweiter pendelt und immer besser in Fahrt kommt, steht gegen Peckeloh bereit. Zudem ist Tom Holöchter (rechte Bahn) im Kader. Aufgrund von Knie-Problemen hatte er seine Karriere bereits beendet, ist laut Wiethölter aber weiter topfit und steht „aus alter Verbundenheit zu Borussia“ nun Standby zur Verfügung.

