-hg- EMSDETTEN. Bei der 21. Auflage der Hallenkreismeisterschaft schrieben die Fußballerinnen der SpVgg Langenhorst/Welbergen eine neue, besondere Geschichte. Erstmals sicherte sich das Team aus Ochtrup den Titel. Die Landesliga-Fußballerinnen der Borussia landeten auf dem 3. Rang.
Im einem spannenden wie dramatischen Finale setzte sich Langenhorst gegen Titelverteidiger und Westfalenligist Germania Hauenhorst mit 3:0 im Siebenmeterschießen durch, nachdem es nach Ablauf der regulären Spielzeit von zwölf Minuten 2:2 gestanden hatte. Matchwinnerin war Torfrau Laura Ferreira Miranda, die im Siebenmeterschießen viermal parierte.
Nach der Siegerehrung spürte man, dass der Erfolg nicht unbedingt eingeplant war. „Wir werden sicherlich noch ein wenig beisammenbleiben und darauf anstoßen. Mal sehen, wohin es uns hinführen wird“, sagte Langenhorsts Co-Trainer Simon Engel. Auch Jörg Heckmann benötigte einige Augenblicke, um das Geschehene zu verarbeiten. „Nach der Vorrunde wussten wir noch nicht, wohin uns die Reise führen wird“, erklärte der Chefcoach. „Aber im Halbfinale und Finale haben wir uns gesteigert. Wir sind total happy.“
Sein Team durchlebte in der Burgsteinfurter Kreissporthalle ein Wechselbad der Gefühle. Lief der Auftakt mit einem 2:0 gegen die eigene „Dritte“ und einem 5:0 gegen GWA Rheine noch planmäßig, folgten dann zwei Dämpfer: Niederlagen gegen Bezirksligist SF Gellendorf und Germania Hauenhorst (0:2). Aufgrund des besseren Torverhältnisses kam der spätere Turniersieger als Gruppenzweiter ins Halbfinale.
In Gruppe B gab sich Borussia Emsdetten keine Blöße. Der amtierende Kreispokalsieger kassierte kein Gegentor und wurde unangefochten Gruppensieger. Im Kampf um Platz zwei zwischen den beiden punktgleichen Mannschaften SG Horstmar/Leer und Hauenhorst II reichte Bezirksligist Horstmar das 0:0 gegen Hauenhorst nicht, um weiterzukommen. Auch FSV Ochtrup und Borussia Emsdetten II schieden aus.
Im ersten Halbfinale zwischen den beiden Hauenhorster Teams kam die „Erste“ erst in der Schlussphase durch Treffer von Luca Selle und Berit Richter zu einem mühevollen 2:0-Sieg. Im zweiten Halbfinale lieferten sich die Ligarivalen Borussia Emsdetten und Langenhorst/Welbergen einen packenden Fight, den Clara Homölle mit ihren goldenen Treffer in der 7. Minute zum 1:0-Sieg entschied. „Langenhorst hat verdient gewonnen, obwohl ich meine, dass wir im Halbfinale einen Siebenmeter hätten kriegen müssen“, lautete das Resümee von Borussias Trainer Birger Röber.
Im Spiel um Platz drei hatte Borussia Emsdetten keine Mühe. Nach Treffern von Kristin Wissing, Franziska Leusmann (2) und Kim Wolters bei einem Gegentreffer von Noelle Slon wurde ein 4:1-Erfolg gegen Hauenhorsts Reserve erreicht.
Dramatisch verlief das Finale. Titelverteidiger Germania führte durch Lara Schulze Niehues und Pauline Watta mit 2:1. Doch 15 Sekunden vor dem Ende traf Sophie Twehues zum 2:2.
Nach dem folgenden 0:3 in Siebenmeterschießen, in dem die Hauenhorsterinnen Berit Richter, Lara Schulze Niehues und Liana Borges allesamt an der überragenden Laura Ferreira Miranda scheiterten, zeigte sich Germanias Coach Igor Speter gefasst: „Im ersten Moment ist es enttäuschend, dass 15 Sekunden gefehlt haben, aber morgen ist das vergessen.“ Für die SpVgg verwandelten Clara Homölle, Fabienne Iking und Rike Lauen.
Bei der Siegerehrung hatte Marianne Finke-Holtz lobende Worte für alle Mannschaften und für den Turnierausrichter SG Steinfurt parat. Zugleich gab die Vizepräsidentin des Fußball- und Leichtathletik-Verbandes Westfalen bekannt, dass im kommenden Jahr nicht mehr in der Kreissporthalle gespielt werde und sich ab sofort die Vereine um die Austragung der 22. Hallenkreismeisterschaft bewerben können.
Individuelle Auszeichnungen: Mit Luca Selle, Lara Schulze Niehues (beide Germania Hauenhorst), Clara Homölle, Sarah Kopper (SpVgg Langenhorst/Welbergen) und Kristin Wissing (Borussia Emsdetten) hatten fünf Spielerinnen in vier Vorrunden- und zwei Finalspielen jeweils drei Treffer erzielt, sodass ein Stechen erforderlich wurde. Da sich die Vereine im Vorfeld darauf geeinigt hatten, auf kleine Tore zu spielen, wurde vom Siebenmeterpunkt aus geschossen. Als treffsicherste Akteurin erwies sich Lara Schulze Niehues von Germania Hauenhorst, der anschließend der Pokal für die beste Torschützin überreicht wurde.

