-mho-EMSDETTEN. Alles steht und fällt mit dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Will Borussia Emsdetten auf seinem Gelände am Teekotten in absehbarer Zeit einen Kunstrasenplatz bauen, ist man auf die finanzielle Unterstützung aus diesem Programm angewiesen. „Ohne Förderung ist das Projekt nicht darstellbar“, ordnet Emsdettens Erster Beigeordneter Elmar Leuermann (Foto) das Vorhaben ein. „So realistisch muss man sein, und so realistisch ist, glaube ich, auch Borussia Emsdetten.“
Der Verein will sich mit 250.000 Euro Eigenanteil an dem Projekt beteiligen, wie er bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am vergangenen Freitag besiegelt hat (die EV berichtete). Diesen Borussia-Beschluss hatte die Stadt als Eigentümerin des Teekotten-Sportgeländes als Voraussetzung verlangt, um anschließend beim Förderprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ den Hut in den Ring zu werfen. „Die Bewerbung geht heute offiziell raus“, sagte Leuermann am Mittwoch. Es sei alles schon vorbereitet gewesen, „wir haben nur noch auf Borussias Entscheid gewartet“. Die Bewerbungsfrist beim Förderprogramm läuft am Donnerstag, 15. Januar, ab.
Leuermann rechnet bis „Ende Februar, Anfang März“ mit einer Rückmeldung, welche Projekte bei dem Förderprogramm Berücksichtigung finden. „Das wäre schon mal eine wichtige Hürde.“ Insgesamt 333 Millionen Euro sind im Topf, dürften allerdings bei weitem nicht für alle Bewerber aus der gesamten Republik reichen. Was Borussias Projekt womöglich besonders macht: Der Verein erhielte nicht nur einen Kunstrasen, sondern durch Drehung des aktuellen Platzes zusätzlich auch noch einen weiteren Naturrasenplatz. All das würde speziell im Winter ordentlich Druck vom Kessel des von Fußballerinnen und Fußballern überlaufenen Vereins nehmen.
1,93 Millionen Euro sollen die Baumaßnahmen kosten. Die von Borussia zugesagten 250.000 Euro abgezogen, blieben noch 1.681.000 Euro. 45 Prozent davon übernähme das Bundesprogramm. Das übrigens kein jährliches Programm ist, Stadt und Borussia könnten also nicht 2027 auf eine neue Bewerbung setzen, falls es diesmal nicht klappt.
Falls aber doch in wenigen Wochen ein positiver Bescheid vom Bund käme, würden noch etliche Schritte auf kommunaler Ebene folgen. Leuermann kann sich einen Baubeginn frühestens 2028 vorstellen. Zu Borussias 100. Geburtstag im Jahr 2030 könnte er dann als Geschenk dort liegen, der Kunstrasen.

