Fettes Borussia-Ja zum Kunstrasen-Projekt !!

10.01.2026

Mitglieder winken Finanzierungs-Konzept einstimmig durch

-mho-EMSDETTEN.

Traumpass von Borussia Emsdetten an die Politik. Der Fußballverein stimmte bei einer außerordentlichen Mitgliederversammlung am Freitagabend einstimmig dafür, seinen Anteil daran zu leisten, endlich einen Kunstrasenplatz am Teekotten zu erhalten. Zur Realisierung muss Borussia einen Eigenanteil von 250.000 Euro stemmen. Bedeutet: Beitragserhöhungen. Die 47 anwesenden Mitglieder im Vereinsheim votierten ausnahmslos dafür (einfache Mehrheit hätte gereicht). Wie hoch die Erhöhung ausfallen würde, ist dabei noch offen.

Ebenso, ob es überhaupt zum Kunstrasenplatz-Bau kommen wird. Doch es geht voran. Am 18. Dezember hatte sich der Stadtrat dem Projekt gegenüber sehr wohlgesonnen gezeigt, als er mit 54 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung und ohne Gegenstimme dafür plädierte, zumindest schon mal die nächsten Schritte einzuleiten. Und die lauten: Bewerbung beim Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Voraussetzung war jedoch, dass die Borussen als Nutzer des städtischen Stadions ebenfalls ihren Beitrag leisten. Genau das ist seit Freitag nun Fakt.

„100 Prozent Ja-Stimmen – damit habe ich bei diesem schwierigen Thema nicht gerechnet“, freute sich der 2. Vorsitzende Klaus Wilp. Am Montag wolle er direkt Bürgermeister Oliver Kellner und den Ersten Beigeordneten Elmar Leuermann informieren. Der Antrag für das Förderprogramm muss bis 15. Januar gestellt sein.

Fragezeichen, die bleiben: Ob das Borussia-Projekt es tatsächlich ins Förderprogramm schafft, entscheidet sich erst in den nächsten Monaten. Falls nicht, würden sich die Kosten, die die Stadt Emsdetten zu tragen hätte, deutlich erhöhen. Ob sich dann noch eine politische Mehrheit fände? Fraglich.

Zu den Zahlen: Das Projekt kostet nach aktueller Berechnung 1,93 Millionen Euro. 250.000 davon würde Borussia übernehmen. Diese Summe war vorher zwischen Stadt und Verein ausgehandelt worden und wurde am Freitag von den Vereinsmitgliedern durchgewunken. Bleiben noch 1.681.000 Euro. 45 Prozent davon würde besagtes Bundesprogramm finanzieren. Falls ja, schrumpft der städtische Anteil auf 924.600 Euro. Aber: Zwei wichtige Modernisierungsmaßnahmen (Flutlicht und Bewässerungsanlage) an dem Fußballplatz, auf dem der Kunstrasen entstehen soll, werden seit Jahren aufgeschoben, eben mit Blick auf das von Borussia erhoffte große Bauprojekt, um das es jetzt geht. Diese Kosten hat die Stadt bislang also gespart, immerhin 258.000 Euro. Rechnet man die auch noch ab, blieben für die Stadt noch 666.000 Euro zu zahlen.

Für Borussias Vorstand ging es am Freitag aber nur darum, das Ja der Mitglieder für die Finanzierung der 250.000 Euro Eigenanteil zu erhalten. Zu Beginn verdeutlichten Trainerin Anja Wolters und Stephan Gerigk aus dem Unterstützer-Team der Borussia noch mal eindringlich die Notwendigkeit des Projekts (gleiches hatten sie bereits Mitte November im Sportausschuss getan). Es gehe nicht nur darum, durch einen Kunstrasen Trainings- und Spielbetrieb auch bei miesem Wetter zu gewährleisten, zugleich würde der aus allen Nähten platzende Verein noch einen zusätzlichen Naturrasenplatz erhalten (die EV berichtete).

Erfreut, fast schon überrascht nahmen die Mitglieder zur Kenntnis, dass sich der Beitrag für eine Person schlimmstenfalls um 41 Euro pro Jahr erhöhen würde. Und das zehn Jahre lang, denn so lange liefe das Darlehen über 250.000 Euro, bei dem Borussia mit 8 Prozent Zinsen rechnet. Wichtig: Borussia bemüht sich, durch Sponsoren, Spenden und Crowdfunding die Belastung der Mitglieder niedriger zu halten. Käme man z.B. mit einem Darlehen über 100.000 Euro aus, würde die 41-Euro-Erhöhung pro Jahr und Mitglied schon auf 25 Euro sinken.

Vorsitzender Henrik Helmer nach der geballten Zustimmung: „Das ist fantastisch, ich kann es nicht anders sagen.“ Applaus im Vereinsheim.

09-01-26