Keine Angst vor der Ersatzbank, Luca Dömer?

07.01.2026

Borussia-Keeper über seinen Wechsel zum FCE

Seit 2022 ist er Borussia Emsdettens Lebensversicherung im Tor: Luca Dömer. Dass der Keeper im Sommer 2026 zu Oberligist FC Eintracht Rheine wechselt, ist für den Westfalenligisten ein Schlag ins Kontor. Im Interview spricht der Münsteraner über seine Entscheidung, über eine Meinungsverschiedenheit mit Trainer Wiethölter und über die große Lücke, die er in Borussias Kasten hinterlässt.

Nach vier Jahren wird Torwart Luca Dömer den Westfalenligisten Borussia Emsdetten im Sommer 2026 verlassen. | Foto: Thomas Strack

Wie schwer fiel es dir, Borussias Verantwortlichen mitzuteilen: Ich gehe.

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Luca Dömer (28): Schon sehr schwer, muss man so klar sagen. Ich bin jetzt in meinem vierten Jahr bei Borussia, der Verein ist mir ans Herz gewachsen. Ich verstehe mich mit allen super. Es war schwer, das Handy in die Hand zu nehmen und meine Entscheidung mitzuteilen.


Wen hast du wann zuerst informiert?


Dömer: Trainer Marc Wiethölter, das müsste am 23. Dezember gewesen sein.


Tolles Weihnachtsgeschenk für ihn ...


Dömer: Es wurde mir gesagt, Borussia brauche jetzt zeitnah eine Entscheidung. Torhüter ist ja keine ganz unwichtige Position bei der Kaderplanung.


Wiethölter bedauert deinen Abschied aus sportlichen und menschlichen Gründen extrem. Er meinte dazu: „Luca ist meinungsstark und ein sehr fordernder Typ. Wir waren nicht immer einer Meinung, haben aber trotzdem ein sehr gutes Verhältnis.“ Wo wart ihr denn unterschiedlicher Meinung?


Dömer: Als der Bericht über meinen Wechsel am Dienstagmorgen rauskam, habe ich ihn direkt angeschrieben und gefragt: „Wann haben wir uns denn gestritten?“ Er meinte: Gar nicht, aber dass ich nächste Saison den FCE der Borussia vorziehe, dazu habe er eine andere Meinung als ich (lacht). Es waren immer top Gespräche mit Marc. Seine Personalie hat es mir noch mal schwerer gemacht, zu wechseln.


Deine Gründe?


Dömer: Dass ich Interesse habe, es in der Oberliga zu versuchen, war schon länger klar. Nur dass ich es diesmal durchziehe, das war nicht klar. Ich habe ja auch eine kleine FCE-Vergangenheit (Dömer spielte in der Jugend und in der U23 für den Verein; d. Red.) und freue mich auf die Rückkehr. Sonst hätte ich mich ja nicht dazu entschlossen.


Es ist noch unklar, mit welchem Torhüter-Gespann der FCE in die nächste Saison geht. Hast du keine Sorge, dort auf der Ersatzbank zu versauern?


Dömer: Das ist immer ein Risiko, das man bei einem Vereinswechsel eingeht. Ich werde alles geben, um mich durchzusetzen.


Der FCE liegt aktuell in der Oberliga nur einen Punkt über den Abstiegsrängen. Läuft es blöd, spielst du nächste Saison in der Westfalenliga – gegen Borussia …


Dömer: Daran glaube ich ehrlich gesagt nicht.


Weil du vorher mit Borussia in die Landesliga absteigst?


Dömer: (lacht) Borussia und der FCE steigen beide nicht ab. Was ich vom FCE in dieser Saison mitbekommen habe, waren es oft knappe Niederlagen mit späten Gegentoren. Ihr Kader ist zu gut, um abzusteigen.


Dir ist klar, dass du in Borussias Kasten eine riesige Lücke hinterlässt?


Dömer: Weiß ich nicht. Die Verantwortlichen werden schon die richtigen Entscheidungen treffen. Es wird für Borussia gut weitergehen – so wie die letzten Jahre auch.

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Bovenschulte verlängert / Minnebusch bleibt Torwarttrainer

 

  • Ein weiterer Borusse hat derweil seinen Vertrag verlängert: Mittelfeldmann Tom Bovenschulte . „Ganz wichtig“, freut sich Trainer Wiethölter.
  • In unserem Dienstag-Artikel über Luca Dömers Weggang (siehe unten) hieß es, Borussias Ersatzkeeper Lars Dömer wechsele nächste Saison in die Position des Torwarttrainers. Dazu stellt Chefcoach Marc Wiethölter klar: „Torwarttrainer bleibt Holger Minnebusch .“ Lars Dömer, immerhin schon 41 Jahre alt und derzeit verletzt, könne künftig aber Minnebusch unterstützen oder in dessen Abwesenheit Torwarttrainer-Aufgaben übernehmen. Auf jeden Fall bleibe Lars Dömer wichtiger Bestandteil des Borussia-Teams.

 

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