Luca Dömer verlässt die Borussia
Fußball: Torwart geht zum Oberligisten FCE Rheine / Kraushaar-Wechsel im Winter
-dm-EMSDETTEN/RHEINE. Mit gemischten Gefühlen erlebte Marc Wiethölter den Jahreswechsel. Der Trainer von Borussia Emsdetten sah sich mit den Realitäten im Amateurfußball konfrontiert, die da heißen: Fressen und gefressen werden. Eher unangenehm stieß ihm in dieser Hinsicht die Nachricht auf, dass Luca Dömer den Westfalenliga-Zehnten nach vier Jahren verlassen wird und sich Oberligist FC Eintracht Rheine anschließt.
„Keine Frage, der Abschied von Luca tut uns sportlich wie menschlich weh“, wusste Wiethölter schon längere Zeit vom FCE-Werben um den 28-jährigen Stammkeeper, der sich zum großen Rückhalt seiner Elf entwickelt hat. „Luca ist meinungsstark und ein sehr fordernder Typ. Wir waren nicht immer einer Meinung, haben aber trotzdem ein sehr gutes Verhältnis. Wenn er die Chance bekommt, sich in der Oberliga durchzusetzen, wünsche ich ihm nur das Beste. Ich bewerte seinen Abgang nicht gut, finde ihn aber nachvollziehbar.“
Beim FCE freut man sich über die Zusage. Sportleiter Christian Hebbeler: „Luca hat sich wahnsinnig entwickelt und gehört zu den besten Westfalenliga-Torhütern.“
Den Abschiedsschmerz lindert Wiethölter durch eine „Doppeldosis“ auf der Torhüterposition: Zur neuen Saison stößt Yannick Olschewski zum Kader. Der 21-Jährige mit Wohnsitz in Westerkappeln kommt vom TuS Wagenfeld. Zum hannoverschen Bezirksligisten wechselte Olschewski 2024 aus alter Verbundenheit zu Trainer Michael Hohnstedt, mit dem er zuvor beim SV Bevern zusammengearbeitet hatte. Außerdem hielt der 1,90 Meter große Schlussmann für den BSV Rheden und in der Jugend beim VfL Osnabrück.
„Yannick betreibt mit den Fahrten nach Hannover einen Riesenaufwand von über 100 Kilometern pro Weg. Er hat letztes Jahr schon bei uns mittrainiert und sich jetzt zum Wechsel entschieden. Luca zu ersetzen wird schwierig, aber der Junge hat Potenzial.“ Torwarttrainer Holger Minnebusch habe sich dieser Meinung angeschlossen.
Als „Soforthilfe“ fädelte Wiethölter darüber hinaus den Transfer von Julian Moczygemba ein. Der Torhüter des Bezirksligisten SV Holdorf kommt schon in dieser Winterpause und soll die prekäre Situation hinter Dömer abfedern, denn mit dem 40-jährigen Lars Dömer und dem jungen Michel Gerke hat die zweite Reihe auf der Bank Luft nach oben.
„Ich habe von einem Trainerkollegen den Wink bekommen, dass Julian, der in Münster studiert, einen neuen Verein im Umkreis sucht“, griff Wiethölter zum Handy und machte Nägel mit Köpfen. „Er hat die Möglichkeit, sich bei uns in der Rückrunde einzuleben und im Sommer Olschewski den Kampf anzusagen.“
Auch im Segment der Feldspieler stehen Veränderungen an: Arian Kraushaar erhielt die Freigabe, sich in diesem Winter wieder seinem Heimatverein Vorwärts Epe anzuschließen, wofür sein Trainer Verständnis aufbringt: „Über den Sommer hinaus wäre es für Arian schwierig geworden.“ Die Konkurrenz in der Zentrale ist groß, was auch an Winter-Neuzugang Jan Fislage vom SV Mesum liegt, der wie die Rückkehrer Laurentiu Tuca und Kai Deradjat die Qualität des Teams erheblich steigern dürfte.
Dass die Verantwortlichen hinter den Kulissen gute Arbeit leisten, zeigt sich nicht zuletzt an den laufenden Perspektivgesprächen, die positive Resultate lieferten. So gaben unlängst Hendrik Ohde, Vincent Schulte, Julian Dirks, Kai Deradjat, Elias Ernst, Attila Szabo, Henrik Laumann, Max Siepmann, Arne Moselage, Linus Schnieders und Oliver Milek ihre Zusage für nächste Saison. Gleiches gilt für Jan-Martin Schmitz, der zwar zum Kader der 2. Mannschaft gehört, aber „oben“ mittrainiert. Lars Dömer macht als Torwarttrainer weiter. Der gerade mit Jan Fislage geschlossene Vertrag war von vornherein bis 2027 datiert gleiches war bei Tuca der Fall.
Wiethölter kündigt weitere Zusagen an: „Wir warten noch auf zwei, drei Rückmeldungen.“

