EMSDETTEN. Seit einem halben Jahr stürmt Kürsat Özmen für Westfalenligist Borussia Emsdetten. Im Interview zieht er eine Zwischenbilanz, spricht unter anderem über viel Defensivarbeit, seine beiden in der Hinrunde verschossenen Elfmeter und erklärt, woher er seinen Spitznamen „Kurt“ hat.
Wie zufrieden bist du persönlich mit deinem ersten halben Borussia-Jahr?
Kürsat Özmen (27): Es ist okay bislang. Ich habe aber ein bisschen mehr von mir erwartet. Mehr Tore.
Mit sechs Saisontreffern liegst du in eurer Liga auf Rang elf der Torjägerliste, hast 40 Prozent aller 15 Borussen-Buden erzielt. Keine schlechten Zahlen...
Özmen: Beim Großteil der Spiele war ich mit meiner Leistung zufrieden. Aber wie gesagt: Manchmal hat das Tor gefehlt. Von den Chancen her könnte ich schon bei zehn Saisontreffern stehen, einige Tore haben auch wegen knapper Abseitsentscheidungen nicht gezählt.
Trainer Marc Wiethölter hat dich oft für deine fleißige Defensivarbeit gelobt, gleichzeitig hat er vermutet, dadurch fehle dir im Abschluss manchmal die Frische.
Özmen: Ja, das könnte stimmen. Die Mannschaft braucht mich auch defensiv. Marc versucht ja, bei Borussia einen offensiveren Fußball einzuführen. Das ist ein Prozess, der dauert.
Zwischendurch in der Hinrunde wirktest du etwas verunsichert, hast gute Möglichkeiten versiebt.
Özmen: Ein komplett offensiver Stürmer, der vorne viele Bälle bekommt, kann bestimmt mehr Selbstsicherheit aufbauen. Wir kreieren bislang aber noch nicht so viele Chancen wie gewünscht. Manchmal stehe ich alleine in der Box.
Du dürftest froh sein, dass Mittelfeldregisseur Kai Deradjat pünktlich zur Rückrunde von seinem Auslandssemester zurück sein wird.
Özmen: Klar. In den ersten Saisonspielen mit Kai lief es gut. Ich denke schon, dass er unsere Offensive beleben wird.
Borussia hatte in dieser Saison bislang zwei Elfmeter, am 6. Spieltag beim 2:1-Sieg gegen Theesen und am 14. Spieltag beim 1:0-Erfolg gegen Nordkirchen – beide Bälle hast du über bzw. neben den Kasten gesetzt. Was war da los?
Özmen: Weiß ich selber nicht. Das ist eigentlich sehr untypisch für mich. Ich bin in meiner Karriere schon oft zu Elfmetern angetreten, habe in der Meisterschaft davor aber nie einen verschossen, schon gar nicht zwei nacheinander.
Wiethölter meinte daraufhin, du solltest in Sachen Strafstoß jetzt erst mal den Teamkollegen den Vortritt lassen. Okay für dich?
Özmen: Natürlich möchte ein Trainer einen anderen Schützen haben, wenn ein Spieler zwei verschossen hat.
Wer übernimmt Borussias nächsten Elfer? Oder schnappst du dir wieder den Ball?
Özmen: Das wird die Zeit zeigen. Auf jeden Fall sollte einer der erfahrenen Spieler schießen.
Woher stammt eigentlich dein Spitzname „Kurt“?
Özmen: Den habe ich seit meiner Zeit bei Preußen Münster. Damals war Marco Antwerpen Cheftrainer, sein „Co.“ hieß Kurtulus Öztürk und wurde „Kurt“ genannt. Ich daraufhin dann auch. „Kurt“ ist im Spiel auch einfacher zu rufen als „Kürsat“.
Ist schon klar, ob du über diese Saison hinaus bei Borussia Emsdetten bleibst?
Özmen: Das ist noch offen. Wir befinden uns im Austausch.

