Dömer hält den Punkt fest

01.12.2025

Fußball: Starke Borussen trotzen Spitzenreiter Kinderhaus ein torloses Remis ab

MÜNSTER. Erst übergeben, dann überragend. Mit einem Super-Reflex hielt Torwart Luca Dömer in der Nachspielzeit Borussia Emsdettens Punktgewinn fest, die Partie am Sonntag bei Westfalenliga-Spitzenreiter Westfalia Kinderhaus endete torlos.

Coach Marc Wiethölter: „Wenn man weiß, was in dieser Woche personell bei uns los war, muss ich den Hut vor der Truppe ziehen.“ Am Freitag habe er mit nur zehn Feldspielern trainieren können. Viele Borussen waren verletzt oder angeschlagen, Keeper Dömer sei „die ganze Woche krank gewesen. Er hat sich heute in der Halbzeitpause übergeben.“ Doch zwischen den Pfosten stand er gewohnt seinen Mann.

Kurz vor Schluss griff Kinderhaus noch mal an. Nach starker Vorarbeit von Luis Haverland kam Julian Trapp aus sechs Metern unbedrängt zum Kopfball, Dömer kratzte die Kugel von der Linie. „Überragend“, so Wiethölter, dessen Team dem Herbstmeister wie schon im Hinspiel (2:2) ein hart erarbeitetes, verdientes Remis abtrotzte.

Im ersten Durchgang hatte Dömer kein einziges Mal eingreifen müssen. Spielstarke Kinderhauser suchten zwar immer wieder schnörkellos den Weg in die Tiefe, kamen gegen konzentriert verteidigende Borussen auch immer mal wieder gefährlich durch, hatten aber kaum gefährliche Abschlüsse. Nach einer Ecke etwa fiel der Ball Jendrik Witt vor die Füße, der überhastet aus kurzer Distanz drüber schoss (34.).

Emsdettens Angriffsbemühungen kamen wie so oft meist über Ansätze nicht hinaus. Kurz vor der Pause prüfte Vincent Schulte mit einem Flachschuss aufs kurze Eck Tormann Steffen Scharbaum.

Direkt nach dem Seitenwechsel war dann Dömer gefragt, er streckte sich erfolgreich bei Haverlands Distanzschuss (48.). Zehn Minuten später wurde es richtig brenzlig: Borusse Arian Kraushaar rutschte im Mittelfeld aus, Nick Rensing passte zu Semih Daglar, der frei am sich breitmachenden Dömer scheiterte.

Ansonsten bot der zweite Durchgang ein überraschendes Bild: Der Außenseiter wurde zunehmend mutig, stand hoch, suchte die Führung. Kürsat Özmen spitzelte in der Box den Ball an Levent Öztürk vorbei, flankte an den zweiten Pfosten, wo Schulte neben den Kasten köpfte (57.). In der 73. Minute Freistoß für Emsdetten: Markus Weidel zog den Ball weit in den Sechzehner, Hendrik Ohdes Kopfballheber wäre vielleicht direkt eingeschlagen, ganz sicher aber wäre Mattes Langelage zur Stelle gewesen – wenn nicht Westfalias Kapitän Rensing vor ihm den Ball weggeköpft hätte.

Es wirkte in der Schlussphase so, als wolle Borussia den Sieg mehr als Kinderhaus. Fast aber hätte doch der Favorit das letzte Wort gehabt. Dömer stand im Weg.

 

Die Trainerstimmen

Philip Just , der Kinderhaus gemeinsam mit Ahmad Massih Wassey trainiert, lobte die „reife Spielanlage“ seiner Elf. Jedoch vermisste er „den Killerinstinkt vor dem Tor. Wir haben unsere vier, fünf top Gelegenheiten nicht genutzt.“ Borussia sei „defensiv sehr gut organisiert“ gewesen.

 

Borussen-Coach Marc Wiethölter lobte sein Innenverteidiger-Duo: „Überragend, was Henni Ohde und Mattes Langelage da heute weggeflext haben.“ Auch vorne sah er viel Gutes. Zwar habe seine Elf im ersten Durchgang einige Möglichkeiten schon in der Entstehung weggeschenkt, aber: „Man sieht allmählich, dass wir auch versuchen wollen, zu spielen. Wir hatten schon richtig gute Dinger nach vorne.“ In der ausgeglichenen zweiten Halbzeit hatte Wiethölter das Gefühl, Kinderhaus habe auf eine entscheidende Einzelaktion gehofft. „Weil: Fußballerisch waren die da nicht mehr so überlegen.“

doemer-lu