EMSDETTEN. Er ist eine der heißesten Personalien bei Westfalenligist Borussia Emsdetten: Luca Dömer, die Lebensversicherung im Tor. Am Dienstagabend sprach die Nummer eins mit Hans-Dieter Jürgens, Marcel Langenstroer (beide Sportliche Leitung), Chefcoach Marc Wiethölter und Co-Trainer Tim Plottek über eine mögliche Vertragsverlängerung. „Es war wie immer ein guter Austausch“, fasst Dömer das Treffen zusammen. Eine Entscheidung, wie es über diese Saison hinaus für ihn weitergeht, sei aber noch nicht gefallen.
Wie stehen die Chancen, dass du bei Borussia Emsdetten bleibst?
Luca Dömer (27): Grundsätzlich erst mal nicht schlecht. Ich weiß noch nicht, was ich ab nächstem Sommer mache, aber Borussia ist mein erster Ansprechpartner.
Was spricht für Borussia?
Dömer: Das Trainerteam finde ich super, überhaupt das ganze Umfeld und den Verein. Mit den Teamkollegen verstehe ich mich auch super.
Was spricht womöglich gegen Borussia?
Dömer: Was heißt gegen. Zunächst mal ist es viel Aufwand mit Training und Spielen, ich muss jedes Mal aus Münster anfahren. Da bleibt für Freundin und Freizeit wenig Raum. Ich hatte schon mal überlegt, ganz aufzuhören oder ein Jahr zu pausieren. Das ist mittlerweile vom Tisch.
Außerdem – das war vor zwei Jahren ja schon mal Thema – stört es mich, ständig gegen den Abstieg zu spielen. Dass immer jeder Punkt zählt. Ich hätte gerne mal wieder positiveren Druck. Wir haben definitiv einen guten Kader, dem jedoch die Tiefe fehlt. Unsere Rückrunde wird aber sicher besser als die Hinrunde. Dann sind Kai Deradjat (Auslandssemester; d. Red.) und Laurentiu Tuca (kehrt von Oberligist Vreden zurück) wieder dabei, dann können wir auch Ausfälle besser kompensieren.
Weil Borussia keine adäquate Nummer 2 hat, musstest du in der Hinserie oft trotz Schmerzen in den Händen auflaufen. Ärgert dich das?
Dömer: Nein. Grundsätzlich will ich immer spielen, selbst wenn ich verletzt bin. Es stört mich aber allgemein, wenn ich nicht 100 Prozent Leistung abrufen kann. Jetzt freue ich mich erst mal darauf, die Hände in der Winterpause entspannen zu können.
Du dürftest einige Anfragen anderer Vereine haben. Aus welcher Liga stammen die höchstklassigsten Interessenten?
Dömer: Aus der Oberliga. Die war bei mir schon häufiger Thema, auch damals, als ich letztlich zu Borussia gewechselt bin. Am Ende spielt man Fußball, um zu sehen, wie hoch es für einen hinausgehen kann. Die Oberliga ist da natürlich interessant. Ich muss für mich gerade herausfinden, wo die Prioritäten liegen, ob ich höherklassig noch mal angreifen möchte.
Borussias Trainer Wiethölter sagte zur EV, du hättest auch Bezirksligist Greven 09 „im Kopf“.
Dömer: Ja, wir haben uns ein mal zusammengesetzt. Wenn es nicht mein Heimatverein wäre, würde ich mich aber nicht damit beschäftigen, in eine tiefere Liga zu wechseln.
Es heißt oft, du wärst „einer der drei besten Torhüter der Liga“. Wer sollen denn eigentlich die beiden anderen sein?
Dömer (lacht): Keine Ahnung, weiß ich nicht. Das ist ja keine Aussage, die ich treffe, sondern andere. Ich sehe die anderen Torhüter in unserer Liga nur, wenn ich gegen sie spiele, sonst beobachte ich sie nicht. Von daher kann ich dir die Frage nicht beantworten.

