Angreifer Montasar Hammami will den Oberligisten FCE Rheine im Winter verlassen und steht bei vielen Vereinen auf dem Zettel – auch bei Westfalenligist Borussia Emsdetten. | Foto: Thomas Strack
„Manchmal versteht man es nicht. Wie kann es sein, dass eine Mannschaft binnen acht Tagen ein sehr gutes Spiel am Sonntag gegen Nordkirchen abliefert (1:0-Sieg), dann ein sehr schlechtes gegen Espelkamp (1:2-Niederlage) und am Sonntag drauf beim 3:1-Sieg in Ostinghausen ihre beste Halbzeit in dieser Saison abliefert?“ Die Borussia-Kicker geben auch ihrem Trainer Marc Wiethölter derzeit Rätsel auf.
Während Wiethölter früher oder später sicher hinter das Geheimnis der Formschwankungen seiner Truppe kommen wird, ist es gar kein Geheimnis, dass Borussia dringend Verstärkung in der Offensive braucht. Dass die Dettener mit nur 15 Toren in 15 Spielen sechs Siege und insgesamt 20 Zähler geholt haben, ist schon verwunderlich genug. Dass das in der Rückrunde noch mal funktioniert, darauf sollten sich die Borussen nicht verlassen...
Und da könnte doch die Suspendierung von Angreifer Montasar Hammami beim benachbarten Oberligisten FC Eintracht Rheine dem Dettener Westfalenligisten in die Karten spielen.
15 Tore in 15 Spielen
Zum Hintergrund: Wie unser Medienhaus berichtete, hat es nach einem bereits länger schwelenden Konflikt zwischen Stürmer Hammami und FCE-Trainer David Paulus am 6. November richtig gekracht, da der Spieler für die Partie in Wattenscheid nicht der Start-Elf stand. „Ich habe dem Trainer gesagt, dass ich nie wieder unter ihm spielen werde. Meine Worte waren so ungefähr: Du schaffst es nicht, mich runterzumachen.“ So Hammami über den Disput. Und: „Zwischen David und mir passt es einfach nicht. Wir sind zwei verschiedene Charaktere. Die Trennung ist besser für uns alle. Ich will im Winter meine Freigabe. Es gibt keine Zukunft mehr beim FCE.“
Den Job ordentlich machen
Christian Hebbeler, Sportlicher Leiter des FCE, sagte dazu: „Offiziell sind Dinge passiert, die man so nicht stehen lassen kann. Deswegen war die Entscheidung, alternativlos.“ FCE-Vorsitzender Uwe Laurenz: „Wenn jemand so ausfallend wird, hast du als Verein keine Chance. Das Tischtuch ist ein Stück weit zerschnitten.“
Familienvater Hammami (29), der in Emsdetten lebt und kurz vor dem Abschluss seiner Ausbildung zum Bürokaufmann steht, strebt im Winter einen Vereinswechsel an: „Bei mir haben sich schon fast alle höherklassigen Vereine aus dem Kreis Steinfurt gemeldet, dazu noch zwei Oberligisten.“
Auch Borussia Emsdetten ist interessiert. „Wir würden ja unseren Job nicht ordentlich machen, wenn ,Monta‘ bei uns kein Thema wäre“, gibt Trainer Wiethölter unumwunden zu und bestätigt auch Gespräche mit dem Angreifer. Marcel Langenstroer, bei Borussia in die Kader-Planung involviert, war der Coach Hammamis, als der beim SV Mesum kickte.
„Wir haben Kontakt“, sagt Trainer Marc Wiethölter. „Aber der Wettbewerb ist sicher groß. Und es könnte sein, dass andere Vereine größere Ressourcen haben als wir. Man muss schauen, ob es im Etat passt.“
Auf der Suche nach einer Nr. 2
Torhüter Luca Dömer gehört zu den absoluten Leistungsträger des Westfalenligisten Borussia Emsdetten. Klar, dass der Keeper auf der Liste bei den Vertragsgesprächen ganz oben steht. „Wir sprechen in dieser Woche mit Luca“, bestätigte HD Jürgens, Sportleiter der Borussia, am Sonntag am Rande des Landesliga-Spiels zwischen Emsdetten 05 und Vorwärts Wettringen.
„Angesichts der Leistungen von Luca, der für mich einer der besten drei Torhüter in der Westfalenliga ist, ist es klar, dass immer wieder andere Vereine auf ihn aufmerksam werden“, weiß Borussia-Trainer Marc Wiethölter. Dömer, der aus Greven zum Teekotten kam, „hat 09 im Kopf“, aber vielleicht könnte auch ein Oberligist mal ein Thema sein. Wiethölter: „Wir werden alles versuchen, um Luca zu halten. Wir brauchen aber auch einen Plan B für die Torwart-Position.“
Zudem wollen die Borussen „eine gute Nummer 2“ verpflichten. Wiethölter: „Möglichst schon im Winter.“

