Borussia beim 3:1-Sieg wie verwandelt

17.11.2025

Westfalenligist triumphiert in Ostinghausen

Da muss man sich verwundert die Augen reiben: Drei Tage nach der trostlosen 1:2-Heimpleite gegen Schlusslicht Espelkamp feierte Westfalenligist Borussia Emsdetten am Sonntag einen starken 3:1 (2:1)-Sieg bei SF Ostinghausen.

Mit einem Doppelpack drehte Kürsat Özmen (Mitte) noch vor der Pause Borussia Emsdettens 0:1-Rückstand in Ostinghausen in eine 2:1-Führung. | Foto: Thomas Strack

„Super wichtig“, atmete Trainer Marc Wiethölter durch. Erstmals in dieser Saison schoss sein Team drei Tore in einem Spiel, verschaffte sich mächtig Luft im Abstiegskampf.

„Total verdient“, nannte Wiethölter den Erfolg, „man muss aber auch ehrlich sagen, dass es in die andere Richtung hätte kippen können. In der 1. Halbzeit hat uns Luca Dömer zweimal den Arsch gerettet.“ Mit erstklassigen Paraden verhinderte Borussias Keeper den 0:1-Rückstand, der in der 28. Minute dann doch fällig war: Während die Borussen noch ihre Freistoß-Mauer stellten, zog der abgezockte Tom Franke einfach schon ab, der eigentlich harmlose Schuss wurde unhaltbar abgefälscht.


Borussias schnelle Antwort


„Wir hatten diesmal aber auch das nötige Spielglück“, so Wiethölter mit Blick auf die flotte Antwort, mit der Borussia das Momentum voll auf seine Seite zog: Vincent Schultes Freistoß verlängerte Hendrik Ohde, am zweiten Pfosten hielt Kürsat Özmen den Fuß zum postwendenden 1:1 hin (30.).


Sofort ging Ostinghausens Körpersprache in den Keller, Borussia wurde Herr der Lage. Kurz vor der Pause ein Genie-Streich von Özmen: Mit der Brust nahm er den Ball an und hob ihn über SF-Tormann Max Koch zum 2:1 für Emsdetten ins Tor (44.). Ein Treffer mit Ansage, die Borussen hatten vorher thematisiert, dass Koch gerne mal zu weit vor seinem Kasten steht.


Stark herausgespieltes 3:1


Wiethölter gefiel in der 1. Halbzeit zwar weitgehend die Defensivleistung, „aber bei der Entlastung haben wir keine guten Entscheidungen getroffen“. Das sah nach dem Seitenwechsel ganz anders aus. In der 66. Minute das brillant herausgespielte 3:1: Sechser Arian Kraushaar bediente Rechtsaußen Jule Hölscher, der zog den Ball scharf in die Box, wo der eingewechselte Attila Szabo zur Stelle war.


Wiethölter hält Ostinghausen „fußballerisch für eine der drei Top-Mannschaften der Liga“, umso verwunderter nahm er zur Kenntnis, dass vom Gastgeber in der 2. Halbzeit fast nichts mehr kam. Ganz anders die Borussia, die Ostinghausens Schwächen in der Rückwärtsbewegung „schamlos ausnutzte“ (Wiethölter). Schon vor Szabo hatte Tom Bovenschulte zum vermeintlichen 3:1 getroffen, doch in der Entstehung soll Hölscher gefoult haben. Strittig. Zudem vergaben die Gäste einige Top-Chancen.


Wiethölter: „Das war diesmal eine geschlossene Teamleistung statt Stückwerk wie am Donnerstag.“ Aus ihren jüngsten vier Partien haben die Borussen sieben Punkte geholt. Klingt nach Aufwind.

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