Birger Röber beendet seine große Karriere

15.11.2025

Borussias Frauen-Trainer hört auf

„Wie lange möchte ich noch Trainer sein?“ Diese Frage drängte sich bei Birger Röber immer mehr auf. Jetzt hat er für sich die Antwort gefunden. „Ich möchte ganz aufhören.“ Bedeutet: Nach dieser Saison muss sich Frauen-Landesligist Borussia Emsdetten einen neuen Übungsleiter suchen. Und: Eine große Karriere endet.

Nach der Saison hört Birger Röber als Trainer des Frauen-Landesligisten Borussia auf. Strack/A | Foto: Thomas Strack

Seit etwa 25 Jahren ist Röber (59) als Coach unterwegs, plante sein Privatleben immer um den Fußball herum. „Ich möchte einfach am Wochenende mal spontan wegfahren können“, erklärt er gegenüber der EV. Auch die 40 Minuten Fahrweg von seinem Wohnort Mettingen zum Teekotten, das Training, die ganze Planerei drumherum, all das frisst Zeit.

 „Ich finde es sehr schade“, bedauert Frank Weber, sportlicher Leiter der Frauenabteilung. Röber sei „einer der besten Trainer, die wir in unserer Frauenabteilung jemals hatten. Eine echte Persönlichkeit – fachlich herausragend, menschlich großartig und mit einem außergewöhnlichen Gespür für seine Spielerinnen. In seiner Zeit bei Borussia habe ich nicht nur einen Kollegen, sondern auch einen Freund gewonnen.“


Röber: „Ich kenne keine 80 Prozent“


Röber trat 2022 bei Borussia an, gewann zweimal den Hallenkreispokal sowie im Mai 2025 den Kreispokal im Freien. In der Landesliga entwickelte er das Team stetig weiter. Aktuell jedoch hakt es beim Tabellen-Sechsten etwas. Auch das mag Röber in seinem Entschluss bestärkt haben. Er sagt: „Die Mannschaft und ich sind unterschiedlicher Meinung, wie erfolgreich wir Fußball spielen wollen.“ Röber, der einst Arminia Ibbenbüren in der Frauen-Bundesliga trainierte, will immer das nächst höhere Ziel erreichen und setzt dafür einen gewissen Arbeitseinsatz aller Beteiligten voraus. „Ich kenne keine 80 Prozent.“ Dass es in seinem Kader nicht alle so sehen, mache ihn überhaupt nicht böse: „Ich finde es legitim, wenn die Mannschaft sagt, ihr reicht vielleicht Platz fünf, sechs oder sieben. Und wenn sie sagt: Ein gewisser Aufwand reicht uns.“ Damit die unterschiedlichen Auffassungen aber nicht irgendwann zu Knatsch führen, hat sich der Coach entschieden, seinen Vertrag nicht zu verlängern.


Hinzu kommt eben auch der Wunsch nach mehr Freizeit. Speziell die letzten 15 Jahre, so Röber, „waren sehr intensiv“. Er betont, überhaupt nicht im Bösen zu gehen, weiß die Zusammenarbeit nicht nur mit der Mannschaft, sondern speziell auch mit Frank Weber zu schätzen: „Ein überragender Mensch und Typ.“


Auf den nun die schwierige Aufgabe zukommt, Röbers Nachfolger(in) zu finden.

Derby gegen Langenhorst-Welbergen

 

Mit Langenhorst-Welbergen verbindet Frauen-Landesligist Borussia Emsdetten „gute und schlechte Erinnerungen“, sagt Trainer Birger Röber. Einerseits habe man in der vergangenen Saison beide Liga-Vergleiche verloren, andererseits im Mai das Kreispokal-Finale gegen die Ochtruperinnen gewonnen. Am Sonntag treffen sich die Teams, die punktgleich Nachbarn im Tabellenmittelfeld sind, im Kampf um Punkte wieder. Röber, der etliche Ausfälle wegstecken muss, erwartet gegen die robusten Gäste „Schwerstarbeit“. Und betont: „Das ist ein Derby. Da geht es nicht um Hacke, Spitze, eins, zwei, drei. Sondern darum, wer bereit ist, mehr Gras zu fressen.“


Sonntag, 16.11.25 - 13 Uhr, Teekotten: Borussia I-Frauen - SV Langenhorst-Welbergen

 

roeber-2025-11-15