1:2-Pleite gegen Schlusslicht
Auch Jule Hölscher, am Donnerstag rechts offensiv aufgeboten, konnte der Borussia-Offensive kein Leben einhauchen. So unterlagen die Dettener gegen Espelkamp mit 1:2 und rutschten wieder in den Tabellenkeller. | Foto: Thomas Strack
Von wegen Befreiungsschlag. Mit der 1:2 (1:1)-Heimniederlage am Donnerstagabend im Westfalenliga-Nachholspiel gegen das bisherige Tabellenschlusslicht FC Preußen Espelkamp auf dem Teekottenplatz des Walter-Steinkühler-Stadions hat sich Borussia Emsdetten wieder voll in den Abstiegskampf eingemischt.
Und der Sieg der Gäste ging in Ordnung. Espelkamp war schneller, zweikampfstärker, galliger und fußballerisch besser als die Borussen. Dabei fing es für die Gastgeber so gut an! Gleich mit der ersten Chancen gingen die Hausherren in der 9. Minute nach einem Standard in Führung. Vincent Schulte zirkelte den Ball aus halbrechter Position gefühlvoll auf den Kopf des völlig freistehenden Henrik Laumann, der aus sieben Metern rechts oben ins Espelkamp-Netz traf – 1:0, ein Start nach Maß!
Fast hätten die Dettener nachgelegt. Wieder ein Standard, diesmal ein Eckball. Wieder brachte Schulte die Kugel mit Effet in den Sechzehner, diesmal war Tom Bovenschulte per Kopf zur Stelle, doch ein Verteidiger klärte kurz vor der Torlinie (12.).
Das war‘s aber fast schon mit Borussias Offensiv-Künsten. Espelkamp presste hoch, zwang die Borussen immer wieder zu langen Bällen sowie Ballverlusten und schaltete dann über seine schnellen, trickreichen Spitzen blitzschnell um. Ucar (17.) gab eine erste Kostprobe, auch wenn der Ball hoch in den Nachthimmel flog.
Drei Minuten später aber nicht. Ngouba Moudouhy spielte den Ball steil in die Spitze. Vincent Schulte trat übers Leder, daher hatte Olivier Marohn freie Bahn und glich aus zehn Metern zum 1:1 für die Gäste aus (20.).
Borussia mühte sich zwar, brachte aber kaum Gescheites in der Offensive zuwege. Einzig Laumann hatte noch eine Chance: Gute Ballan- und -mitnahme, Schuss im Fallen aus der Drehung aus zehn Metern, doch Keeper Deubel machte das kurze Eck dicht (35.). Auf der Gegenseite war Ngouba Moudouhy (37.) bei einem Konter klar im Abseits, doch der Assistent ließ die Fahne unten. Sein Schuss landete am rechten Außenpfosten – Glück für Borussia, es blieb beim 1:1 zur Pause.
Die 2. Hälfte begann mit einem strammen Schuss von Espelkamps Marohn, das Tornetz der Borussia zappelte – aber es war nur das Außennetz... Puh. Doch der Gast gab nun die Richtung vor. In der 58. Minute fuhr der FC Preußen den nächsten Konter. Wieder ging es über den quirligen Ngouba Moudouhy, den Szabo nicht an der Flanke hindern konnte. Semir Ucar lief genau in den Ball, knallte ihn per Dropkick aus sechs Metern unhaltbar für Luca Dömer in die Maschen – das 1:2. „Hey Leute, wir haben noch eine halbe Stunde. Beißt euch mal rein jetzt“, musste Borussia-Trainer Marc Wiethölter sein Team von der Seitenlinie aus aufmuntern.
Am Willen fehlte es den Dettenern nicht, aber an der fußballerischen Umsetzung. Immer wieder flogen lange Bälle in Richtung Espelkamp-Sechzehner, die aber leicht zu verteidigen waren. Emsdetten hatte in der verbleibenden Spielzeit keine (Tor-)Chance mehr. Die Gäste hatten noch zwei dicke Dinger, um alles klar zu machen. Doch Marohn (69.) und Agackiran (88.) scheiterten am guten Luca Dömer.
Espelkamp war‘s egal, der Gast nahm die drei Punkte auch so vom Teekotten mit und wittert nun wieder Morgenluft im Abstiegskampf der Westfalenliga. Während die Borussen es am Donnerstag verpassten, sich dem stickigen Dunst des Tabellenkellers erst mal zu entziehen.

