Özmen soll erst mal die Füße stillhalten
Wer schießt Borussias nächsten Elfer? Marc Wiethölter ist kein Trainer, der einen Schützen bestimmt, sagte jetzt in der Halbzeitpause aber zu seinen Jungs: „Ich wünsche mir, dass einer antritt, der sich zu 100 Prozent sicher fühlt. Und ich würde mich freuen, wenn Jule Hölscher schießt.“ Özmen soll erst mal die Füße stillhalten. „Ich hätte aber keinen Stress damit, wenn er in einigen Wochen wieder einen schießt“, erklärt Wiethölter gegenüber unserem Medienhaus.
„Geilt euch daran nicht negativ auf“
Kleiner Tipp für den Coach: Vielleicht sollte er seiner Truppe mal die Abseitsregel erklären. Er lacht, weiß natürlich, dass unser Medienhaus damit auf die unfassbar vielen Abseitspfiffe anspielt, die sich Borussia vor allem in der 1. Halbzeit einhandelte. Problem dabei, so Wiethölter, sei nicht nur, dass seine Elf ständig aus vielversprechenden Situationen zurückgepfiffen wurde, sondern auch der damit verbundene, steigende Frust. Er forderte daher in der Halbzeit von seinen Spielern, Ruhe zu bewahren, drückte es in Wiethölter-Art so aus: „Geilt euch daran nicht negativ auf.“ Und gab die Tipps, auch mal vertikal statt steil zu spielen oder vom Ball wegzubleiben, wenn man sich im Abseits wähnt.
Borussia startete diesmal im 3-4-3, um Nordkirchens System (ebenfalls 3-4-3) zu spiegeln, erklärte Wiethölter. Der Plan ging auf, wie gewünscht entwickelte Emsdetten mehr Offensiv-Power. Nach Vorarbeit des linken Stürmers Vincent Schulte erzielte der über rechts angreifende, sonst meist defensiver eingesetzte Hölscher das Tor des Tages. Wiethölter: „Jule ist einer, der weiß, wo die Bude steht. Und er hat gute Flankenbälle.“
Keeper Dömer wird ausgezählt
Mit einer neuen Regel haben seine Jungs noch ihre Problemchen. Seit dieser Saison zählt der Schiri beim Abschlag der Torhüter sichtbar mit der Hand die letzten fünf Sekunden runter, um anzuzeigen, wann der Ball spätestens gespielt sein muss. Borussen-Keeper Luca Dömer übertrieb es in der Schlussphase gegen Nordkirchen, ließ sich auszählen, verursachte so eine gegnerische Ecke (früher gab‘s als Strafe einen indirekten Freistoß). „Kein Vorwurf an Luca, der Schiedsrichter hat im Vergleich zum Nordkirchener Torwart sehr schnell gezählt“, meint Wiethölter, der die Referee-Leistung sonst sehr gut fand.
Eine Woche zuvor war übrigens auch Linksaußen Schulte über die neue Regel gestolpert: Als der Unparteiische Nottulns Keeper beim Abschlag „anzählte“, missdeutete er die vier erhobenen Finger als Nachspielzeit und rief seinen Teamkollegen zu, jetzt noch mal vier Minuten Vollgas zu geben. Schmunzelnd wies Wiethölter ihn darauf hin, dass er da etwas falsch verstanden habe: Es laufe erst die 37. Minute.