Borussia muss die Torflaute beheben
Auch Borusse „Henne“ Laumann (oben) ist kein Torjäger, er traf erst einmal in dieser Saison in einem Westfalenliga-Spiel. | Foto: Thomas Strack
Borussia und die Sturm-Flaute... Wann haben die Rot-Weißen zum letzten Mal in einem Westfalenliga-Meisterschaftsspiel ins Tor getroffen? Im Oktober 2025 jedenfalls noch nicht. Den letzten Treffer erzielte Kürsat Özmen am 28. September in der 50. Minute zum 1:0-Sieg im Walter-Steinkühler-Stadion über den Spielverein Westfalia Soest.
In den folgenden drei Punktspielen durften die Rot-Weißen keinen Treffer bejubeln. Seit nunmehr 310 Spielminuten – also seit fünf Stunden und zehn Minuten (ohne Nachspielzeit!) – warten die Emsdettener auf einen Treffer.
Offensiv-Misere
Die letzten drei Partien gingen verloren: 0:1 in Ahaus, 0:2 auf eigenem Platz im Derby gegen den SV Mesum und zuletzt am Sonntag 0:4 beim FSC Rheda. Dort wurde die Offensiv-Misere vor allem in der 1. Hälfte deutlich. Drei Halbchancen hatten die Borussen gleich zu Beginn durch Kürsat Özmen (1. u. 4. Minute) sowie Markus Weidel (2.). Mehr war in Halbzeit eins nicht. Trotz enormen Engagements, hohen Pressings und recht gutem Zweikampfverhalten. Aber wenn es galt, Torgefahr zu kreieren, kam nichts: zu viele Ungenauigkeiten im Passspiel (Schulte), zu wenig Durchsetzungsvermögen im Eins-gegen-eins in der Spitze (Özmen), zu viele Ballverluste (Weidel).
Genau so einen Stürmer wie Linnemann bräuchten die Borussen. Dringend! Acht Treffer nach elf Partien haben die Rot-Weißen auf ihrem Torkonto – indiskutabel.
Mit drei Toren ist Kürsat Özmen der erfolgreichste Torjäger (?) der Dettener. Alles auf seine schmalen Schultern abzuwälzen, wäre ungerecht. Özmen rennt, kämpft, schuftet gegen den Ball – doch im letzten, im besonders wichtigen Drittel des Feldes fehlen ihm zu oft die Körner zum erfolgreichen Abschluss. Das Problem hat Trainer Marc Wiethölter längst erkannt. Allein, eine Lösung kann auch er bisher noch nicht präsentieren. Wie auch? Oliver Milek oder Elias Ernst sind jung, sind talentiert – aber zur Westfalenliga-Reife fehlt den Angreifern noch ein Stück.
Henrik Laumann ist eher ein „Sechser“ als „Zehner“ oder zweite Spitze, hat erst einen Treffer in dieser Spielzeit erzielt. Samir Haxha, Markus Weidel und Vincent Schulte, die auch immer wieder in der Offensive zum Einsatz kamen, warten noch auf ihren ersten Torjubel in dieser Saison. Innenverteidiger „Henni“ Ohde ist mit zwei Toren zweitbester Torschützen seines Teams.
Das wurde im Vorfeld der Saison nicht zielgerichtet zusammengestellt. Es fehlt eindeutig wenigstens noch ein gestandener, torgefährlicher Stürmer. Besser wären deren zwei. Spricht man das bei den Verantwortlichen an, sieht man verständnisvolles Nicken, z.B. bei Sportleiter Hans-Dieter Jürgens. Der aber dann auch gleich darauf hinweist: „Wir müssen es auch bezahlen können.“ Top-Stürmer, wie sie z.B. der SV Burgsteinfurt – aktuell Tabellenführer in der Landesliga 4 – bei seinem 3:0-Sieg bei Emsdetten 05 mit Berke, Kocevic, Haziri oder Chukri aufbot, „können wir uns schlichtweg nicht leisten“, so Jürgens, der am 21. September im Salvus-Stadion Augenzeuge der Partie 05 gegen den SVB war.
„Wir halten die Augen offen“
„Klar, wir halten die Augen offen“, macht Borussia-Trainer Marc Wiethölter deutlich, dass die Teekotten-Macher den Spieler-Markt im Blick haben. Ob sich im Winter was tut? Nötig wär‘s. Die Borussen-Fans hoffen derweil auf die Rückrunde, denn: „Dann haben wir ja zwei neue Spieler“, betont ein Rot-Weiß-Fachmann. Gemeint sind Laurentiu Tuca, der nach seinem kurzen Intermezzo bei Oberligist Vreden zum Teekotten zurückgekehrt ist und im neuen Jahr wieder für Borussia ran darf. Des Weiteren Kai Deradjat, der nach seinem Auslands-Semester im italienischen Bergamo zur Rückrunde wieder einsteigen will. Beide werden das Team fußballerisch sicher voranbringen, doch als Torjäger ist weder Tuca noch Deradjat bisher in Erscheinung getreten. Borussia braucht aber eine Tormaschine. Rasch!
Blick auf die zwei Spielzeiten zuvor:
Auf die Rückserie hoffen? Das könnte fatal enden, denn in den letzten beiden Spielzeiten hat Borussia die Basis für den Klassenerhalt in der Hinserie gelegt.
Saison 2023/24:
Hinserie:
12. Borussia Emsdetten 15 (4/4/7) 17:23 Tore 16 Punkte
Rückserie:
10. Borussia Emsdetten 15 (2/9/4) 25:28 Tore 15 Punkte
Abschluss-Tabelle:
12. Borussia Emsdetten 30 (6/13/11) 42:51 Tore 31 Punkte
Saison 2024/25:
Hinserie:
7. Borussia Emsdetten 15 (5/8/2) 23:17 Tore 23 Punkte
Rückserie:
15. Borussia Emsdetten 15 (3/3/9) 9:27 Tore 12 Punkte
Abschluss-Tabelle:
13. Borussia Emsdetten 30 (8/11/11) 32:44 Tore 35 Punkte

