Westfalenligist verliert 0:4
Blick durchs Tornetz: Die Borussen, hier Markus Weidel (links), ließen es in Rheda erneut nicht zappeln, verloren mit 0:4 (0:2) Toren. | Foto: Thomas Strack
Es gibt diese Szenen, in denen kann sich ein Spiel zum Positiven drehen. In der 62. Minute der Borussen-Partie am Sonntag beim FSC Rheda gab es so eine: Der erst vier Minuten zuvor eingewechselte Arian Kraushaar hielt aus 25 Metern voll drauf. Der Ball senkte sich hinter FSC-Keeper Müller, klatschte aber an die Latte des Rheda-Kastens. Es blieb beim 2:0 für die Gastgeber.
Borussia schliddert Richtung Tabellenkeller
Acht Minuten später setzte Rheda einen Konter zum 3:0 (70.) und entschied damit endgültig diese Westfalenliga-Partie für sich. Am Ende unterlag Borussia Emsdetten gar mit 0:4 (0:2) beim FSC Rheda und schliddert nach der dritten Niederlage in Folge in der Tabelle weiter in Richtung Abstiegsränge runter.
Mitentscheidend an dieser zu deutlichen Niederlage war Schiedsrichter Patrick Lepperhoff, der in der 1. Hälfte ganz viel laufen ließ und entscheidenden Einfluss auf die Partie nahm. In der 16. Minute wurde Borusse Attila Szabo beim Spielaufbau Mitte der eigenen Hälfte attackiert und gefoult, doch Lepperhoff ließ weiterspielen. Die daraus entstandene Umschaltsituation nutzte der überragende Christoph Linnemann zum 1:0 für Rheda.
In der 28. Minute brachte Rhedas Martin Asic eine Freistoßflanke in den Dettener Sechzehner. Attila Szabo klärte per Kopf, bugsierte dabei aber den Ball an die eigene Hand. Diesmal blies Lepperhoff in seine Pfeife und zeigte auf den Punkt – Elfmeter für Rheda. „Kennst du die Regel nicht“, blaffte Borusse Markus Weidel den Referee an. Doch alle Diskussionen brachten nichts. Linnemann lief zum Strafstoß an und traf klasse links oben in den Knick – das 2:0 (28.).
Die Borussen, die offensiv im 1. Durchgang fast nichts zustande brachten, hatten noch Glück, dass es bis zur Pause dabei blieb.
Borussia kommt gut aus der Kabine
Nach dem Wechsel aber drehte Borussia auf, wollte sichtbar die Wende, war jetzt – endlich – auch torgefährlich. Weidel scheiterte aus spitzem Winkel am FSC-Torhüter (53.). Kürsat Özmen (57.) kam einen halben Schritt zu spät, dann knallte Kraushaar das Leder an die Latte (62.). Zur Wahrheit gehört auch, dass die Dettener Dusel hatten, dass Rhedas Aciz zu Beginn der 2. Halbzeit nur den linken Pfosten traf und Luca Dömer den Nachschuss von Acar klasse parierte (48.).
Die Entscheidung lag in dieser Phase in der Luft. Und Rheda führte sie herbei, wieder durch Christoph Linnemann. Nach einer Borussia-Ecke wurden die Gäste eiskalt ausgekontert, da sie dummerweise die Absicherung vergessen hatten. Aciz und Linnemann sprinteten auf Keeper Dömer zu, Querpass Aciz – der Rest war für Linnemann Formsache (70.).
Das Spiel war durch. Aber Linnemann legte noch seinen vierten Treffer an diesem Nachmittag nach: Ballverlust Weidel, „Henne“ Laumann grätscht ins Leere, FSC-Torjäger Linnemann hat freie Bahn, macht das 4:0 (83.).
Trainerstimme
Borussia-Trainer Marc Wiethölter sagte nach dem Spiel: „Wir haben 4:0 verloren – und eigentlich weiß keiner, warum. Die Tore zum 1:0, 2:0 und 4:0 für Rheda waren irregulär“, kritisierte der Borussen-Coach den Schiedsrichter. Wiethölter wies aber auch auf die problematische Personalsituation hin, so hatte sich Julian Dirks noch am Sonntagmorgen krankheitsbedingt abgemeldet. „Außerdem mussten heute mehrere Jungs spielen, die in der Woche erkrankt waren. Trotzdem haben wir heute hier nicht so gespielt, dass wir mit 4:0 hätten verlieren müssen“, betonte der Borussen-Trainer.

