Borussias Angst vor dem Torerfolg

14.10.2025

Abschlussschwäche muss behoben werden

Borussia muss seinen Tor-Geiz schleunigst beenden, mehr Mut zum Torabschluss muss her.

Im neuen Dress, gesponsort von der Volksbank im Münsterland eG, präsentierte sich das Borussen-Team am Sonntag im Kreis-Derby der Westfalenliga gegen den SV Mesum. Eingeweiht wurden die neuen Trikots allerdings mit einer 0:2-Niederlage... | Foto: Thomas Strack

Dass acht Tore in zehn Spielen für vier Siege sowie ein Remis und damit 13 Punkte reichen – Respekt dafür. Doch fragt man sich: Was wäre nur für Borussia Emsdetten in der Westfalenliga drin, wenn die Truppe besser treffen würde? Tut sie aber nicht. Zu sehen noch am Sonntag auf dem Teekotten beim 0:2 im Derby gegen den SV Mesum.

 

„Ist so“, weiß Trainer Marc Wiethölter, dass er an den Tatsachen nichts ändern kann. Er arbeitet aber hart mit seinen Spielern daran, dass die sich im Torabschluss verbessern. Und sah im Derby, speziell in der 1. Hälfte, da gute Ansätze, denn: „Wir haben die Aktionen in Tornähe, wir müssen sie nur besser nutzen. Aber da hat uns am Sonntag die Entschlossenheit gefehlt.“


„Das runde Ding aufs Tor treten“


So als „Henne“ Laumann 20 Meter zentral vor dem SVM-Tor eine Chance hatte, aber „zu überrascht“ war und nicht abzog. Oder Markus Weidel, der zwei Mesumer ausspielte, dann aber den Ball auf dem schwächeren linken Fuß hatte und zögerte. Oder Attila Szabo, der sich auf der linken Seite durchgesetzt hatte und aus spitzem Winkel den Rückpass wählte, „statt dem Torhüter den Ball zwischen die Hörner zu ballern“, wie Wiethölter fordert. „Wir müssen viel galliger da-rauf sein, das runde Ding einfach mal aufs Tor zu treten. Und wenn der Ball dann zehn Meter drübergeht – egal. Das Vertrauen bekommen die Jungs von uns“, wünscht sich der Borussia-Trainer mehr Mut von seinen Spielern.


Wohlwissend, „dass wir einfach mal einen Brustlöser brauchen“. Denn bisher wirke es manchmal so, als hätten die rot-weißen Kicker „Angst vor dem Torerfolg“. Das muss sich dringend ändern. Einer, der helfen könnte und mit ausreichend Selbstvertrauen ausgestattet ist, ist Vincent Schulte. Doch der Linksfuß ist aktuell nicht voll fit, konnte zudem in der vergangenen Woche beruflich bedingt nicht trainieren, kam daher am Sonntag erst nach dem 0:2 (55.) in der 2. Hälfte von der Bank ins Spiel (58.). Auch Elias Ernst kam als zusätzliche Offensivkraft in der 63. Minute, zeigte zumindest gute Ansätze. Eine Option für die Start-Elf? Denkbar, aber „leider hat er sich jetzt, wie auch Max Siepmann, erst mal für eine Woche in den Urlaub verabschiedet“, erklärt Coach Wiethölter. „Damit müssen wir leben.“


„Haste Sch... am Schuh...“


Auch die Option mit dem kopfballstarken Innenverteidiger Hendrik Ohde als Sturmspitze fruchtete am Sonntag in der Schlussphase nicht. „Der Plan war, mit langen Bällen in die Spitze auf ,Henni‘ zu agieren, aber wir haben weiter flach gespielt“, klagte Wiethölter. So ließ sich das Derby nicht mehr drehen, stand am Ende die 0:2-Niederlage gegen einen fußballerisch wahrlich nicht berauschenden SVM. „Tja, haste Sch... am Schuh, dann haste Sch... am Schuh“, zitiert Wiethölter den verstorbenen Weltmeister Andi Brehme.


Und muss sein Team jetzt wieder aufbauen, denn: „Wir haben noch fünf Spiele bis Weihnachten, dann will ich 20 Punkte haben“, gibt er als Zwischenziel aus. Auch wenn der Trend nach der zweiten Niederlage in Folge aktuell gegen die Borussia spricht.

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