Borussia verliert gegen Mesum mit 0:2
Im Kreis-Derby wurde sich nichts geschenkt: Hier beharken sich SVM-Torjäger Julin Muthulingam (links) und Borussias „Sechser“ Mats Hagel. Am Ende siegte der SVM mit 2:0. | Foto: Thomas Strack
Ins Walter-Steinkühler-Stadion kommen die Gast-Mannschaften aus dem Kreis Steinfurt sehr gern. Guter Rasenplatz, gute Bewirtung – und drei Punkte. Was will man mehr? Auch am Sonntag blieb es bei der Tradition (?), dass die Gäste in den Kreis-Derbys der Westfalenliga nach dem Abpfiff auf dem Platz Ringelreihen tanzen und dabei grölen: „Derby-Sieger, Derby-Sieger – hey, hey!“ Denn der SV Mesum nahm beim 2:0 (0:0)-Sieg die Punkte aus Detten mit – und das verdient.
Schon die drei Derby-Versuche zuvor gegen den SuS Neuenkirchen (0:2 und 0:3) sowie den SVM (0:3) hatten die Borussen auf eigenem Platz verloren. Dabei war Emsdetten zumindest in der 1. Hälfte anzusehen, dass sie an der Misere etwas ändern wollten: Einsatz, Kampf, Wille – das stimmte diesmal bei Rot-Weiß. Das war deutlich anders als beim 0:3 gegen den SuS am 31. August an gleicher Stelle. „In der 1. Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir Derby können“, beharrte Trainer Marc Wiethölter nach dem Spiel. Korrekt.
Was seine Borussen aber nicht können, ist, Tore schießen – und darauf kommt es nun mal im Fußball an. Bester Beweis dafür: Nach einem Fauxpas von SVM-Torhüter Schäperklaus fiel der Ball Borussia-Stürmer Özmen in zentraler Position zehn Meter vor dem leeren Mesumer Tor vor die Füße – und er schoss die Kugel über den Kasten! Unfassbar. Den hätten wohl die meisten der 450 Zuschauenden reingemacht...
So entwickelte sich eine verteilte Partie, in der beide Teams fußballerisch viel vermissen ließen. Hochkarätige Chancen hatten Seltenheitswert. Borussia hatte eine, als Laumann aus zehn Metern nach einem Eckstoß frei zum Kopfball kam – knapp rechts vorbei (15.). Auf der Gegenseite lupfte Kevin Ostendorf den Ball aufs statt ins Tor (34.). Ein fades 0:0 zur Pause.
Immerhin fielen nach dem Wechsel Treffer. Borussia kam nicht wirklich wach aus der Kabine: Kevin Ostendorf lief mit dem Ball am Fuß in Richtung Dettener Tor, wurde nicht attackiert, zog aus 20 Metern flach ab – und der Ball schlug unten links zum 0:1 ein (46.). Schöner hätte diese Spielhälfte für Mesum nicht beginnen können.
Es kam noch besser. Auf der Gegenseite brachte Weidel einen Freistoß in den SVM-Sechzehner, Kürsat Özmen erwischte den Ball mit dem Scheitel, das Leder flog ins rechte Eck (51.). Der Ausgleich. Denkste! Haarscharf Abseits. Dusel für den SVM.
Der nur vier Minuten später den Borussen den vorzeitigen K.o. versetzte. Nach einem Eckball von der linken Seite misslang Dettens Torhüter Dömer die Faustabwehr, der aufgerückte Christopher Strotmann nahm den Ball volley aus zwölf Metern – und es stand 0:2 (55.).
Borussia-Trainer Wiethölter reagierte, brachte mit Schulte (58.) und Ernst (63.) Offensivkräfte, die aber für wenig Belebung sorgten. Dann beorderte er als letzte Hoffnung den kopfballstarken Innenverteidiger Ohde nach vorn, aber auch das half diesmal nicht. Ein Freistoß von Weidel (67.), ein Kopfball von Ernst (77.) – mehr kam bei Borussia nicht.
Mesum hatte da mehr zu bieten, doch der Freistoß von Katerkamp (80.) und der Drei-gegen-eins-Überzahl-Konter schon in der Nachspielzeit brachten auch nichts Zählbares, so blieb es beim verdienten 2:0-Derby-Sieg des SVM.
Infos zum Derby:
Borussia Emsdetten: Lu. Dömer - Dirks, Ohde, Langelage, Moselage (58. Schulte) - Hölscher, Hagel (63. Ernst) - Weidel (75. Haxha), Laumann (70. Kraushaar), Szabo (80. Siepmann) - Özmen – Trainer: Marc Wiethölter.
SV Mesum: Schäperklaus - Pöhlker (80. Hartke), Strotmann, Dindic, Katerkamp (85. Wolf) - Grewe, Knüver (89. Göttlich), Egbers - K. Ostendorf (86. M. Ostendorf), Muthulingam, Schmidt (84. Fislage) – Trainer: Pascal Wilmes.
Tore: 0:1 K. Ostendorf (46.), 0:2 Strotmann (55.).
Gelbe Karten: Hagel (27./Foulspiel), Ohde (58./Foulspiel), Ernst (64./Foulspiel), Langelage (79./Foulspiel) – SVM blieb ohne Verwarnungen.
Zuschauer: 450.
Schiedsrichter: Adrian Mazurkiewicz; Assistenten: Vladislav Löffler, David Spiecker: Keine gute Leistung des Gespanns, das keine einheitliche Linie bei Foulspielen hatte, zudem die SVM-Schauspielerei hätte unterbinden müssen.
Trainerstimmen: Pascal Wilmes (SVM): „Die 1. Halbzeit war sehr zerfahren, aber wir wollten hier auch nicht in Schönheit sterben. In der 2. Halbzeit fällt uns das 1:0 vor die Füße, das 2:0 machen wir nach einem Standard. Fußballerisch können wir sicherlich mehr. Aber wir wussten: Wenn wir hinten nichts zulassen und die Borussia-Standards gut verteidigen, machen wir vorne mit unserer starken Offensivkraft irgendwann das Tor.“
Borussen-Trainer Marc Wiethölter: „Glückwunsch zum aufgrund der 2. Hälfte verdienten Sieg. In der 1. Halbzeit haben wir gezeigt, dass wir Derby können. Das ist das, wo wir hinwollen. In der 2. Hälfte bekommen wir nach 20 Sekunden das 0:1, dann treffen wir aus Abseits-Position und bekommen quasi im Gegenzug das 0:2 – einen unglücklicheren Spielverlauf gibt es nicht. Danach fehlte der Glaube, das Spiel noch zu drehen.“

