„Kurts“ Knoten ist geplatzt

29.09.2025

Westfalenliga: Emsdetten schlägt Soest

Ladehemmung vorbei, Knoten geplatzt: Kürsat Özmen besorgte am Sonntag für Westfalenligist Borussia Emsdetten gegen Westfalia Soest den umjubelten 1:0-Siegtreffer (50.).

Einfach stark! Nicht nur wegen seines Treffers drückte Borussen-Stürmer Kürsat Özmen (r.) der Partie am Sonntag den Stempel auf. Mit viel Entschlossenheit eroberte er Bälle, war kaum von der Kugel zu trennen und für den Gast Westfalia Soest ein ständiges, nerviges Ärgernis. | Foto: Thomas Strack

Nach seiner Bude unter der Woche im Kreispokal bei Vorwärts Wettringen der zweite Treffer in Folge für den Stürmer, den bei Borussia alle nur „Kurt“ rufen. „Für Kurt freut es mich besonders“, sagte denn auch Marc Wiethölter, konnte es sich mit einem Lachen aber nicht verkneifen, gleich wieder den strengen Trainer zu spielen: „Er hätte auch noch ein oder zwei Tore mehr machen dürfen.“

Nach ausgeglichener erster Halbzeit schlugen die Borussen kurz nach dem Seitenwechsel zu. Wieder mal giftig draufgehende Hausherren erzwangen im linken Mittelfeld den Ballgewinn, nach Vincent Schultes scharfer Hereingabe klärte Soest in den Rückraum, wo Özmen angerannt kam und beherzt aus 14 Metern einschoss.
 
Borussia verpasst das 2:0
 

Danach igelte sich Borussia keineswegs hinten ein, sondern blieb mutig, wollte die Entscheidung. Özmen (55., 76.) und Schulte (58.) scheiterten aus spitzem Winkel an Torwart Benjamin Aust, ein Özmen-Kopfball landete im Netz – aber knapp Abseits (74.).


So blieb die Partie bis in die fünfminütige Nachspielzeit hinein spannend. Abgeklärte, sicher stehende Borussen ließen hinten so gut wie nichts zu. Einzige Ausnahme: Nach einem schwachen Pass im Mittelfeld von Henrik Laumann kam Soests Niklas Senk rechts im Sechzehner zum Abschluss, Tormann Luca Dömer tauchte sicher ab (71.).


Schon im ersten Durchgang hielt Emsdetten die Gäste gut auf Distanz. Soest deutete aber immer wieder an, wie gefährlich sie werden können, wenn man ihnen etwas anbietet. In der 38. Minute ließ sich Julian Dirks rechts hinten überlaufen, nach der anschließenden flachen Hereingabe kam der Ball zu Senk, der mit seinem unplatzierten Abschluss an Dömer scheiterte. Auch über Standards strahlte Soest immer wieder Gefahr aus.

In einem Duell zweier Mannschaften, die vor allem erst mal keine Fehler machen wollten, setzte auch Emsdetten vor der Pause offensiv Akzente. Ein Kopfball des nicht nur wegen seines Treffers starken Özmen ging knapp vorbei (21.), sein Distanzschuss geriet zu mittig (30.).

Lob vom Gegner


Nach der Pause aber war Borussia das klar bessere Team. Und erhielt auf der anschließenden Pressekonferenz auch von Gäste-Trainer Dustin Hamel ein Lob: „Da muss man der Heimmannschaft ein Kompliment machen, ihr habt das wirklich klasse verteidigt über 90 Minuten. Unsere Niederlage geht insgesamt in Ordnung.“

Die Trainerstimmen

 

„Das Spiel kann lange Zeit in beide Richtungen gehen“, sagte Soests Trainer Dustin Hamel bei der Pressekonferenz. „Wir wussten, dass wir heute gegen einen defensiv sehr gut organisierten Gegner, der super zweikampfstark ist, wenig Möglichkeiten bekommen. Die erste Halbzeit war sehr ausgeglichen. Leider sind wir in der zweiten Halbzeit einmal unaufmerksam. Danach war Emsdetten dem 2:0 näher als wir dem Ausgleich. Wir hatten noch zwei, drei Halbchancen, aber nichts wirklich Konkretes.“


Borussias Coach Marc Wiethölter sah vor der Pause einige Fehler seiner Elf, betonte aber: „Ich war mit der ersten Halbzeit schon sehr zufrieden, weil die Organisation auf dem Platz sehr gut war. Wir haben auch versucht, nach vorne den einen oder anderen Akzent zu setzen. Mit der zweiten Halbzeit bin ich umso zufriedener. Mit dem einen Haken, dass wir das 2:0 nicht gemacht haben, die Möglichkeiten waren da. Eine mega intensive, sehr gute Mannschaftsleistung. Auch fußballerisch hat es mir in Ansätzen Spaß gemacht.“

 

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