Wiethölter: „Die Liga ist echt verrückt“

27.09.2025
Fußball-Westfalenligist Borussia empfängt Westfalia Soest -mho-EMSDETTEN. Borussia Emsdetten liegt nach sieben Spieltagen mittendrin. Drei Punkte hinter Platz 1, drei Punkte vor den Abstiegsrängen. Was sagt ihm dieses Tabellenbild? „Dass die Westfalenliga echt verrückt ist“, antwortet Trainer Marc Wiethölter (kl. Foto). „Kein Spieltag ohne überraschende Ergebnisse. Anders als ich es vor der Saison erwartet habe, setzt sich oben auch keiner ab.“ Am Sonntag empfängt Borussia ein anderes Mittelfeld-Team: Westfalia Soest. Wiethölter: „Ich will nicht von einem richtungsweisenden Spiel sprechen. Es ist aber ein sehr wichtiges. Ein Heimsieg würde die Kluft nach unten wieder vergrößern und gäbe auch ein Stück weit Selbstvertrauen.“ Spielerisch, so Wiethölter, gehöre Soest neben Kinderhaus zu den Top-Adressen. „Sie lassen die Murmel stark laufen.“ Er rechnet damit, „dass sie uns brutal hoch anlaufen. Andererseits bietet das auch Möglichkeiten.“ Die Gäste scheinen auf jeden Fall hinten anfällig zu sein, 17 Gegentore sind der Liga-Höchstwert. „In der Luft sind sie aber nicht zu knacken“, sagt Wiethölter, „sie haben zwei Innenverteidiger mit Gardemaß.“ Daher sollen seine Jungs am Boden mit viel Tempo in die sich bietenden Lücken stoßen. Um die Offensiv-Maschinerie des Gegners ins Stocken zu bringen, verlangt Wiethölter „hohe Laufbereitschaft und eine mega Intensität in den Zweikämpfen“. Und zwar diesmal von Anfang an! Zuletzt bei der 0:1-Liga-Pleite in Rödinghausen und am Mittwoch im Pokal bei Vorwärts Wettringen wachten die Borussen jeweils erst nach 30 Minuten auf. Wobei Wiethölter wichtig ist zu sagen: „Ich hatte das Gefühl, mich dafür rechtfertigen zu müssen, dass wir in Wettringen ,nur‘ 2:1 gewonnen haben. Mir kommt zu kurz, dass wir eine Runde weitergekommen sind.“ Auch seine Truppe habe sich nicht richtig gefreut. Der Coach dagegen lobt, wie seine Elf nach 0:1-Rückstand einen sehr unbequemen Landesligisten ab der 30. Minute niederrang. Auch dass die Borussen vor dem Anpfiff beim Warmmachen die richtige Körperspannung vermissen ließen, „nehme ich den Jungs nicht übel. Teilweise sind sie nach der Arbeit abgehetzt nach Wettringen gekommen. Ich weiß, wie schwer das abzuschütteln ist, ich war selbst Fußballer.“ Während Soest sich bislang die meisten Gegentore gefangen hat, hält Borussia gemeinsam mit Neuenkirchen den Rekord für die wenigsten (jeweils 9). „Das steckt in Borussias DNA drin“, sagt Wiethölter mit Blick auf die seit Jahren vorherrschende Devise, hinten erst mal dicht zu halten. Der seit dieser Saison neue Coach arbeitet daran, auch offensiv mehr zu bieten. Noch mit überschaubarem Erfolg, kein Team hat seltener getroffen als Borussia (7). „Mit der Torausbeute bin ich nicht zufrieden“, sagt Wiethölter, „wir hatten aber schon genug Chancen für 14 Tore.“ Zudem betont er immer wieder, die Umstellung auf mehr Offensivgeist sei ein langer Prozess. Fehlen wird am Sonntag weiterhin Linus Schnieders (Knie), dagegen kehren Arian Kraushaar (Bänderverletzung) und Elias Ernst (Wade) womöglich zurück. Anstoß Sonntag, 28.09.25 - 15:00 Borussia vs. Westf. Soest - Walter-Steinkühler-Stadion
Marc Wiethoelter