Westfalenliga: 0:1 in Rödinghausen
Attila Szabo (r.), hier gegen Rödinghausens Lennox Afolabi, spielte bei Borussia hinten links, zeigte wie schon beim 2:1-Sieg eine Woche zuvor gegen Theesen eine gute Leistung. | Foto: Marius Holthaus
Es war noch rund eine Viertelstunde zu spielen. Gastgeber SV Rödinghausen II im Angriff, Damian Bittner legte im Strafraum den Ball an Hendrik Ohde vorbei, Borussia Emsdettens Innenverteidiger stellte den Körper rein, kam zu Fall, riss dadurch Bittner mit zu Boden – Elfmeter! Der Gefoulte trat selbst an, zielte in die Mitte, der 1:0-Siegtreffer (79.) für die Hausherren in dieser Westfalenliga-Partie am Sonntag.
„Ein Kann-Elfmeter“, räumte Borussen-Trainer Marc Wiethölter ein. Allerdings sahen die Gäste in der Strafstoß-Entstehung eine eindeutige Abseitsstellung. Doch der Pfiff blieb aus.
Nach dem Rückstand warf Emsdetten alles nach vorne. Es blieb aber bei Stückwerk, vielmehr vergab Rödinghausen II noch einige gute Möglichkeiten zu erhöhen.
„Da haben wir gepennt“
Das begriff seine Elf erst nach einem Warnschuss in der 33. Minute. Da gab es Freistoß für Rödinghausen II, Hendrik Rübartsch täuschte die Ausführung nur an, lief über den Ball und hinter die Borussen-Mauer, Samih Uslu chippte ihm die Kugel in den Lauf, Torwart Luca Dömer parierte den freien Schuss. Wiethölter: „Da haben wir gepennt.“
Danach aber wachte Borussia auf, richtete sich auf. Nach einer Ecke in der 45. Minute lag der Ball plötzlich vor Samir Haxhas Füßen, sein Abschluss geriet aber zu mittig. Sekunden später erlief Borussen-Stürmer Kürsat Özmen einen Rückpass, ging an Keeper Hannes Kramp vorbei, doch der Winkel wurde zu spitz. Wieder nur Sekunden später verlor Attila Szabo im Mittelfeld den Ball, Rödinghausen II spielte mit zwei schnellen Pässen Arvin Moulai frei, der verzog.
Borussias Monsterchance zum 1:0
So unterhaltsam der erste Durchgang endete, so startete auch der zweite. Mit einer Monsterchance für Borussia. Haxha zog von der Strafraumkante aus ab, Kramp wehrte den Ball genau vor Özmens Füße ab, doch Emsdettens Stürmer hat aktuell die Pest an den Stiefeln. Eigentlich konnte er sich die Ecke aussuchen, schoss aber aus kurzer Entfernung Kramp ab, der auch den zweiten Nachschuss von Vincent Schulte parierte (50.). Im Gegenzug hatte Borussia Glück, dass Niklas Burlage freistehend genau auf Keeper Dömer köpfte (52.) und Moulai nach der anschließenden Ecke seinen Kopfball vorbeisetzte.
Die Partie wogte danach ohne die ganz großen Chancen hin und her. Bis Bittner in Borussias Box zu Fall kam.
Die Trainerstimmen
„In den letzten Wochen hatten wir genug Pech. Heute hatten wir mal Spielglück“, fasste Lennard Warweg, Trainer des SV Rödinghausen II, den 1:0-Sieg zusammen. „In der ersten Halbzeit waren wir überlegen, die zweite Halbzeit war sehr ausgeglichen. Emsdetten hat intensiv gegen den Ball gearbeitet.“
Borussen-Trainer Marc Wiethölter sah „eine leidenschaftliche zweite Halbzeit. Aber der letzte Pass kam oft nicht an, Flanken wurden vom Winde verweht.“
Er trauerte den zwei „hundertprozentigen Chancen“ durch Samir Haxha kurz vor und Kürsat Özmen kurz nach der Pause hinterher. Über Özmens seit einigen Wochen andauernde Ladehemmung sagte Wiethölter: „So ist das leider manchmal bei Stürmern, auch im Profibereich gibt‘s viele Beispiele.“ Irgendwann werde der Knoten platzen.

