Der kampfstarke Linksfuß war zur Vorsaison von Bezirksligist SuS Stadtlohn zur Borussia gewechselt, hatte hier voll eingeschlagen. Es folgte ein Angebot der SpVgg Vreden. Tuca nahm es an, wollte seine Chance in der Oberliga suchen. Doch nach wenigen Wochen brach er dort im August seine Zelte schon wieder ab. Vreden hatte auf seiner Position im linken Mittelfeld noch einen weiteren, Regionalliga-erfahrenen Mann verpflichtet. Tuca wurde daraufhin auf anderen Positionen getestet, fühlte sich damit aber nicht wohl. „Er ist einer, der links offensiv spielen muss“, erklärt Jürgens.
Zu großer Aufwand in Vreden
Ein achtminütiger Kurzeinsatz am 1. Spieltag gegen Lippstadt (1:3-Niederlage) blieb Tucas einziges Punktspiel für Vreden. Den Kampf um einen Stammplatz hätte er nur schwer aufnehmen können. „Er hat festgestellt, dass der Aufwand in Vreden für ihn zu groß ist“, so Jürgens. Nach dem Training lässt der Oberligist gerne längere Video-Analysen folgen, Tuca kam oft erst gegen Mitternacht heim. In Kombination mit seinem Beruf einfach zu zeitintensiv für den 22-Jährigen, dem im Herbst seine Abschlussprüfung als Elektriker bevorsteht.
Nach seinem Aus in Vreden klopften sofort zahlreiche Vereine bei Tuca an. „Mehr als eine Handvoll, darunter Liga-Konkurrenten von uns“, weiß Jürgens. Auch die Borussen selbst, die immer den Kontakt zum verlorenen Sohn gehalten hatten, signalisierten Interesse. „Wir waren mit ihm ja immer sehr zufrieden“, sagt Jürgens. „Und Laui hat sich bei uns auch immer sehr wohlgefühlt. Er ist ja nicht gegangen, weil er unzufrieden war, sondern weil er es in der Oberliga probieren wollte.“
Zusage direkt für eineinhalb Jahre
Am Dienstagabend wurde die Rückhol-Aktion perfekt gemacht, die Mannschaft direkt informiert. Tucas Vertrag läuft bis 2027. Jürgens: „Laui hat selbst gesagt, nur für ein halbes Jahr macht es keinen Sinn. Er wollte die Zusage gleich für eineinhalb Jahre geben und haben.“
Ab der Rückrunde wird Tuca spielberechtigt sein. Anfang 2026 kehrt auch Mittelfeld-Stratege Kai Deradjat von seinem Auslandssemester in Bergamo zurück. Emsdetten wird also mit fetten neuen personellen und taktischen Möglichkeiten aus der Winterpause kommen.
Videoanalysen gibt es übrigens auch bei der Borussia. Im Gegensatz zu Vreden finden sie aber vor dem Training statt, sind kurz und knackig. Jürgens lobt Chefcoach Marc Wiethölter und Co-Trainer Tim Plottek: „Sie suchen eher wenige, dafür aber markante Szenen heraus."