Henni Ohde lässt die Borussen jubeln

15.09.2025

Westfalenliga: Kapitän trifft zum 2:1-Sieg

Aufatmen am Teekotten in Emsdetten! Der so wichtige dritte Saison- und erste Heimsieg ist da. Mit 2:1 (1:0) bezwang eine insgesamt schwache Borussia am Sonntag vor 204 Zuschauenden Westfalenliga-Kellerkind VfL Theesen glücklich.

Das glückliche 1:0 für Borussia: Torschütze Mats Hagel (vorne) kann‘s kaum fassen. | Foto: Thomas Strack

„Das war ein Drecks-Spiel“, gestand Dettens Trainer Marc Wiethölter ehrlich. „Ich habe es schon vorher geahnt.“


Doch letztlich kann es ihm egal sein, denn die drei Punkte wandern aufs Borussen-Konto. Mit nun zehn Zählern stehen die Rot-Weißen nach sechs Partien als Westfalenliga-Siebter ordentlich da.


In einem wahrlich schwachen Spiel läuft die 88. Minute. Es steht 1:1. Theesen kann damit leben, für Borussia ist das zu wenig. Ecke für die Gastgeber. Der eingewechselte Vincent Schulte, der der heimischen Offensive endlich Leben einhauchte, zirkelt den Ball von der rechten Seite mit dem linken Fuß in den Fünfmeterraum des VfL. „Henni“ Ohde fliegt einen Meter über der Grasnabe heran, erwischt den Ball mit dem Kopf und drückt ihn ins rechte Eck. Das 2:1 – die Borussen und ihre Fans jubeln, können ihr Glück kaum fassen.


Mats Hagel macht‘s!


Denn gerade offensiv war es eine ganz, ganz schwache Leistung, die die Dettener ihren treuen Fans anboten. In der 1. Hälfte hatten die Rot-Weißen nur eine Szene: Samir Haxha setzt sich auf der linken Seite gegen zwei Theesener durch, bringt den Ball flach vors Tor. Kürsat Özmen verpasst ihn. Aber in den Abpraller grätscht Mats Hagel mit allem, was er hat, rein, knallt die Kugel aus zehn Metern zum 1:0 ins linke Eck (26.).


Die glückliche Führung für die Borussia, die ansonsten nur defensiv gefordert ist. Und das gegen einen Gast, der fußballerisch wahrlich nicht zum Besten in der Westfalenliga gehört. Doch Theesen nutzt seine Chancen durch Bentria (9.), Tödtmann (41.), Beckmann (45.) und Ajdar (45.+2) nicht. Also nimmt Borussia die Dusel-Führung mit in die Kabine.


In der 2. Hälfte drängen die Gäste, die schon im 1. Durchgang geschätzt 70 Prozent Ballbesitz hatten, noch mehr auf den Ausgleich. Doch nach einem Schnieders-Patzer rettet Keeper Dömer im Eins-gegen-eins gegen Beckmann noch den knappen Vorsprung (56.).


Özmen verballert Elfmeter


Auf der Gegenseite foult VfL-er Kirici im Sechzehner Kürsat Özmen – klare Sache: Elfmeter. Der Gefoulte führt selbst aus und jagt den Ball gut zwei Meter über den Querbalken (57.). „Der Elfer wäre die Entscheidung gewesen“, weiß Coach Wiethölter. Er bringt Schulte (58.) für Haxha und damit endlich Offensiv-Power. Der Linksfuß, zuletzt erkrankt, ist nur eine Minute auf dem Platz, schon scheitert er an Keeper Weber (59.).


Nach einer Theesen-Ecke pennt die gesamte Borussen-Defensive, sodass Mattis Beckmann aus drei Metern den Ball unter die Latte kicken kann – das 1:1 ist absolut verdient (64.), wenn auch total unnötig. Schulte (65.) und auf der Gegenseite Ajdar (66.) haben die Chancen, ihr Team in Front zu bringen. Klappt nicht, es bleibt beim 1:1. Bis zur 88. Minute. Dann trifft Hendrik Ohde per wundervollem Flugkopfball doch noch zum 2:1 – und lässt die Borussen jubeln

„Die Angst hat heute mitgespielt“

 

Die Erleichterung über den glücklichen Heimsieg war Borussen-Trainer Marc Wiethölter nach dem Abpfiff deutlich anzusehen. „Wir sind schwer in die Partie reingekommen, hatten aber nach 15, 20 Minuten einige gute Passagen. In dieser Zeit fällt dann auch das Tor für uns zum 1:0“, erklärte der Übungsleiter kurz nach dem Spielende.


„Man hat heute gemerkt, dass bei uns die Angst mitgespielt hat. In dieser Woche hieß es immer nur: Heimsieg! Heimsieg! Heimsieg! Aber das 0:3 zuletzt auf eigenem Platz gegen den SuS Neuenkirchen wirkt bei uns noch nach“, suchte Wiethölter eine Erklärung für die insgesamt dürftige Leistung seines Teams.


Der Borussen-Coach wollte aber auch „heute mal einen Spieler loben: Attila Szabo hat schon in Maaslingen ein starkes Spiel gemacht und hat heute den gefährlichsten Theesener fast ganz aus der Partie genommen.“

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