-mho-EMSDETTEN. Es gibt zwei typische Sprüche bei Westfalenligist Borussia Emsdetten, die Trainer Marc Wiethölter wenige Wochen nach Amtsantritt schon zu den Ohren raushängen. Und zwar:
Borussia kann keine Derbys. „Das haben wir gegen Neuenkirchen bewiesen“, erinnert sich der Coach an die 0:3-Heimschlappe vor zwei Wochen. Der andere Spruch:
Borussia passt sich oft dem Gegner an. Bedeutet: Gegen Liga-Schwergewichte hält man gerne gut dagegen. Die Kehrseite: Schwächer eingestufte Mannschaften bereiten regelmäßig Probleme.
„Das kotzt uns tierisch an“, sagt Wiethölter auch im Namen von Co-Trainer Tim Plottek. Sie wollen die beiden ungeschriebenen Gesetze raus kriegen aus den Köpfen. Egal ob Derby oder vermeintlich schwächerer Gegner: Die Truppe soll nicht groß nachdenken, einfach Gas geben. Wie zuletzt bei Titelkandidat Maaslingen (unglückliche 1:2-Niederlage). „Ich will an diesem Sonntag die gleiche Leidenschaft und Leidensfähigkeit sehen“, fordert Wiethölter vor dem Spiel gegen VfL Theesen. Ein Aufsteiger. Aber ein gefährlicher, warnt Wiethölter. Vor allem über außen mache Theesen viel Dampf. Vorne haben sie Soufian Kaba, der sie in der vergangenen Saison mit 16 Toren zum Meistertitel in der Landesliga 1 ballerte. Unklar aber, ob er in Emsdetten dabei ist, vorigen Sonntag gegen Kaunitz (1:1) und am Donnerstag im Westfalenpokal (4:1-Sieg gegen Landesligist VfB Schloss Holte) fehlte er jedenfalls. Kapitän Benedikt Genz muss nach seinem gegen Kaunitz erlittenen Schienbeinbruch sicher passen. „Aber sie haben Qualität, die sie nachladen können“, weiß Wiethölter. Er hat den Gegner in Videos studiert. „Das waren aber Spiele gegen Mannschaften aus dem höheren Regal. Gegen uns werden sie sicher aggressiver und offensiver agieren als gegen Kinderhaus (1:3) und Ostinghausen (1:2). Das ist eine Mannschaft, die auch gerne mal im Eins-gegen-eins presst.“
Auch Borussia selbst will wieder dominanter auftreten als in Maaslingen. Wiethölter rechnet zwar mit einem zähen Kampf, betont aber: „Wir wollen Akzente setzen und unseren Zuschauern endlich einen Heimsieg schenken.“ Gegen Kinderhaus (2:2) und Neuenkirchen klappte das nicht.
Fragezeichen stehen hinter den angeschlagenen Schnieders, Kraushaar, Ernst und Laumann.

