Wer soll Kai Deradjat ersetzen?

03.09.2025

Borussia-Coach Wiethölter sucht die Lösung 

 
Kai Deradjat (re.), hier in seinem vorerst letzten Spiel für die Borussia, ist nur schwer zu ersetzen. | Foto: Thomas Strack

 

0:3 im Kreis-Derby der Westfalenliga auf eigenem Platz gegen den SuS Neuenkirchen. Nein, das war nicht wirklich ein schönes Abschiedsspiel für Borussias Kai Deradjat. Den Techniker der Rot-Weißen zieht es aus Studiengründen für ein Semester nach Bergamo/Italien (unser Medienhaus berichtete).

Daher hat Deradjat nur die ersten vier Meisterschaftsspiele der Dettener in dieser Saison absolviert. Wenn die Borussen am kommenden Sonntag in Maaslingen die Derby-Schlappe wieder ausbügeln wollen, müssen sie das ohne die Hilfe von Kai Deradjat schaffen.

 

Für den knappen Kader von Trainer Marc Wiethölter kein leichtes Unterfangen, das ist dem Coach klar, denn: „Kai ist ein Ausnahme-Fußballer für uns, der nicht Eins-zu-Eins zu ersetzen ist. Das müssen wir im Kollektiv auffangen.“


Denn der 24-Jährige ist technisch stark, kann mit dem Ball umgehen, ihn direkt weiterleiten, hat den Blick für den freien Mitspieler. Zudem kann Deradjat fast alle Positionen im Mittelfeld ausfüllen: Spielgestalter von der „Sechs“ aus, gerne auch „Zehner“ mit Tordrang, aber auch links in der Raute.

 

Wer also soll das Loch bei den Borussen stopfen, dass Deradjat hinterlässt? Vielleicht Tom Bovenschulte? Der Neuzugang vom SC Altenrheine hat beruflich bedingt fast die komplette Vorbereitung verpasst, ist jetzt aber seit einiger Zeit wieder voll im Training. Am Sonntag fehlte Bovenschulte aufgrund einer lange geplanten Zahn-OP im Borussen-Kader. Trainer Wiethölter, der ihn aus SCA-Zeiten bestens kennt, ist sicher: „An Tom werden wir hier bei Borussia noch viel Spaß haben.“ Für den Coach ist auch „Mats Hagel ein Kandidat, der Kai – in anderer Weise – ersetzen kann“.

Gibt es noch weitere Alternativen im Kader? Vielleicht Neuzugang Samir Haxha, der mit der „10“ auf dem Rücken spielt. Am Sonntag konnte der 20-Jährige gegen den SuS aber ebenso wenig überzeugen wie fast alle seine Teamkollegen. Vielleicht könnte auch Routinier Jule Hölscher in Deradjat-Rolle schlüpfen? Der ehemalige Oberliga-Kicker des FCE Rheine hat Erfahrung, Routine und bringt das technische Rüstzeug mit. Alternativen für Hölschers Stamm-Position rechts in der Viererkette, bzw. als rechter Schienenspieler gäbe es im Borussen-Kader genug.

Mal abwarten, welche Lösung Coach Wiethölter am Sonntag in Petershagen präsentiert, wenn die Borussen beim Tabellennachbarn RW Maaslingen antreten.


Bis dahin muss der Coach aber auch noch eine andere Baustelle beseitigen. Ließ doch sein Team, vor allem in der 1. Halbzeit des Derbys gegen den SuS Neuenkirchen, Zweikampfstärke, Zielstrebigkeit und Willen vermissen.


Tugenden, die die Borussen-Kicker am Sonntag gegen Maaslingen wieder an den Tag legen müssen. Ansonsten wäre es letztlich wurscht, wer Kai Deradjat im Mittelfeld der Rot-Weißen ersetzt...

sbe-i-03-09-25