28.08.2025
Kapitän Ohde beurteilt die Lage
Kapitän Hendrik Ohde (hinten rechts) nach Borussias starkem Saisonstart: „Die Räder greifen von Spiel zu Spiel besser ineinander.“ | Foto: Thomas Strack
Das Herz der Westfalenliga schlägt zurzeit im Kreis Steinfurt. Nach drei Spieltagen ist der SuS Neuenkirchen mit sieben Zählern Spitzenreiter, die punktgleiche Borussia aus Emsdetten ist Dritter, Mesum mit sechs Zählern Vierter. Wie beurteilt Hendrik Ohde die Lage? Borussias Kapitän spricht über das aktuelle Tabellenbild, über sich gegenseitig anschnauzende Spieler – und er blickt natürlich voraus auf das Top-Derby am Sonntag zu Hause gegen Neuenkirchen.
- Die Tabelle: „Die ist auf jeden Fall spannend“, meint Ohde. „Einige Mannschaften wie Peckeloh hätte man weiter oben erwartet, andere stehen überraschend gut da. Wie Neuenkirchen. Die Ergebnisse zeigen, dass jeder jeden schlagen kann. Bei uns sieht es auch gut aus, es könnte jedenfalls schlechter sein. Als Endtabelle würde ich es so unterschreiben.“
- Zuletzt zweimal zu Null gewonnen: „Beim 1:0-Sieg am Sonntag in Peckeloh haben wir hinten echt wenig zugelassen. In Kaunitz war es etwas anders. Ein wildes Spiel, das auch 3:3 oder 3:2 für uns hätte enden können“, sagt der Innenverteidiger, der in der 89. Minute den 1:0-Siegtreffer köpfte. „Insgesamt stehen wir defensiv gut und gefestigt, finden immer mehr zusammen. Das fängt schon vorne an, wo Kürsat (Özmen) ackert, Henne Laumann sowieso, den bekommst du ja nicht ruhig. Alle arbeiten richtig gut gegen den Ball.“
- Borussias neuer Offensiv-Geist: „Die Räder greifen von Spiel zu Spiel besser ineinander“, hat Ohde beobachtet. „Wir wissen, was wir machen wollen, rücken besser nach, sind kompakter. Wir sind mittlerweile auch ruhiger am Ball, lassen ihn hinten laufen und spielen dann gezielt nach vorne. Die erste Viertelstunde in Kaunitz war offensiv vielleicht das Beste, was ich in all den Jahren bei Borussias Senioren erlebt habe. Das ist das, wo wir hinwollen“, sagt der 28-Jährige.
- Der Frust-Sieg beim FC Kaunitz (Borussias Spieler gifteten sich streckenweise an): „Wenn‘s mal nicht so gut läuft, darf man sich nicht gegenseitig runtermachen, trotzdem passiert es einfach auch mal. Natürlich muss man sich auf dem Platz mal die Meinung sagen, in Kaunitz hat es aber Überhand genommen. Wenn einer einen Fehlpass spielt, dann weiß er selber, dass das keine grandiose Sache war. Spielt er fünf Fehlpässe, dann kann ein Mitspieler auch mal was sagen. Man sollte aber versuchen, positiv zu bleiben und sich gegenseitig zu pushen.“
- Der neue Trainer Marc Wiethölter: „Er macht auf jeden Fall einen guten Job. Marc weiß genau, was er will und was nicht. Er bringt frischen Wind rein, setzt neue Impulse und Anreize und hat auch einen guten Austausch mit unserem Reserve-Trainer Tom Schölling. Mit Tim Plottek (Co-Trainer) und Sascha Guetat (Athletik-Trainer) macht es auch Spaß. Wobei: Die Einheiten mit Sascha machen nicht immer Spaß (schmunzelt). Aber da muss man durch.“
- Aufstiegskandidat Borussia Emsdetten: „Es ist natürlich sehr früh, von so etwas zu sprechen und wäre auch vermessen. Wir denken von Spiel zu Spiel, da zahle ich gerne drei Euro ins Phrasenschwein. Letzte Saison haben wir gesehen, wie schnell es plötzlich negativ laufen kann! Und wenn du erst mal in einem Abwärtsstrudel steckst, ist es oft schwer, wieder rauszukommen. Ich habe mich am Sonntag noch mit ein paar Jungs von Peckeloh, denen es zurzeit ja so ähnlich ergeht, darüber unterhalten.“ Zudem verweist Ohde darauf, dass Borussia im Vergleich zu vielen anderen Vereinen keinen Kunstrasen und somit einen Nachteil hat, „wenn bald die Schlechtwetter-Zeit beginnt. Wir müssen uns jetzt ein Polster schaffen, um nicht mehr ganz unten reinzurutschen, wenn mal eine Durststrecke kommt.“
- Das Derby am Sonntag zu Hause gegen Neuenkirchen: „Das wird ein geiles Spiel zwischen zwei Mannschaften, bei denen es gerade gut läuft. Ich hoffe, es kommen reichlich Zuschauer, die ein schönes Derby sehen, mit Borussia Emsdetten als Sieger.“
- Dein Tipp für Sonntag: „2:0 für uns.“

