Borussia ringt das Top-Team Peckeloh nieder

25.08.2025

Westfalenligist siegt 1:0

Überraschender Coup von Borussia Emsdetten: Der Westfalenligist siegte am Sonntag mit 1:0 bei Titelfavorit SC Peckeloh und fiebert jetzt dem Derby gegen Tabellenführer SuS Neuenkirchen entgegen.

Marc Wiethölters Brustumfang hat merklich zugenommen. „Jetzt wollen wir auch an Neuenkirchen vorbei“, haute Borussia Emsdettens Trainer am Sonntag nach dem Abpfiff eine Kampfansage an den nächsten Gegner raus. Der heißt SuS Neuenkirchen, ist nach drei Spielen mit sieben Punkten Spitzenreiter der Westfalenliga. Für die punktgleichen Borussen auf Rang 3 gibt es aber keinen Grund mehr, vor irgendeiner Mannschaft zu kuschen. Schließlich siegten sie am Sonntag mit 1:0 beim SC Peckeloh. Die Hausherren gelten immerhin als Titelkandidat Nummer eins, auch wenn sie diese Vorschusslorbeeren mittlerweile komplett in die Tonne getreten haben.

Bild: Es ist geschafft! Borussias Chefcoach Marc Wiethölter (M.) herzt nach dem Abpfiff Co-Trainer Tim Plottek (l.) und Athletiktrainer Sascha Guetat. | Foto: Marius Holthaus

Wie schon gegen Kaunitz (2:2) und in Mesum (2:3-Pleite) wurde es für Peckeloh auch gegen Emsdetten nichts mit dem ersten Saisonsieg. Stark verteidigende Borussen machten es dem strauchelnden, verunsichert wirkenden Riesen aber auch arg schwer. Peckeloh wirkte von Minute zu Minute genervter, weil es für sie kaum ein Durchkommen gab. Viele Bälle flogen ins Nichts, die negativen Kommentare nahmen zu.

Borussia stand aber keineswegs nur hinten drin. Der Außenseiter spekulierte auf hohe Ballgewinne, versuchte es zudem immer wieder mit langen Bällen. Wie in der 23. Minute: Jule Hölscher schoss einen Freistoß aus der eigenen Hälfte an den gegnerischen Sechzehner, Keeper Tom Weber und Innenverteidiger Philipp Dieckmann zögerten, nicht aber der entschlossene Kürsat Özmen, der das Missverständnis in Peckelohs Abwehr nutzte und den Ball aus 17 Metern über Weber hinweg ins Netz hob. Die 1:0-Gäste-Führung.

Fast die direkte Peckeloher Antwort: In stark abseitsverdächtiger Position kam Leandro Rasteiro an den Ball, brauchte aber zu lange, sodass der hinzueilende Hendrik Ohde einen Abschluss verhindern konnte (24.).

 Borussia um Kapitän und Innenverteidiger Hendrik Ohde (2.v.r.) zeigte beim SC Peckeloh eine bärenstarke Defensivleistung. Auch Sechser Julian Dirks (r.) störte die Hausherren immer wieder effektiv, musste allerdings gelb-rot-gefährdet vorzeitig vom Platz, ebenso wie der von Krämpfen geplagte Kai Deradjat. Borussia um Kapitän und Innenverteidiger Hendrik Ohde (2.v.r.) zeigte beim SC Peckeloh eine bärenstarke Defensivleistung.

 Auch Sechser Julian Dirks (r.) störte die Hausherren immer wieder effektiv, musste allerdings gelb-rot-gefährdet vorzeitig vom Platz, ebenso wie der von Krämpfen geplagte Kai Deradjat. | Foto: Marius Holthaus Ohde war es auch, der zweimal Borussias 2:0 auf dem Kopf hatte, beide Male nach Freistößen von Vincent Schulte: Erst nickte Borussias Kapitän die Kugel am zweiten Pfosten daneben (45.), dann hatte er kurz nach dem Seitenwechsel Pech, dass Dieckmann akrobatisch auf der Linie rettete (53.).

 In dieser Phase ließ sich Emsdetten unnötig in ein Spiel mit offenem Visier verwickeln, verlor die gute Ordnung. Nach Ballverlust von Samir Haxha im Halbfeld brannte es in der Box, Schlussmann Luca Dömer rettete (56.). „Mehr Ruhe jetzt!“, rief Wiethölter aufs Feld. Mit Erfolg. Offensiv warfen zu zaghafte und unpräzise Borussen zwar etliche Konter-Möglichkeiten schon im Ansatz weg, hinten aber stabilisierten sie sich. Und überstanden so auch den Schlussansturm der Peckeloher, die mit einer Umstellung auf ein 4-2-4-System den Ausgleich erzwingen wollten.

 „In den letzten 20 Minuten mussten wir leiden“, so Wiethölter. Peckeloh drängte seine Elf immer tiefer hinten rein, eroberte jetzt auch zunehmend zweite Bälle – und hatte in der Nachspielzeit gegen leidenschaftlich verteidigende Borussen DIE dicke Ausgleichschance: Ein flacher Ball rutschte durch in den Sechzehner zum freien Mann, Keeper Dömer warf sich ihm entgegen und hielt den Sieg mit seiner Parade fest!

 Wiethölter: „Da hatten wir Glück, äh, Luca“

SC Peckelohs Cheftrainer Vittorio Lombardi verpasste das Spiel krankheitsbedingt. Der 1. Vorsitzende Jan Fahrenwald sagte zu der Feststellung, die Gastgeber hätten sich die Partie gegen Emsdetten sicher anders vorgestellt: „Wir haben uns den Saisonstart generell anders vorgestellt.“ Zur Niederlage: „Es war eigentlich ein typisches 0:0-Spiel.“ Beim Gegentor seien Torwart und Innenverteidiger nicht entschlossen zu Werke gegangen, „und es gab zwischen ihnen auch keine Absprache“, kritisierte der Vereins-Boss. In den vorherigen Spielen gegen Kaunitz und Mesum habe man sich wenigstens noch reichlich Chancen erarbeitet. „Das war diesmal nicht der Fall. Emsdetten hat aber auch gut verteidigt.“ 

 Borussen-Coach Marc Wiethölter: „Ich war überrascht, in der ersten Halbzeit waren wir fußballerisch nicht schlechter als Peckeloh.“ Zudem sah er „eine super Defensivleistung. Bei Peckelohs letzter Chance hatten wir Glück, äh, Luca“, lobte er Tormann Dömer. „Wir hätten es aber vorher entscheiden können.“ Mit Blick auf nächsten Sonntag: „Das wird ein geiles Derby gegen Neuenkirchen.“

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