Wiethölter zählt seine Borussen-Grummler an

19.08.2025

Nach dem glücklichen Sieg beim FC Kaunitz

1:0 beim FC Kaunitz gewonnen, schön und gut. Doch mit vielem, was seine Westfalenliga-Truppe am Sonntag bot, war Borussia Emsdettens Trainer Marc Wiethölter nicht einverstanden.

Herzliche Begrüßung zwischen Borussia Emsdettens Trainer Marc Wiethölter und seinem Kaunitzer Kollegen Levent Cayiroglu (l.) vor dem Westfalenliga-Duell am Sonntag. | Foto: Marius Holthaus

In der 43. Minute ertönte im Kaunitzer Stadion die Musik, die immer dann läuft, wenn die Hausherren ein Tor erzielen. Mehrere Zuschauer feierten die vermeintliche 1:0-Führung. Sie alle hatten verpasst, dass der Kopfballtreffer wegen Abseits nicht zählte. Erst nach etlichen Sekunden verstummte die Musik wieder – und sollte an diesem Tag auch nicht mehr erklingen.


Westfalenliga-Aufsteiger FC Kaunitz unterlag dem Gast Borussia Emsdetten am Sonntag mit 0:1, vergab dabei zahlreiche Möglichkeiten, die Tor-Musik zu aktivieren.


„Wir haben heute ein bisschen Lehrgeld gezahlt“, meinte Kaunitz‘ Aufstiegstrainer Levent Cayiroglu. „In der Landesliga hätten wir vermutlich wenigstens das 0:0 mitgenommen.“


Eine Klasse höher jedoch machte ihnen in der 89. Minute einer der besten Kopfballspieler der Westfalenliga, Borussias Innenverteidiger Hendrik Ohde, den Garaus. Cayiroglu nach der unglücklichen Pleite: „Den Punkt, den uns der Fußballgott letzten Sonntag beim 2:2 in Peckeloh geschenkt hat, den hat er uns heute wieder weggenommen.“

 SC Peckeloh. Dort muss Borussia Emsdetten am kommenden Sonntag um 15 Uhr ran. Die Gastgeber gelten als Titelfavorit der Westfalenliga, kamen aber trotz eines pausenlosen Ansturms gegen Kaunitz nicht über ein Remis hinaus und verloren an diesem Sonntag mit 2:3 beim SV Mesum.

Gegen Emsdetten dürfte der SC Peckeloh alles reinhauen, um endlich in die Erfolgs-Spur zu kommen. „Ja, gut, kann sein“, meint Borussen-Trainer Marc Wiethölter dazu. Und weiß: „Du darfst sie natürlich nicht ins Rollen kommen lassen.“ Borussias Ex-Trainer Roland Westers und der Sportliche Leiter Hans-Dieter Jürgens schauten sich Peckeloh in Mesum an und brachten sicher wertvolle Tipps mit.


Ebenfalls wertvoll: Borusse Jule Hölscher, der gegen Kaunitz mit einer Sprunggelenkverletzung runter musste, dürfte rechtzeitig fit werden. „Jule hat an der Stelle chronische Probleme. Deswegen muss er auch nicht jede Woche dreimal trainieren“, sagt Wiethölter.


„Taktisch grenzwertig“


Der Westers-Nachfolger will der Borussia mehr Offensivgeist einimpfen als sein Vorgänger, betont aber immer wieder, dieser Prozess brauche Zeit. Das Kaunitz-Spiel war ein Spiegelbild dafür. Borussia legte furios los, hatte in den ersten 18 Minuten sieben Ecken, hätte 2:0 führen können, verlor dann aber gegen aggressiver werdende Hausherren komplett den Faden. Marc Wiethölter: „Wir verstecken uns ein bisschen, haben Angst vor der Kaunitzer Präsenz.“ Beispiel dafür: Bei zwei langen Bällen des Gegners hätten seine Innenverteidiger Hendrik Ohde und Mattes Langelage Zeit gehabt, den Ball mit der Brust runterzunehmen, doch sie köpften ihn lieber weg, weil sich die Vorderleute eh nicht mehr richtig im Halbfeld als Anspielstation anboten, sondern im Mittelfeld verkrochen. „Dabei haben die Jungs alle die Qualität“, betont Wiethölter. Statt das Spiel zu beruhigen, artete es zu einem wilden Ritt aus. „Taktisch grenzwertig“, so Wiethölter über die 2. Halbzeit. „Die Jungs waren mit sich selbst nicht zufrieden.“

Was den Coach stört: Solche Phasen, in denen wenig zusammenläuft, gebe es in Spielen immer mal wieder. „Aber dann muss man auf dem Platz seinen Mann stehen. Bei uns waren am Sonntag Körpersprache und Stimmung mies. Jeder hat vor sich hingegrummelt, zwei, drei sind explodiert und haben andere angeschnauzt.“

In Peckeloh will sich die Borussia besser präsentieren. Wiethölter: „Die Jungs freuen sich schon auf die Aufgabe.“

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