Es kam, wie es kommen musste: Vincent Schulte zog die Kugel scharf an den Fünfer, wo Kapitän Hendrik Ohde sie zum 0:1 in die Maschen köpfte. Konsternierte Hausherren wollten noch mal antworten, schlugen tief in der Nachspielzeit einen Freistoß von außen in Borussias Box. Dort brach Chaos aus. Während Emsdetten irgendwie klärte, forderten wütende Kaunitzer einen Handelfer. Der Schiri winkte ab – und pfiff ab. Borussias Dusel-Sieg war perfekt.
Doch was war da in der letzten Szene los? Emsdettens Keeper Luca Dömer, der beste Sicht auf das Gewusel hatte: „Wir schießen uns da gegenseitig ab. An Gesicht oder Brust, keine Ahnung. Hand war‘s nicht.“
Borussia startet furios
Der starke Dömer war einer der Gründe, warum Borussia mit jetzt vier Punkten aus zwei Spielen einen top Saisonstart verbuchen kann. Zu Beginn der Partie in Kaunitz schien der Keeper aber gar nicht gebraucht zu werden. Emsdetten zündete in der ersten Viertelstunde ein Feuerwerk, verpasste mehrfach die Führung, etwa als Samir Haxha nach Hölscher-Flanke am zweiten Pfosten völlig blank neben den Kasten köpfte (4.).
Dann aber kämpfte sich Kaunitz in die Partie hinein. Die Emsdettener schienen davon überrascht, ihre Fehler häuften sich im Spielaufbau und in der Defensive. Vincent Schulte sah gleich zweimal schlecht gegen Gian Pieper aus: Bei seiner ersten Chance verzog der Kaunitzer frei vor Dömer (22.), in der 27. Minute hatte er Pech mit einem 17-Meter-Schuss an den Pfosten. Ein Teamkollege staubte ab – aber Abseits!
Borussia atmete durch, kam vereinzelt auch noch zu Gelegenheiten, wirkte aber viel zu wacklig. Für mehr körperliche Präsenz brachte Coach Marc Wiethölter zur 2. Halbzeit Mats Hagel für Markus Weidel. Gleich in der 47. Minute rettete der neue Mann in höchster Not gegen den einschussbereiten Kaunitzer Felix Sczepurek.